11.04.2021: Berlin Half – 10k

Da ich ja ursprünglich den Leipzig-Marathon am Osterwochenende komplett laufen wollte, hab ich mich für den Berlin Half – Virtual Run nur für die 10 km-Strecke angemeldet. Die Medaille hat mir sehr gut gefallen und es war auch kombiniert mit einer Spende.

Am Samstag nach der Metzgerei wieder zum Corona-Schnelltest und nach dem Wocheneinkauf bin ich mit Michaela ihren 10km – Lauf in Paris gelaufen. Ich wurde mal wieder als Hase missbraucht. Das Wetter war schön, aber wir hatten gefühlt die ganze Strecke Gegenwind. Da sie sehr gut mithielt, haben wir die 10km in 1:05 Stunden geschafft. Ich war sehr zufrieden mit ihr, da sie doch ganz gut an mir dranbleiben konnte. Und die Medaille ist auch sehr schön.

Am Sonntag waren wir wieder in Steindorf, da Jahresmesse für meinen Papa war. Danach hat Mama lecker Rindsrouladen mit Spätzle und Blaukraut gekocht. Dazu ein Glas Meistersud von der Tochter meines Cousins, die gerade die Meisterprüfung als Braumeisterin ablegt. Zum Kaffee gab es dann noch Kuchen. Ich war randvoll.

Zuhause angekommen kurze Pause und die Sachen für den Lauf anziehen. Es war mit ca. 18 Grad doch schon sehr warm – wegen Corona musste ich trotzdem mit Halstuch laufen. Die Masken hab ich eh immer dabei. Noch kurzes Fotoshooting im Garten und dann ging es zum Start an der Fußgängerbrücke über die Umgehungsstraße.

Mit Speed dann auf zum Fliegerhorst. Ich war sehr zügig unterwegs mit 4:38 auf den ersten Kilometer. Dann an der Kaserne entlang bis nach FFB in 4:22 bzw. 4:39 min/km. Weiter am Starfighter vorbei zum Haupttor der Kaserne und zum Industriegebiet Hasenheide in 4:43 und 4:35. Dann auf dem Weg zur Alten Maisacher Straße hatte ich leicht bergauf ein paar Probleme und brauchte 4:49 für den sechsten Kilometer – genauso wie auf dem siebten Kilometer. Gefühlt war auch heute wieder nur Gegenwind.

Am Sportplatz von Maisach vorbei durch das Wohngebiet auf den Feldweg nach Gernlinden wieder in 4:47 und schnelleren 4:37. Den letzten Kilometer auf dem doch recht schlecht zu laufenden Feldweg konnte ich dann wieder in 4:45 absolvieren. Nach genau 10 km hatte ich am ehemaligen Bogenschießplatz das virtuelle Rennen absolviert – in sehr guten 46:48 Minuten.

Nach der Niederlage letzte Woche endlich wieder ein Erfolgserlebnis.

No Marathon No. 16: Leipzig Marathon (Steindorf) – DNF

„Das Geheimnis des Erfolges kennen nur jene, die einmal Misserfolg gehabt haben.“

Antoine de Saint-Exupéry

Anmeldung

In der Hoffnung auf einen richtigen Marathon mit vielen Mitläufern im Jahr 2021 hab ich mich zum Ende der ersten Anmeldefrist am 29.November 2020 für den 45. Leipzig-Marathon am 18.04.2021 angemeldet.

(Quelle: www.leipzigmarathon.de)

Leider hat Corona erneut einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die zweite Welle um die Jahreswende war gerade etwas abgeebt, da begann die 3. Welle sich aufzutürmen.
Die Politik hat durch ihr Versagen (Maskenbeschaffung, Impfstoffaufteilung, Schnelltestbereitstellung, Digitalisierung in Behörden, uvm.) ihren gehörigen Beitrag dazu geleistet. Auch ein Großteil der Bürger (v.a. die Querulanten von den sog. „Querdenkern“) halten sich nicht an die Regelungen und sorgen dafür, dass wir diese Pandemie nicht in den Griff bekommen. Abstand ist auch 1 Jahr nach Beginn der Pandemie für Viele noch ein Fremdwort.
Am 1. Februar kam leider von den Organisatoren die Absage für den Marathon am 18. April. Da war mein 12-wöchiger Trainingsplan jedoch schon im „Laufen“. So meldete ich mich gleich für die virtuelle Ausgabe in der Zeit vom 02.04. (Karfreitag) bis 18.04. (dem ursprünglichen Termin) an.
Für den 18.04. wurde zwischenzeitlich ein zentraler Gedenktag für die Corona-Opfer in Deutschland geplant und am Sonntag zuvor die Jahresmesse für meinen Vater. Deshalb hab ich mich für eine Vorverlegung auf den Ostermontag entschieden. So konnte ich mich nach dem Ostergeschäft in der Metzgerei am Ostersonntag noch erholen. Dadurch mussten jedoch auch zwei Trainingswochen aus dem Trainingsplan gekürzt werden.

Trainingsplan

Auch diesmal mußte wieder der Trainingsplan von Andreas Butz mit einer Zielzeit von 3:39 Stunden herhalten. Klar die 3:39 Stunden werde ich in einem Solo-Rennen nie erreichen, aber vielleicht klappt es ja mal wieder mit knapp unter 3:50 Stunden. Wegen der Terminverschiebung wurde der Trainingsplan um zwei Wochen gekürzt. Den Trainingsverlauf könnt Ihr hier nachlesen. Da ich den Trainingsplan sehr gut einhalten konnte, ging ich zuversichtlich in die letzte Woche vor dem Marathon am Ostermontag.

Hotel – „Dahoam is dahoam“

Einen Vorteil hat ein Marathon daheim – die Reisetätigkeit und das Sightseeing kann man sich sparen. Doch leider war in der Osterwoche – mit HomeOffice und WurstOffice – viel zu tun. Die permanente Verunsicherung durch Corona geht auch nicht spurlos an einem vorüber. Nach dem HomeOffice bin ich am Gründonnerstag noch in die Metzgerei zum Arbeiten. Da der Wetterbericht für den Ostermontag grausam vorhersagte (Windböen bis 65 km/h; Regen; Schnee) wollte ich den Marathon gleich schon am Ostersonntag laufen. Den „Eingeweihten“ war das auch recht – auch wenn mir dadurch der Ostersonntag als Ruhetag fehlte.
Am Karfreitag bin ich noch eine kleine Runde mit Michaela zum Emmeringer See langsam gelaufen.
Am Karsamstag dann um 5 Uhr aufstehen und in die Metzgerei fahren. Es war viel zu tun und ich konnte meine Schritte leider nicht reduzieren. Um 14 Uhr fuhr ich nach Gernlinden, weil Michaela zum Corona-Schnelltest mitkommen wollte. Ich fühlte mich da schon sehr schlapp, fuhr aber hin und hab meinen ersten Corona-Schnelltest in Geiselbullach gemacht. Ging ganz gut und ich war negativ. Mit einer akuten Covid19-Infektion einen Marathon zu laufen wäre bestimmt keine gute Idee. Ab zum Einkaufen und dann wieder heim.
Da ich mich immer schlechter fühlte, hab ich öfter meine Temperatur gemessen. In der Spitze waren es 37,8 Grad (bei einer normalen Durchschnittstemperatur von 35,7 Grad).

Die Startnummer zum selber ausdrucken


Ich hab trotzdem meine Unterlagen und Klamotten zusammengepackt und die Verpflegungskübel hergerichtet. Nach dem Abendessen und Duschen noch etwas Fernsehen. Da das Programm am Ostersamstag gewohnt schlecht war, bin ich um 21:30 Uhr ins Bett gegangen. Ich sagte Michaela, dass ich Morgen früh kurzfristig entscheiden werde, ob ich überhaupt laufe. Tendenz war da – eher nicht.

Anreise

Ich wachte am Ostersonntag um 4 Uhr auf und überlegte bis zum Weckerklingeln um 5:30 Uhr, ob ich laufen sollte oder nicht. Nach dem Aufstehen erstmal Fieber messen: 36,8 Grad war OK. Dann noch einen Corona-Selbsttest vorbereiten. Während der Wartezeit machte ich für Lucky und mich Frühstück.

