08.12.2018: Nikolauslauf München

Um die wettkampflose Zeit zu überbrücken, nehme ich erstmals an der diesjährigen Winterlaufserie in München Teil. Meine Kollegen Martin C. und Stefan wollten auch mitmachen. So ist unser Team wieder gemeinsam am Start, nachdem wir dieses Jahr beim Firmenlauf am Olympiagelände „im Regen stehengelassen wurden“ (weil das Rennen wegen starkem Gewitter aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden musste). Auch für den Samstag waren die Prognosen ziemlich schlecht: von Starkregen bis Sturm mit 70km/h-Böen war alles dabei.

Heute zweimal zu absolvieren

Am Sonntag erstmal das gewohnte Warmup in der Metzgerei mit 9000 Schritten und Leberkäsdoping und RoteBeete-Saft. Um kurz vor Zwölf hab ich dann früher Feierabend machen können. Das Wetter in Steindorf war relativ schön (vom Wind abgesehen), aber langsam zogen sich dunkle Wolken auf. Zuhause dann erstmal umziehen, die Schuhe gegen die Regentropfen imprägnieren und noch einen Lebkuchen als Aperitif. Kurz nach 13 Uhr ging es mit dem Auto zum Olympiastadion. Da in der Allianz Arena der „Zweitliga“-Klassiker FCB gegen FCN stattfand, war auf den Straßen ziemlich viel los. Wir wollten uns um 14 Uhr treffen, aber dann floss der Verkehr wieder und ich war pünktlich.

Leider führt die Strecke nicht durchs Marathontor

Am Parkplatz nochmal kurz den Regenradar gechecked, der nur ganz leichten Regen vorhersagte. Somit war die Wahl gefallen für die „Saucony Kinvara 9“ statt der Regenbereifung „Mizuno Wave Rider 20 GTX“. Tasche packen und los am Großen Marathontor vorbei zur VIP-Halle. Ich war nicht allein – laaaaaange Schlangen bei der Startnummernausgabe. Was war meine Startnummer nochmal? Martin hat sie mir doch gestern geschickt – ähh 394. Also nochmal die Schlange wechseln. Es gab sogar eine schöne Winterlaufserie-Mütze als Geschenk. 

Damit der Kopf warm bleibt.

Da meine beiden Laufbuddys von der U-Bahn kamen, zog ich mir meine Laufklamotten an und brachte die Startnummer auf dem Laufshirt an. Noch kurz alles zusammenpacken und da sah ich die Beiden dann am Ende der Schlange. Leider ist die Startnummernausgabe an der engsten Stelle der Halle und so ist es ein quirliges Durcheinander. Meinen Geldbeutel und das Handy hab ich dann bei den Wertsachen abgegeben. Eine Frau sagte, sie will nur ihren Auto Schlüssel abgeben – daraufhin ich: „Den lass ich in der Tasche – ist ja ein Diesel“.

Dreamteam: Stefan D. – Martin C. – Martin G. (von links)

Nun hatten die Beiden auch ihre Startunterlagen und wir bereiteten uns schon mal auf das Rennen vor. Martin C. ist für Stefan und mich eh zu schnell und da einigten wir uns auf 47 Minuten als Zielzeit. Da das Wetter schon sehr böig war, hatte ich keine Ahnung, ob das klappen könnte. Meine Bestleistung auf 10km lag bei 45:31 beim Silvesterlauf 2017. Nochmal kurz auf die Pippibox und dann kurz vor 15 Uhr sind wir dann ins Freie – es war stürmisch aber trocken. In der Menschenmenge konnte man sich auch gut vor dem Wind verstecken. Als Vorprogramm waren noch Goaßlschnalzer auf dem Vorplatz – „Shades of Grey“ auf Boarisch. 

Gleich geht es los und wir wünschten uns noch gegenseitig einen guten Lauf. Martin war sofort weg und Stefan und ich konnten trotz der großen Läuferschar immer Blickkontakt halten. Erstmal die Parkharfe hoch und dann ging es wieder in den Olympiapark, zum Coubertainplatz über den Mittleren Ring am neuen Olympiaattentat-Denkmal vorbei leicht abschüssig zur BMW-Welt. Bis hier war gefühlt eher Rückenwind, aber dann ging es aufwärts mit Gegenwind zum Sea Life und dann am Olympiasee entlang zum Start-Zielbereich.

Am Olympiasee war Stefan schon etwas weiter entfernt und als er wieder aufschloss, sagte er mir, ich soll alleine weiterlaufen. Eigentlich wollte ich das nicht, aber nachdem die Lücke dann doch wieder größer würde, bin ich weitergelaufen. Der Streckensprecher (Bruder von meinem Chef) sagte etwas von unter 25 Minuten bei der Wechselstelle.

Zu Beginn der 2. Runde konnte ich vor allem beim Anstieg einige Läufer überholen und sah dann beim Coubertainplatz einen Läufer, an den ich mich anheften konnte. Windschatten laufen kann ich eh nicht, aber Jemand vor sich zu haben ist immer gut. Am Olympiasee konnte ich ihn aber überholen und wollte die letzten 2 km nochmal Alles geben. 

Auf der Zielgeraden hab ich mir dann noch ein Kopf-an-Kopf-Duell mit einem jungen Läufer geliefert. Aber ich hab dann doch zurückgesteckt und bin in handgestoppten 45:46 Minuten nach 9,99 km ins Ziel gelaufen. Total zufrieden mit der Zeit, dem Wetter und der Welt. 

Um 11 Sekunden in PB verpasst – trotzdem GEIL

Martin C. hab ich im Zielbereich nicht erblickt, aber Stefan kam auch kurz nach mir ins Ziel. Wir beglückwünschten uns noch zu der tollen Leistung und gingen nach einem kurzen Spaziergang in die VIP-Empfangshalle, wo Martin schon auf uns wartete. Er kam – wie