Langsam kann ich keine Nudeln mehr sehen.
Der Test war negativ – also spricht nichts gegen einen Start

Richtig erholt fühlte ich mich jedoch nicht von den Strapazen der vergangenen Tage. Kurz noch alles ins Auto packen und um kurz vor 7 Uhr fuhr ich los nach Steindorf. Die Sonne ging gerade auf und es gab nur wenige Wolken am Himmel. Der Wind war auch vernachlässigbar. Somit bestes Läuferwetter – bis auf die Temperatur mit -3 Grad.

Sightseeing/Marathonmesse

Ausgefallen – wegen Lockdown & Ostersonntag

Vor dem Rennen

In Eresried hab ich dann meinen Verpflegungskübel auf der Rundenmitte abgestellt und bin erstmal zum Friedhof an der Kirche in Steindorf gefahren, um noch meinen väterlichen Beistand einzuholen. Mein Papa hat immer gesagt: „Lauf doch nicht so viel. Des is ned gsund“.

Finisher-Shirt vom Köln-Marathon vor dem „Steindorfer Dom“


Anschließend ging es zum Elternhaus, wo meine Mutter gerade Frühstück hergerichtet hatte. Wir unterhielten uns noch kurz. Dann zog ich meine Laufklamotten an und trank mit ihr und meinem Bruder noch einen Schluck Kaffee.
Um kurz nach 8 Uhr gingen wir raus und mein Bruder fotografierte mich noch am Haus. Ich wollte eigentlich vor dem toll blühenden Zierkirsch-Baum fotografiert werden, aber durch den Rasen wären meine Schuhe nass geworden und das wär auch nicht so günstig gewesen. Wir gingen dann zum Startpunkt vor der Metzgerei.

Der Lauf

Um 08:15 Uhr startete ich meinen virtuellen Marathon von Leipzig im bayerischen Steindorf. Noch schnell die Uhr starten und los gehts. Mission „Marathon No. 16“ läuft.

Erstmal ging es an der Kirche vorbei aus Steindorf hinaus nach Hausen. Der erste Kilometer war natürlich wieder zu schnell angegangen, aber dann konnte ich meine ProPace-Vorschlags-Kilometerzeiten gut einhalten. Nach dem Verlassen von Hausen ging es stetig hoch zum Sportplatz und zum Schloss von Hofhegnenberg. Um das Schloss herum, wo die Security-Leute patroullierten, weiter nach Eresried.
Endlich geht es leicht bergab und dann in die Senke vor Eresried. Kurz vor dem Ortseingang dann der Anstieg. Die Verpflegung bei km 5 lies ich aus und danach ging es gleich Richtung Heinrichshofen. Wieder den zähen Anstieg zum Wald und dann ab der Landkreisgrenze kontinuierlich leicht bergab. Vor Heinrichshofen (das ja nicht zur Gemeinde Steindorf gehört) dann gleich auf die Straße nach Steindorf.
Endlich wieder im Landkreis Aichach-Friedberg zurück. Irgendwie fühlt sich das Laufen heute nicht so richtig gut an. Noch kurz am Weiher vorbei und die Handschuhe ausziehen. An der Verpflegungsstation vor unserem Kastanienbaum hatte ich etwas mehr als 1 Minute Vorsprung gegenüber dem ProPace-Plan. Neue, trockene Mütze anziehen und einen Gel-Chip essen.

Die zweite Runde führte am Feuerwehrhaus vorbei zum Pfarrhof und wieder nach Hausen. Der Anstieg zum Sportplatz zog sich schon in der 2. Runde. Nach dem Schloss endlich etwas abschüssige Strecke zum Durchatmen und auf dem Weg nach Eresried erst runter und gleich wieder hoch.
Bei der Verpflegungsstation nahm ich mir Wegproviant mit, kam jedoch nicht mehr so schnell zum Laufen. Am Anstieg zum Wald dann eine Gehpause. Das fühlt sich überhaupt nicht gut an heute. Kurz nach dem Wald dann wieder eine Gehpause – das steh‘ ich keine zwei weiteren Runden durch.
Schweren Herzens entschied ich mich, nur noch nach Steindorf zu laufen und dann das Rennen aufzugeben. Es gibt noch die Möglichkeit, spontan auf die Halbmarathondistanz umzuschwenken, aber mit dieser Zeit halt auch jenseits von Gut und Böse.
Von Heinrichshofen „ging“ es dann zurück nach Steindorf. Wenn der Kopf und Körper nicht mitspielen, werden die Beine auch blockiert. Kurz gehen, wieder laufen. Dabei hab ich wenigstens doch noch den Osterhasen gesehen, der auf den Feldern lief – wenigstens Einer der schnell läuft.
Um das Ziel bei der Metzgerei zu haben, lief ich nicht über den Weiherweg heim, sondern über die Kirche leicht Zick-Zack durch Steindorf und so hatte ich die 21,11 km genau bei unserem Kastanienbaum erreicht. Mein erstes DNF („Did not finish“, auf boarisch „Hods ned gschafft“ oder auf hochdeutsch „versagt“) bei einem Marathon war besiegelt. 40 Trainingsläufe mit ca. 600 Kilometern – alles für die Katz.
Ich nahm meinen Verpflegungskübel und ging mit gesenktem Haupt zum Kirschbaum, um ein Selfie zu machen.

Glücklich und zufrieden sieht anders aus
Einfach schön, wenn der Baum blüht

Ich gab dann auch gleich Michaela Bescheid, dass sie nicht auf der Strecke auf mich warten muss und gleich nach Steindorf fahren kann.

Nach dem Rennen

Völlig durchnässt kam ich am Haus an als mein Bruder gerade rausgekommen war, um mich mit dem Rad auf der Strecke zu begleiten. Er hat sich schon über meinen Zick-Zack-Kurs im LiveTrack gewundert. Als Ersatz ist er am Nachmittag noch 43,5 km mit dem Rad gefahren – wenigstens ein Marathoni heute in der Familie. Da bin ich richtig Stolz auf ihn.
Meine Mutter war froh, dass ich aufgehört hab. Kurz darauf kam Michaela an und ich ging erstmal unter die warme Dusche. Mein Körper war ziemlich durchfroren. Gleich die warmen, trockenen Klamotten anziehen und in der Küche eine Gemüsebrühe trinken.
Körperlich merkte ich gar nix – war ja auch nur ein Halbmarathon, den ich in den Beinen hatte. Aber es tat im Kopf und Herz richtig weh. Laufen ist halt 90% Kopfsache – der Rest ist mental 😉
Es hat natürlich auch Vorteile. So kamen wir früher zum Mittagessen, welches wir diesmal beim Asiaten in Kissing holten. Auch wenn meine Mutter kein Fan dieser Küche ist, hat sie den Hund – oder war es doch eine Katze – gegessen 🙂
Für den Kaffee hat Michaela noch einen leckeren Himbeerkuchen gebacken und so war die Kalorienbilanz heute wieder extrem negativ.
Danach fuhren wir wieder zurück nach Hause und setzten uns noch etwas in die Sonne.
Klar, war das eine „illegale Versammlung“, da wir ja 2 + 2 Erwachsene aus zwei verschiedenen Haushalten waren. Aber die zwei Damen waren ja bereits geimpft und wir wurden nicht von der Polizei erwischt. Genau wie die Polizei am Karsamstag in Stuttgart tatenlos zugeschaut hat wie 15.000 Querulanten ohne Einhaltung der AHA-Regeln „demonstrierten“ und Journalisten angriffen.

Der Tag danach

Am Ostermontag konnte ich dann ausruhen. Wir gingen am Vormittag bei schon starkem Wind mit Leihhund Diego Gassi, um dann den Nachmittag auf der Couch zu verbringen. Als die erste Version dieses Artikels geschrieben und ich fertig war, war der ganze Artikel unwiderruflich gelöscht. Super. Frohe Ostern.
Es gibt halt Tage, an denen verliert man – so wie gestern beim Leipzig Marathon. Am liebsten hätte ich gestern die Laufschuhe an den Nagel gehängt, aber warum gleich aufgeben. Jedoch bezweifel ich mittlerweile schon, ob ich nochmal alleine einen Marathon laufen werde. Es ist einfach viiiiiel schöner, mit vielen Mitläufern gemeinsam auf die Strecke zu gehen und von Zuschauern angefeuert zu werden, Kinderhände abzuklatschen, seinen Namen zu hören, durch einen großen Zielbogen zu laufen, direkt seine Medaille umgehängt zu bekommen, uvm. Alleine Laufen ist da viel anstrengender.
Jedoch muss man sich selbst auch mal eingestehen, dass – auch wenn man 15 Marathons erfolgreich bestanden hat – die 42,195 km immer eine ganz neue Herausforderung sind und man körperlich und mental topfit an den Start gehen muss. Sonst läuft man ins Verderben – oder schafft nur die Hälfte. Laufen ist kein „Selbstläufer“.
Vor allem als Hobbyläufer muss auch das Risiko abwägen, ob es einem das Wert ist, seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen und evtl. durch Fieber eine Herzmuskelentzündung zu befeuern.
Deshalb gilt für mich jetzt das Motto: Aufstehen – Kopf hoch – Krönchen richten

Medaille

Strecke

Streckenvideo

Laufauswertung

Urkunde

Finisher-Shirt

Bin ja kein Finisher – deshalb als neuer Teppich für die Lucky

02.12.2020: Füssen

Da wir diese Woche Urlaub hatten, wegen dem Lockdown-Light aber nirgends Urlaub machen konnten, sind wir mal wieder nach Füssen gefahren. Der einzige Ort in Südbayern, der noch nicht dunkelrot ist. Da wir recht gut durchgekommen sind und es noch sehr früh und nebelig war, machten wir noch einen Abstecher zur Wieskirche in Steingaden. Ich wollte 2017 nach dem Füssen-Marathon schon hinfahren. Da ich damals sehr müde war und an einem Sonntag da sicher „die Hölle los ist“ liessen wir es. Als wir nun ankamen war der Parkplatz komplett leer und auch in der Kirche waren wir alleine. Nicht mal Pinguine waren da.

Da der Nebel immer noch sehr stark war, entschieden wir uns, direkt nach Füssen zum Sportoutlet zu fahren. Wir fuhren an St. Coloman vorbei, aber von Schloss Neuschwanstein war nix zu sehen. Kurz mal shoppen, aber so richtig viel haben wir nicht gefunden. Da ja schon Mittag war, haben wir an einem Allgäuer Kässpatzen-Stand Kässpatzen gekauft und im Auto gegessen. Restaurants sind ja auch zu.

Anschließend fuhren wir zum Schloss Neuschwanstein, dass wir auch direkt in Hohenschwangau nicht sehen konnten. Michaela wollte gar nicht aussteigen, da der Parkplatz 8 Euro kostete. Ich fuhr trotzdem auf den Parkplatz P4 und parkte neben dem einzigen Auto dort. So leer war es in Neuschwanstein wohl noch nie. Keine Asiaten oder sonstige Touristen. Deshalb sind wir um den nebelverhangenen Alpsee spaziert. In den ca. 2 Stunden haben wir nur ca. 10 Leute getroffen. Vielleicht klart es ja danach noch auf.

Zurück am Parkplatz war es dort immer noch spiegelglatt. Das Auto neben uns war durch ein anderes Auto ersetzt. So ein großer Parkplatz und total frei – das muss man ausnutzen zum Driften.

Die Heimfahrt war ganz in Ordnung und ab Landsberg war der Nebel auch weg.

Marathon No. 15: Köln Marathon (Steindorf)

„Der Marathon ist ein Wettstreit zwischen deinem Willen und deinen Möglichkeiten.“

Jeff Galloway

Anmeldung

Leider verläuft das Jahr 2020 weiterhin auch für uns Läufer äußerst bescheiden: Es gibt keine Wettkämpfe vor Tausenden von Zuschauern, die einen ins Ziel peitschen. Letztes Jahr konnte ich nach 42,2 km über die Ziellinie am Kölner Dom laufen und die Zuschauer feuerten mich frenetisch an. Am Streckenrand moderierte Tom Bartels (hat schon das WM-Finale 2014 moderiert). Spitzenstimmung – Gänsehaut pur.

Köln bei Steindorf 😉

Nach meiner krankheitsbedingten Absage in Valencia (da war die Stimmung auch gigantisch) bin ich spontan am 02.02.2020 in Bad Füssing den Johannesthermen-Marathon gelaufen, um dort das Dutzend vollzumachen. Der Leipzig-Marathon wurde leider wegen so einem kleinen Drecksvirus abgesagt und so bin ich ihn virtuell in meinem Heimatort Steindorf am 26.04 gelaufen – mein erster virtueller Marathon. Nach dem Lockdown war die Hoffnung da, dass es im Herbst vielleicht doch noch mit einem realen Marathon klappt.

Doch das Virus hält die Welt weiter in Atem und so entschied ich mich, einen Herbstmarathon zu laufen. Ursprünglich wollte ich den 3-Länder-Marathon am Bodensee zu laufen. Aber mit drei Grenzübertritten wär da wohl keine gute Laufzeit herausgenommen – wenn ich jedesmal zwei Wochen in Quarantäne müsste. Anfang Juli begann ich mit dem Trainingsplan – ohne konkretes Ziel. Anvisiertes Datum war um den 30. Geburtstag des „Tag der Deutschen Einheit“ am 03.10.2020 – quasi als „Einheitzmarathon“.

Ganz spontan lief ich Alleine mitten in der Vorbereitung am 02.08. den Lech-Marathon – ein landschaftlich sehr schöner Lauf. Nachdem zwischenzeitlich alle großen Herbstmarathons abgesagt worden sind oder nur für die Elite abgehalten werden (komisch, dass ich da noch nicht dabei bin), wird es wohl wieder auf einen virtuellen Marathon „hinauslaufen“. Das Konzept des Köln Marathon fand ich am interessantesten – mit App-Unterstützung und einem tollen Rundum-Paket.

Anmeldung am 27.08.
Sehr schöne Startnummer hab ich auch bekommen

Man muss die Veranstalter auch unterstützen, weil sie uns mit ihren Veranstaltungen die letzten Jahre so tolle Erlebnisse gegeben haben. Sie leiden auch ganz massiv unter den wirtschaftlichen Folgen und bekommen keine Unterstützung vom Staat. Klar, der Marathon an sich ist nicht die gesündeste Lebensform, aber das monatelange Training bis dahin trägt sicher stark zur „Volksgesundheit“ bei. Sagt der ehemalige Kettenraucher.

Trainingsplan

Anfang Juli entschied ich mich für den 12-Wochen-Plan von Andreas Butz mit einer Zielzeit von 3:39. Gut, unter 3:40 Stunden werde ich sicher nicht erreichen, aber vielleicht schaffe ich ja eine neue persönliche Bestzeit (Berlin 2018 mit 3:43:27). Da müsste aber Alles passen und ich nicht wieder zu schnell loslaufen. Dank HomeOffice konnte ich den Trainingsplan gut einhalten *dickes Eigenlob*, wie im Trainingstagebuch nachzulesen ist. Wie gesagt hab ich sogar einen Trainingsmarathon in die Vorbereitung eingebaut, aber generell hatte ich bei den LongRuns erneut meine Probleme. Das lag teilweise auch an dem zu warmen Wetter.

Hotel

Letztes Jahr hatten wir in Köln ein kleines aber feines Hotel direkt in der Nähe des Doms. Das war diesmal anders: sah irgendwie aus wie Zuhause. Nach HomeOffice nun auch HomeHoteling beim Marathon. Am Samstag vor dem Rennen musste ich nicht zum Arbeiten in die Metzgerei – war ja Feiertag. Stattdessen gingen wir mit dem Leihhund Diego am Samstag vormittag Gassi. Es war extrem stürmisch aber noch sehr warm.

Nachmittags setzte der Regen ein. Der Wetterbericht sagte für Sonntag keine Niederschläge und nur leichten Wind voraus. Es sollte aber 10 Grad kälter werden und weitestgehend bewölkt. Für das „richtige“ Köln am Rhein hingegen wurde Regen vorausgesagt. Zumindest in Fake-Köln bestes Läuferwetter und somit die Wahl zwischen Trockenlaufschuhen – Asics DynaFlyte 4 und Saucony Ride Iso 2.

Ready to Rumble

Anreise

Nach einer ungewöhnlich schlechten Nachtruhe (ich musste viermal auf Toilette) riss mich der Wecker um 5:30 Uhr aus dem Schlaf. Hundemüde hab ich erstmal die Katze gefüttert und mein Läuferfrühstück genossen.

Das Früh-Kölsch gibt es erst in der letzten Runde

Noch die Lauf-Verpflegung endgültig herrichten und die Laufklamotten anziehen. Chilli für die Beine – Hirschtalg fürn A… Um 7 Uhr bin ich ins „falsche“ Köln gestartet. Statt ICE letztes Jahr nun mit dem Auto zum Marathon. Dort liegen nämlich keine Bahnschienen. Langsam ging die Sonne auf und bestrahlte den wolkenverhangenen Himmel: da hat man einmal die Kamera nicht dabei.

Das ist mal ein Sonnenaufgang

In Eresried stellte ich bei Bekannten meinen Verpflegungskübel ab. Das ist genau bei km 5 – also wie beim richtigen Marathon.

Blaue Kölsch-Flasche für die letzte Runde

Noch ein kurzer Schnappschuss mit dem Handy und weiter zum Dom von Steindorf. Kurzer Besuch am Grab meines Papas‘ – er hätte bestimmt gesagt, dass ich spinne. Danach ging es zu meinem Elternhaus, um mich endgültig anzuziehen.

Der Kölner Dom hat nur noch einen (Zwiebel)Turm und ist weiss

Sightseeing / Marathonmesse

In Steindorf gibt es leider nicht so viel zu sehen wie im richtigen Köln. Und die Marathonmesse fiel ja auch dort aus – ich denk noch gern ans Vorjahr, als wir zur falschen Messe gefahren sind. Das war eine richtige Torture, aber dank ganz lieben Läuferkollegen sind wir doch noch hingekommen. Dieses Jahr kamen die Unterlagen per Post – mit Finishershirt, Buff, Red Bull, Kölsch Glas und Energieriegel.

Umfangreicher Starter-Karton

Vor dem Rennen

Als ich fertig war, verabschiedete ich mich von meiner Mutter und mein Bruder musste noch ein paar Fotos von mir machen. Den anderen Eimer mit den Wechselklamotten und der Verpflegung hab ich davor noch an unserem Kastanienbaum deponiert.

Jetzt die App starten – mit Handschuhen etwas schwierig. Dummerweise hab ich die Uhr nicht zuvor vorbereitet. Der Countdown zählt gaaaaaanz schnell runter – viel zu schnell, um das Handy noch am Oberarm festzumachen. Also ging es um ca. 8:15 Uhr mit Verspätung vor der Metzgerei los.

Nur noch 42,195 km bis ins Ziel

Der Lauf

„Kölle alaff“ – „auf geht’s“. Nach 200 Metern merkte ich, dass ich die Laufuhr ja auch noch starten muss. In der Hektik hatte ich die extra einprogrammierte Streckenplanung nicht gefunden. Deshalb gab es nur die Stoppuhr. Zunächst zum Radlladen und die Kirchstraße hoch an der Steindorfer Kirche (dem Dom von Steindorf) vorbei Richtung Hausen. In der Playlist kam passend das Marathon-Lied „Spitze vum Dom“ von Björn Heuser.

Kölle alaaf

Es war sehr kalt und ich war froh, dass ich Mütze, Handschuhe und Armlinge anhatte. Sogar das Tempo hatte ich einigermaßen im Griff. Nach einem Kilometer war ich sogar ganz überrascht, dass eine freundliche Frauenstimme mir ins Ohr flüsterte: „Martin, Du hast 1 Kilometer geschafft. Deine Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei … . Mit diesem Tempo kommst Du in voraussichtlich 3:31:08 Stunden ins Ziel“. Also, doch zu schnell. Im Ortsteil Hausen ging es den ekligen Anstieg hoch zum Fussballplatz von Hofhegnenberg. Dann am Schloss vorbei merkte ich schon, dass der Seitenwind Heute ein Problem werden könnte. Der Himmel war wolkenverhangen, aber die Sonne spitzte sich durch kleine Lücken und erleuchtete den Himmel golden.

Es ging erst leicht abschüssig und dann etwas stärker bergab und gleich wieder hoch bis nach Eresried. Die Verpflegung nach 5 km ließ ich gleich ausfallen und so lief ich Richtung Heinrichshofen. Ein Ehepaar beim Nordic Walking elegant überholt – ich kann ja schon freihändig Laufen. Jetzt kam der Wind doch stärker und nach dem Waldstück mit seiner vollen Stärke, die jedoch noch erträglich war. Der Wetterbericht sagte ja steigende Windgeschwindigkeit voraus. Ab Heinrichshofen hatte ich wenigstens etwas Rückenwind. Am Weiher vorbei war nach ca. 54 Minuten die erste Runde absolviert. Irgendwie schaut Köln wie Leipzig aus – von der Streckenführung 2020 her. Die Prognose für die Gesamtzeit lag bei 3:38 Stunden.

Die zweite Runde führte am Feuerwehrhaus vorbei zum Landhandel und wieder Richtung Hausen. Ich war mit dem Tempo noch sehr zufrieden – nicht zu schnell angegangen. In Hausen wurde ich auf dem Weg nach Hofhegnenberg von einem Traktor überholt. Unter normalen Umständen hätte ich ihn links liegen lassen *zwinker*. Weiter hoch zum Schloss Hofhegnenberg (war früher mal Drehort für Forsthaus Falkenau) und nach Eresried.

Kurz vor der Verpflegung hab ich mein erstes Gel genommen und mir gleich eine Flasche mitgenommen. Es lief noch sehr gut, auch wenn ich befürchtet hab, dass die Asics DynaFlyte 4 sich später als falsche Entscheidung für die Laufschuhwahl erweisen könnten. Wieder nach Heinrichshofen und man merkte schon, dass der Wind zugenommen hatte. Ein Bussard jagte Mäuse und ich die Bestzeit.

Am Wald vorbei erst leicht bergab und stetig wieder hoch zum Ortseingang von Heinrichshofen. Von dort ging es wieder über die Landkreisgrenze von Landsberg/Lech in den Landkreis Aichach-Friedberg. Es waren nun über 20 km absolviert und so gönnte ich mir am Verpflegungsstand eine kleine Pause. Die Laufhandschuhe hab ich dagelassen.

Wieder zum Dom wo mir die Kirchgänger entgegenkamen. Da ich es ja wieder nicht großartig publik gemacht habe, waren die doch etwas erstaunt. Am „Dom“ ratschte sogar noch meine Mama und feuerte mich mit den Anderen an. Gibt es doch noch Zuschauer bei der Halbmarathonmarke. Den hab ich in 1:49:57 absolviert, also langsamer als beim Leipzig-Marathon – jedoch noch etwas zu schnell.

Die dritte Runde führte wieder nach Hausen und beim Sportplatz in Hofhegnenberg kam von der B2 kommend Michaela mit dem Auto angefahren. Sie fotografierte mich zum ersten Mal nach dem Hofer Schloss auf dem Weg nach Eresried.

Der Wind hatte weiter zugenommen und wurde langsam zum Problem, da die Motivation mittlerweile kontinuierlich abnahm. Und wieder hoch nach Eresried, wo ich die nächste Trinkflasche mitnahm.

Auf dem Anstieg zum Streithang-Waldstück überholte mich mein Bruder mit seinem M3 – hätte ich natürlich in der ersten Runde noch locker mithalten können. Er parkte am Waldrand und wollte mich fotografieren. Just in dem Moment kam mir ein großer Traktor entgegen und verdeckte mich.

I’m on the Highway to Hell

Nach dem Waldstück wieder Gegenwind bis Heinrichshofen. Ich musste schon richtig dagegen ankämpfen. Endlich wieder auf dem Weg nach Steindorf und so konnte ich mich vom Rückenwind etwas anschieben lassen. Die Sonne kam auch durch und mir wurde sogar richtig warm. In Steindorf angekommen lief ich am Weiher entlang wieder zur Verpflegungsstelle. Hier tauschte ich die Mütze und den Buff gegen trockene Kleidung aus. Die Armlinge behielt ich lieber noch an. Die prognostizierte Zeit war mittlerweile bei 3:44 Stunden. Adieu Bestzeit.

Die letzte Runde beginnt wieder am Feuerwehrhaus vorbei und dann Richtung Hausen. Kurz zur Verkäuferin Leni rüberschreien, die total überrascht war. Langsam kenn ich jeden Grashalm der Strecke. Kurz mal gehen und wieder laufen. Am Anstieg nach Hofhegnenberg musste ich auch gleich wieder gehen. Das wird ja super – die Beine waren noch willig, aber der Kopf spielt nicht mehr mit. Wieder loslaufen, da Michaela mit der Kamera da war. Die Armlinge hab in ihren Kofferraum gelegt.

Durch den kalten Wind auf dem nassgeschwitzten Shirt bekam ich Bauchweh. Aber es hilft ja nix – Krönchen richten und weiter. Ein letztes Mal am Schloss vorbei und dort merkte ich, dass der Wind ziemlich böig wurde.

Nach dem Fotoshooting am Schloss fuhr Michaela ein kleines Stück weiter und ich sah sie schon am nächsten Stop. Dummerweise waren Spaziergänger genau im Bild, als ich an ihr vorbeilief. Wieder steil runter und hoch nach Eresried.

An der Verpflegung griff ich nach der letzten Flasche – mit echt Früh‘ Kölsch. Das hatte mir letztes Jahr schon den Lauf gerettet, als ich fix und fertig war. Ein letztes Mal bei starkem Wind hoch zum Wald. Am Freitag bin ich die Strecke nochmal abgefahren – da war parallel zur Strasse noch der Mais meterhoch gestanden und hätte sicher den Wind zurückgehalten.

Am Ende des Waldstücks genau an der Landkreisgrenze „Aichach/Friedberg vs. Landsberg/Lech“ kam nicht der berühmt-berüchtigte „Mann mit dem Hammer“ sondern: die Mauer. Der Wind kam gewaltig und genau von vorne. Da zahlt es sich als Läufer wenigstens einmal aus, wenn man ein paar Kilo zu viel auf den Rippen hat, indem man nicht so leicht weggeweht wird.

Ich hatte keine Lust mehr und ging ein paar hundert Meter. Am Holzstapel sah ich Michaela auf mich wartend. Also wieder loslaufen und eine gute Miene zum ganz bösen Spiel machen. Als sie mich mit dem Auto überholt hatte, ging ich sofort wieder ins Gehen über. Die Zeit war mir mittlerweile vollkommen egal und die immer noch freundliche Stimme sagte eine Endzeit von 3:53 Stunden voraus.

Auf dem Weg nach Steindorf genoss ich den Rückenwind, der kräftig anschob. Am Landkreisschild hatten Rowdies einen Aufkleber vom FC Bayern aufgeklebt, welchen ich kurz abzukratzen versuchte. Sowas beim Köln-Marathon *kopfschüttel*. Trotz zweier kleinerer Gehpausen gab ich nochmal Alles, um wenigstens unter 4 Stunden zu bleiben. Am Ortseingang fotografierte mich Michaela noch ein letztes Mal. Ihr war so langweilig, dass sie sogar das Ortsschild zigfach fotografierte.

Und am Weiher kam die Anfeuerungsdurchsage von Tom Bartels – nur noch 500 Meter zum Dom. Vor unserem Haus stand meine Mama und feuerte mich an. Ohne Stop lief ich noch zum Radlladen und wieder in die Kirchstraße. Punktgenau am Steindorfer Dom kam die Durchsage, dass ich den virtuellen Köln-Marathon erfolgreich in 3:54:31 Stunden absolviert habe. Ich machte gleich ein paar Selfies (DJ Wurstfinger hält den Finger vor der Linse).

Der Dom ist das Ziel

Da die Laufuhr noch knapp unter 42 km war lief ich weiter zum Pfarrhof und Feuerwehrhaus. Zweiter Zielstrich war die frisch für mich gekehrte Straße unterm Kastanienbaum – gut in Frankfurt bekommt man einen roten Teppich ausgelegt.

Michaela, Mama, Christian und der Nachbarshund Jimmy empfingen mich und Michaela überreichte mir die Köln-Marathon-Medaille.

Marathon No. 15 ist geschafft und somit hab ich in diesem Sch…-Jahr 2020 in jedem Quartal einen Marathon absolviert. Quartals(s/l)äufer. Jetzt ist Schluss (für dieses Jahr) – vielleicht *zwinker*.

Da es der 15. Marathon war, gibt es diesmal noch eine Zusatzmedaille (war eigentlich die Medaille vom letzten Halbmarathon) als Belohnung. Genau 5 Jahre und 1 Woche nach dem Marathon-Debüt.

Zum 15. Jubiläums-Marathon gibt es gleich zwei Medaillen

Nach dem Rennen

Die Organisation dieses virtuellen Marathon war erstklassig. Vor allem die App-Unterstützung mit Kilometeransagen war sehr motivierend. Gut, die Playlist war nicht so mein Geschmack – etwas rockiger und mit noch mehr Kölner Musik wär besser gewesen. Und nach ca. 3 Stunden kamen die gleichen Lieder nochmal. Richtig cool wäre eine gelegentliche Platzierungsansage, aber das ginge nur bei gleicher Startzeit für Alle. Meine Befürchtung, dass der Akku nicht durchhält, war auch unbegründet oder dass ich in Funklöchern das D1-Netz verliere. Ich hatte sogar die Corona-Warn-App laufen gelassen. Auch der Live-Stream am Abend auf Instagram, für das ich mich extra für dieses Event wieder angemeldet habe, war super. Insgesamt waren auf den drei Streckenlängen 10km, HM und Marathon über 3000 Läufer unterwegs. Glückwunsch an die virtuellen Mitläufer.

Ich bin total glücklich, da ich unverletzt ins Ziel gekommen bin. Die Zeit geht auch voll in Ordnung – es waren heute ja 366 Höhenmeter statt dem sehr flachen Stadtkurs in Köln. Mit mehr Zuschauern am Rand hätte ich die 3:50:33 von 2019 auch geschafft.

Nach der wohltuenden Dusche kochte meine Mama auch einen bayerischen Sauerbraten mit Spätzle – da ich letztes Jahr beim richtigen Köln-Marathon nicht zum Original-Rheinischen Sauerbraten gekommen bin.

Kölsch Sauerbraten – lecker

Hochdekoriert vor dem Dom (an der Domplatte) *zwinker*

Der Tag danach

Der Muskelkater hielt sich in Grenzen und ich versuchte am Montag im HomeOffice so wenig Treppen wie möglich zu steigen. Die Höhenmeter machen sich schon noch bemerkbar. Der Körper hat jetzt Erholung verdient – zumindest im Oktober. Da Michaela heute Geburtstag hat sind wir am Abend noch lecker zum Essen gefahren in den Emmeringer Hof.

Medaille

Wieder eine schöne nachhaltige Holz-Medaille
Die German Major 5 hab ich alle erfolgreich absolviert
Mein Schatz – der Marathon wird ihn knechten

Strecke

4Blocks

Streckenvideo

Das Rennen könnt Ihr hier nachlaufen.

Laufauswertung

Die virtuelle Marathonstrecke haben 243 Männer und 61 Frauen erfolgreich gefinished. Bei den Männern hab ich mit meiner Zeit von 3:54:31 ca. Platz 69 erzielt *stolz*.

Urkunde

Glücklicherweise haben sie die Dauer der 2. Hälfte mit knapp 2:05 nicht hingeschrieben 😉

Finisher-Shirt

Kommt gut und gesund durch den Corona-Herbst und -Winter, damit wir dieses fiese Virus in Zaum halten können und unter anderem möglichst bald wieder richtige Laufveranstaltungen stattfinden können. Haltet Euch weiter an die AHA-Regeln – Ihr tut es nicht nur für Euch, sondern für Eure Mitmenschen. Oder wollt Ihr Gegenmenschen im Stile von Donald Trump sein?

Euer Martin

29.08.2020: Marathon Germany 2020

Da leider auch der traditionelle Friedberger Halbmarathon dieses Jahr abgesagt wurde, brauchte ich einen Ersatz-Halbmarathon. Da bot sich vom Termin der „Marathon Germany 2020“ an, der offiziell am 30.08.2020 zwischen 4.00 und 20.00 Uhr virtuell ausgetragen wird. Im Laufe der Woche kamen die Startunterlagen (Medaille, T-Shirt, Startnummer) per Post. In der Email war jedoch der Starttermin für den Lauf „aufgeweicht“ – man konnte zwischen dem 29.08. und dem 31.08. laufen.

Da ich am Samstag nicht in die Metzgerei musste und das Wetter für den Sonntag noch schlimmer werden sollte, hab ich am Samstag früh eine kurze Regenpause genutzt. Wenigstens anfangs sollte es einigermaßen trocken sein. Die GoreTex-Schuhe hab ich gleich nach dem Aufstehen nochmal imprägniert.

Dann ein anständiges Läuferfrühstück und danach richtete ich die Laufklamotten her.

Porridge und Läuferkaffee

Ich wollte so um 9 Uhr starten und die gleiche Strecke laufen wie beim ersten virtuellen Halbmarathon anlässlich des CoRUNa-Laufes. Damals war ich 17 Sekunden über der 1:45 Stunden geblieben. Ursprünglich wollte ich diese Grenze brechen, aber wegen dem Wetter hab ich das Ziel kurzfristig auf „Unter 1:50“ geändert.

Noch ein kurzes Fotoshooting (bei Gegenlicht) im Wohnzimmer – wenigstens reflektieren tut alles 😉

Dann bin ich zum Start bei der Fußgängerbrücke gemütlich gegangen. Noch ein paar Selfies und bei niederschlagsfreiem Wetter konnte ich starten.

Mit kleinem Geschwindigkeitsvorteil ging es los zum Fliegerhorst. Da ja mit Regen zu rechnen war, bin ich mit den schweren Mizuno Wave Rider GTX gelaufen. Die sind mit über 600 km eigentlich schon ausgemustert und deshalb bin ich sie in letzter Zeit gar nicht mehr gelaufen.

Die ersten Kilometer gingen überraschend gut mit knapp unter 5 min./km. Auf dem Feldweg entlang des Fliegerhorst‘ waren die Pfützen auch noch gut händelbar, so dass ich nicht durch diese laufen musste. Am Flüchtlingsheim vorbei bin ich dann direkt auf dem Radweg gelaufen, sonst lauf ich ja immer beim Luftwaffenehrenmal vorbei. Im Gewerbegebiet „Hasenheide“ war um diese Zeit noch nicht zu viel los und so konnte ich ohne anhalten zu müssen die Strasse queren. Weiter beim Renault-Händler und am Getränkegrosshändler vorbei zur „Alten Brucker Strasse“. Hier hatte ich ziemlich Gegenwind und es war mit 14 Grad sehr kühl – nach der Hitzeperiode in letzter Zeit.

Nun ging es weiter nach Maisach und die Pace war weiterhin sehr gut und ständig unter 5 Minuten. In Maisach dann auf dem Bahnhofsparkplatz und weiter auf der „Aufkirchner Strasse“ zum Ortseingang. Dann quer durch Maisach – an der Realschule vorbei bis zum Kreisverkehr bei meinem Renault-Händler. Nach 49:15 Minuten war die 10-km-Marke erreicht.

Danach mit leichtem Rückenwind die lange gerade Strecke nach Überacker. Mir begegnete sogar eine Joggerin und ich nahm meinen ersten Gel-Chip zu mir. Langsam merkte ich, wie die Kraft nachlässt. Die Kilometerzeiten begannen nun auch mit einer 5. Im Vergleich zum CoRUNa-Halbmarathon lag ich knapp 1 Minute über der Zeit und die prognostizierte Endzeit schwankte um die 1:45 Stunden.

In Überacker dann Richtung Fussmoos, erst noch auf Teerstrasse dann auf dem Feldweg. Da es immer noch nicht regnete, war die Strecke sehr gut zu laufen. Aber der Gegenwind nahm wieder zu. Auf der Rinderkoppel waren alle Parkplätze belegt – wahrscheinlich war heute wieder Jagdzeit. Glücklicherweise hatte ich die blauen Klamotten an – nicht dass ich mit einem Hirsch verwechselt werde.

Die Strecke im LiveTrack

Weiter ging es bis zur Hundestation „RunDog“. Man sah zwar auf dem Asphalt ein paar Regentropfen, aber ich spührte noch nix von oben. Ich war zwar platschnass, aber das kam vom Schweiß. Nach der Kehre führte der Weg wieder auf Feldwegen zum Waldsee (wo bei dem Wetter natürlich Keiner war). Diese waren von dem Dauerregen vergangene Nacht sehr stark aufgeweicht und es waren enorm viele Nacktschnecken unterwegs.

Am Waldsee vorbei bei leichtem Rückenwind den Feldweg entlang bis zum Feldkreuz. Mittlerweile war die vorhergesagte Endzeit auf knapp 1:47 gestiegen und auch die Lust war verflogen. Da es aber von Oben trocken blieb, wollte ich nicht aufgeben. Richtigerweise hätte ich jetzt das Gel oder den Gel-Chip nehmen müssen, aber ich hab darauf verzichtet. Wieder Richtung Maisach auf dem Radlweg und nun wieder hoch auf die Brücke. Langsam tut alles weh.

Nachdem ich mich hochgekämpft hatte ging es dann angenehmer wieder herunter und am Restaurant „Essraum“ vorbei hatte ich den 20. Kilometer geschafft. Noch etwas mehr als 1 km und die Zeit war bei knapp 1:41 Stunden. Das wird nix mehr mit 1:45 heute. So bin ich dann noch den letzten Kilometer weitergelaufen und am Feld in der Sommerstraße war der Halbmarathon geschafft. Fertig. Platschnass – obwohl es trocken geblieben ist.

Als ich daheim angekommen bin, öffnete mir Michaela schon die Tür und überreichte mir die Medaille.

Nass(geschwitzt)

Das ist nicht die Medaille, die es eigentlich für diesen Virtuellen Halbmarathon gibt. Die spar ich mir auf – für den nächsten virtuellen Marathon voraussichtlich am 4.10.2020.

Nicht die Original-Medaille
Belohnung – nur die kleine Packung, weil ja nur ein Halbmarathon
Vor der Hall Of Fame
Permanent Zweitschnellste Zeit mit der Forerunner 945 – da kommt nur Platz 2 raus 😉

Die Strecke zum „nachlaufen„.

Marathon No. 14: 1. Marathon am Lech – free&solo

„Hätte dieser alte Grieche nicht schon nach 20 Kilometern tot umfallen können?“ (Frank Shorter, Marathon-Olympiasieger 1972)

Anmeldung

In der Zeitung fand ich Ende Mai einen interessanten Artikel von Andreas Greppmeir über den vom Team Tomj entworfenen ersten Marathon am Lech, der nicht als Wettbewerb ausgeführt wird. Jeder kann – den Corona-Regeln entsprechend – den Marathon alleine nachlaufen und für die Finisher gibt es eine schöne Lech-Kieselstein-Medaille.

Quelle: https://www.team-tomj.de/challenge/lechmarathon2020_free-solo.htm

Ich bin ja in der Nähe des Lech aufgewachsen und der Marathon führt in meine Geburtsstadt Augsburg, wo ich immer schon mal einen Marathon laufen wollte. Somit Blut geleckt und das Team angeschrieben. Prompt kam von Bernie Manhard, der auch sehr viel auf Marathon4You schreibt, der GPX-Track mit dem genauen Streckenverlauf.

Quelle: Bernie Manhard

Ich wollte den Marathon im Rahmen der Vorbereitung für den letzten Marathon des Jahres 2020 bereits Anfang August laufen. Wenn schon die olympischen Spiele verschoben werden, braucht der Martin halt Ersatz.

Trainingsplan

Wie schon geschrieben sollte es nur ein Vorbereitungslauf werden. Da ich bei den drei bisherigen LongRuns im Rahmen der Herbstmarathon-Vorbereitung doch so meine Probleme hatte, war ich mir nicht ganz sicher, ob ich es schaffen würde. Auch waren die Tage vor dem Lauf mit Temperaturen über 30 Grad extrem heiß und ab Samstag Abend soll es stark regnen. Ich hatte die letzten Tage drei Wetter-Apps im Blick – täglich mit wechselnden Prognosen (setzen die immer noch Frösche ein?). Von Kein-Regen bis Dauerregen war alles dabei. Aber nicht mehr so heiß wie die Tage davor.

Hotel

Im „Hotelzimmer“ Zuhause war es wegen der Bullenhitze extrem heiß und ich konnte trotz offenem Fenster ewig nicht einschlafen. Wir sind zwar um kurz nach 22 Uhr ins Bett – wach war ich jedoch bis kurz nach Mitternacht. Dann ging es doch noch, aber um 5:15 schellte der Wecker gnadenlos. Und das am Sonntag. Kurz Anziehen und Frühstück. Eine Semmel mit Wurst und Käse – Gruss an die veganen Läufer. Langsam trudelt auch die Katze Lucky zum Frühstück ein. Noch schnell den Rest einpacken und die Schuhe imprägnieren – die ersten 3 Stunden soll es trocken bleiben, danach stärkerer Regen. Wer glaubt schon dem Wetterbericht?!?

Anreise

Die Anreise gestaltete sich am Sonntag sehr gut, auch wenn es auf der Strecke eine Sperrung der B2 bei Mering gab. Also in Merching runter von der B2 und über den Mandichosee, wo ich meine Verpflegung für die zweite Rennhälfte im Gebüsch versteckte (hab aber brav meinen Namen draufgeschrieben). Dann ging es direkt nach Kissing zum Parkplatz am Weitmannsee. Dort kam ich um 7:10 Uhr an. Schnell noch ein paar Nachrichten schicken, dass der Start um 7:30 Uhr erfolgt. Danach den Rest herrichten und die Laufsachen anziehen. Noch ein kleines Foto mit der Marathon-Quietscheente und auf gehts zum Start am Restaurant.

Wenn die Freundin schon nicht dabei ist

Sightseeing/Marathonmesse

Die Gegend am Lech kenn ich aus meiner Kindheit und der Mountainbike-Zeit sehr gut. Mein Vater hat immer erzählt, dass er in seiner Kindheit, als es noch keine Staustufen gab mit einem Freund auf der Fähre auf die andere Seite des Lech übersetzte. Da sie kein Geld dabei hatten, sagten sie dem Fährmann, dass sie auf dem Rückweg bezahlen. Sie mussten dann einen großen Umweg radeln, um auf einer der damals wenigen Brücken zurückzukommen.

Vor dem Rennen

Da ich die Streckenkarte nicht ausgedruckt mitschleppen wollte, hab ich die GPX-Karte auf die Uhr geladen. Das war gar nicht so einfach, weil Garmin letzte Woche wegen einem Hacker-Angriff nicht mehr verfügbar war. Am Donnerstag funktionierte es doch noch rechtzeitig. Beim letzten Lauf am Donnerstag testete ich die Navifunktion mal. Ich bin ja eher ein Orientierungsloser, der sich gerne verläuft. Wenns blöd kommt, werd ich am Sonntag bis Füssen laufen, weil ich an der Staustufe Prittriching vorbeilaufe. *zwincker*

Der Lauf

Start an der Hinweistafel

Am Weitmannsee-Ufer begann ich um 7:30 Uhr das Rennen. Leider merkte ich erst später, dass ich nur das Navi gestartet hatte und die Laufuhr nicht. Zunächst führte die Strecke direkt zum Lech und flussaufwärts an den kleineren Lechwehren zur Lechstaustufe 23 am Mandichosee.

Es war sehr windig und sogar mit 20 Grad angenehm kühl. Gutes Läufer-Wetter und trotz starker Bewölkung war es trocken. Man sah auch, dass es etwas geregnet hatte, aber nicht sehr viel. Auch die kleinen Trails direkt am Lech waren nicht sehr batzig.

Vor der Staustufe die Strasse nach Königsbrunn überqueren und hoch zum Staudamm. An der Dammkrone ging es zum Kiosk. Die Wellen waren ziemlich stark und der Wind sorgte für beste Bedingungen für die Wakeboarder. Der Kiosk an der Segelschule hatte noch geschlossen, aber am Ufer sah ich ein Pärchen im Wasser. Brrrrrrh.

Die Strecke wechselte dann auf kleinere Singletrails, die wir als Kinder mit dem BMX-Rad immer auf-und-ab gefahren sind. Nach km 7 sah ich die Staustufe Unterbergen und konnte auch unsere Verkäuferin Elisabeth mit ihrem Mann Josef erkennen. Sie fotografierten mich und brachten Wasser mit.

Weiter gehts nach Prittriching erstmal an den Fischtreppen vorbei.

Auf einem schmalen Weg sah ich eine Frau, die mit ihrem Hund Gassi ging. Gottseidank hörte sie mich und brachte den grossen Hund unter Kontrolle. Ich sagte zu ihm, dass ich nicht der Postbote bin. Dann wieder direkt am Lech weiter, doch an einer Abzweigung nahm ich den falschen Weg. Als die Uhr die Streckenabweichung anzeigte, dachte ich, dass sicher gleich eine Möglichkeit kommt, um wieder auf die Originalstrecke zu kommen. Falsch gedacht – so musste ich durch sehr hohes, nasses Gras laufen und wär ein paarmal fast hingefallen. Ich kam mir wie Rambo vor.

Dann kam ich doch noch an der Staustufe Prittriching an, wo Meli und Christian mit den Zwillingen warteten. Sie glaubten, dass ich auf dem normalen Weg komme, aber Navi-Genie Martin kommt direkt aus dem Gebüsch. Kurze Pause und dann noch ein kleines Fotoshooting mit den Zwillingen am Staudamm. Unten kamen Elisabeth und Josef auch mit dem Radel an. Sie waren den richtigen Weg gefahren.

Marathoni-Twins

Josef zeigte mir gleich, in welche Richtung ich zum Fohlenhof laufen muss. Durch das Naturschutzgebiet ging es ca 3 km zum Fohlenhof, wo mich die Beiden gleich nochmal überholten.

Endlich mal ein kurzes Stück Teerstrasse zum Unterbergener Auensee. Überraschenderweise beginnt mein Heimatlandkreis auf der westlichen Lech-Seite. Am Lochbach warteten Elisabeth und Josef wieder auf mich und schossen gleich noch ein paar Fotos.

Ich trank noch einen Schluck und lief dann am Lochbach entlang durch die Fohlenau. Ganz tolle Strecke. Es waren einige Radler (meist mit E-Bike) unterwegs und ich bin auf diesem sehr schönen Streckenabschnitt zurück zur Lechstaustufe 23 gelaufen. Ich war mit ca. 5:28 Minuten/km trotz Pausen noch sehr gut unterwegs. Vielleicht klappt es ja doch, unter 4 Stunden zu laufen. Doch meist breche ich ja im letzten Viertel des Marathons ein.

Da ich nicht direkt am Lech sondern am parallel verlaufenden Lochbach lief, bin ich am Stausee die Treppen hoch zur Dammkrone und nach ca. 500 Meter wieder runter. Hätte ich mir zwar sparen können, aber ich wollte oben noch ein paar Bilder machen.

Wieder über die Strasse und die versteckte Verpflegung aus dem Gebüsch holen. Kurz die Sachen umpacken und die Gel-Chips rausnehmen. Die Uhr zeigte an, dass ich nun 9,87 km bis zur nächsten Abzweigung (wahrscheinlich am Hochablass in Augsburg) muss. Der Halbmarathon war in knapp 1:55 Stunden geschafft. Die Strecke war angenehm zu laufen, aber es war schon etwas eintönig. Vielleicht hätte ich direkter am Lech laufen müssen. Vorbei an den 6 Landwehren, die im Abstand von ca 1 km waren.

Langsam kommen auch die Sonntagsjogger entgegen. Bernie hatte mir am Freitag geschrieben, dass eine Triathletin am Sonntag ebenfalls den Marathon laufen wollte. Sie startete aber am Mandichosee und früher. Nach ca 29 km machte ich eine kurze Gehpause, um einen Riegel zu essen und etwas zu trinken. Wieder losrennen und endlich war der Hochablass erreicht. Es wurden immer mehr Jogger.

Leider konnte man wegen der Bauarbeiten nicht direkt an der Kanustrecke von 1972 laufen. Der Umweg führte zur Hochzoller Lechbrücke. Plötzlich spürte ich die ersten Tropfen. Am Lech entlang ging es bis zum Osramsteg. Ich hörte, wie es stärker regnete, war aber durch die dichten Bäume noch gut geschützt. An der nördlichsten Stelle der Strecke zurück auf die andere Seite des Lech. Es kübelte und innerhalb kürzester Zeit waren die Schuhe platschnass.

34 km waren geschafft und ich musste wieder ein paar Meter gehen. Dann lief ich zum Haus von meinem Arbeitskollegen Thomas, der mir eine Schlussverpflegung bereitstellte.

Ich würd mich doch Nie verlaufen

Auf einer Parkbank hab ich dann die Getränke getrunken und mir die Regenjacke angezogen.

Weiter gehts bei strömendem Regen unter der Hochzoller Lechbrücke hoch zum Hochablass. Weiter zwischen Kuhsee und Lech Richtung Kissing. Ein Junge läuft hinter mir, was mich anspornte. Aber er bog dann zum Kuhsee ab und ich war wieder alleine. Irgendwie war die Luft raus und ich bin immer wieder etwas gegangen. Die Uhr zeigte noch 6 km an und ich sah das Ziel Sub4 nicht mehr für realistisch.

Wieder an den Lechwehren vorbei und 2 km direkt auf dem Trail durch die Pfützen. Endlich in Kissing weg vom Lech zum Parkplatz und da, wo vor 4:14 Stunden das Rennen begann, endlich im Ziel angekommen. Es waren aber auch 43,69 km und somit mein bisher allerlängster Lauf. Und somit der zweite „Geistermarathon“.

Glücklich und zufrieden gab ich bei Michaela und meiner Familie Entwarnung. Nach kurzer Zeit kam dann Bernie und überreichte mir die schöne Medaille. Nummer 14 ist aus Stein – passend für einen „Steindorfer“.

Und ich bin der zwölfte erfolgreiche Finisher des wirklich sehr schönen „Marathon am Lech – free/solo“. Danke an die Organisatoren für die tolle Strecke und an Bernie für die einzigartige Medaille.

https://www.team-tomj.de/challenge/lechmarathon2020_free-solo.htm

Nach dem Rennen

Ich ging dann kurz zum Auto und zog mir trockene Sachen an. Danach haben Bernie und ich noch einen kleinen Einkehrschwung beim Restaurant am Weitmannsee gemacht. Das Bier war wohlverdient – er hatte am Samstag zusammen mit seiner Gruppe eine Ammerseeumrundung gemacht: Bei der Hitze. Wahnsinn. Wir haben uns noch sehr gut unterhalten. Er ist im Club100, hat also mehr als 100 Marathons. Da bin ich noch weit weg – und heute auch nicht nähergekommen. Weil der Lauf dafür nicht zählt. Da werde ich als Schwer-Athlet eh nicht mehr hinkommen, aber das ist auch nicht mein Ziel.

Letzte Packung vom Johannesthermen-Marathon: „Ich brauch Nachschub“

Der Tag danach

Muuuuuuuuskelkater – ansonsten alles OK *grins*

Medaille

Hall of Fame

Strecke

Streckenvideo

Die Strecke zum „nachfliegen

Laufauswertung

Urkunde

Finisher-Shirt

Es gab leider kein Finisher-Shirt, deshalb hab ich das unverdient bekommene Finisher-Shirt von Valencia kurzerhand „umdeklariert“. Vielleicht entspringt der Lech unterirdisch in Valencia (Spanien).

21.06.2020: CoRUNa – Halbmarathon

Als vor ein paar Wochen die Ausschreibung zum CoRUNa reinkam, war ich v.a. wegen des Gewinnspiels gleich infiziert – nein, (noch) nicht von Corona. Veranstalter ist der Marathonreisen-Anbieter interAir und der Lauf war als virtueller Lauf (auch mit Rad oder Pferd) mit beliebiger Strecke ausgeschrieben.

Da ich ja schon einen Virtuellen Marathon absolviert habe, sollte es diesmal ein Halbmarathon werden. So richtig im Training bin ich momentan zwar nicht, aber vielleicht klappt es mit einer Zielzeit von 1:45 Stunden.

Letzten Sonntag fand bereits eine interessante Video-Veranstaltung mit zahlreichen (Ex)-Läufern statt, die von ihren Trainings während der Corona-Pandemie berichteten. Ich fand es sehr interessant, dass alle mehr oder weniger ähnliche Probleme haben. Die Startnummer und das Supporter-Armband kam kurz vorher per Post.

Die Strecke „designte“ ich aus meinen zwei Hausrunden, um auf die 21,1 km zu kommen. Mit der anvisierten Zielzeit von 1:45 Stunden kam ich auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 4:59 min/km – d.h. 12 km/h. Ohne Intervalltraining oder richtige LongRuns schon ziemlich ambitioniert. Doch es geht ja nicht um die Zeit, sondern die Firma und Community zu unterstützen: Wir lassen uns von dem Covid-19 nicht unterkriegen!!!

Um kurz nach halb Neun sind Michaela und ich los zum Startpunkt auf der Fussgänger-Brücke zum Fliegerhorst. Noch ein kurzes Fotoshooting.

Und dann geht’s bei strahlendem Sonnenschein los. Die ersten Kilometer natürlich wieder zu schnell angegangen – Business as usual. Bis Fürstenfeldbruck hatte ich noch etwas Gegenwind, aber es war OK. Dann hinter zum Industriegebiet Hasenheide. An dem Haus, an dem es sonst immer am Montag Abend „Zwiebelrostbraten“ gibt, roch es auch heute schon danach. Lecker – aber ich hab noch 15 km vor mir. Hunger!!!

Die Pace war konstant unter 4:59 und mit diesem Tempo lief ich weiter auf der „Alten Brucker Strasse“ nach Maisach. Trotz des schönen Wetters waren nur vereinzelt Leute unterwegs – vielleicht war es noch zu früh und die E-Bikes noch nicht voll geladen.

Es fühlte sich noch ganz gut an, als ich am Maisacher Sportplatz ankam und dann in die Ortsmitte lief. Dort dann weiter bis zum Ortsausgang und zur Realschule. 10 km nach knapp 49 Minuten.

Am Kreisverkehr nach Überacker nahm ich eine kleine Abkürzung, um dem Mann mit den zwei Hunden auf dem Gehweg auszuweichen. Dann lief ich Richtung Überacker, was mit der langen Geraden schon ziemlich nervig ist. In Überacker gleich Richtung „Fussmoos“. Am Ortsausgang traf sich wieder der Hundefreunde-Verein.

Als die Teerstrasse endete und ich auf dem Feldweg lief, überholte mich eine Gruppe Mountainbiker und kurz darauf kam ich am Waldstück an. Herrlich hier zu laufen, auch weil keine Leute unterwegs waren. Den Buff zum Hochziehen (wenn mir Jemand zu nahe kommt) hätte ich mir Heute sparen können, aber er hielt den „Fahrtwind“ wenigstens zurück.

Die Strecke

An der Weide hab ich heute leider keine Rinder gesehen. Noch 6 km und am ehemaligen Restaurant „Fussmoosalm“ vorbei (legendär die Schnitzel-Tage dort *heul*) lief ich wieder auf der Teerstrasse.

An der RunDog-Ranch bog ich dann Richtung Waldsee ab. Man merkte schnell, dass es gestern noch stark geregnet hatte – ziemlich matschig, v.a. durch die Hufeisen der Pferde. Endlich am Waldsee angekommen und es sind nur noch 4 km – aber es wird hart werden. Da ich bis jetzt nichts gegessen oder getrunken hab, waren die Reserven schon aufgebraucht. Na gut, ich hab da noch ein riesiges Fettdepot auf der Hüfte, das aber komischerweise nie angegriffen wird.

Aber nun, 3 km vor dem Ziel, brauch ich auch nix mehr essen. Kostet auch nur Zeit und mit den 1:45 wird es sehr knapp. Da darf kein großer Ausreißer nach oben mehr kommen. Ich hatte auch noch die Bahnüberführung vor mir. Am Erdbeerfeld wehte mir ein leckerer Erdbeer-Duft um die Nase.

Die Bahnüberführung konnte ich nur noch moderat hochlaufen. So musste ich halt schneller runter laufen, was auch ganz gut klappte. Am kleinen See angekommen, war es noch etwas mehr als 1 km. Ich muss also das Ziel etwas nach hinten legen und die komplette Maisacher Straße laufen.

Die Uhr tickte gnadenlos runter – ich versuchte die Sub-5er Pace wieder zu erreichen. Es war sehr hart und dann vibrierte die Uhr: 1:45 abgelaufen. Nach 1:45:17 war ich im virtuellen Ziel. Schade, dass es knapp nicht geklappt hat. Aber ich hab Alles gegeben und auf meinen ersten „Virtuellen Halbmarathon“ bin ich Stolz.

Belohnung – nur die kleine Packung (war ja auch ein Halbmarathon)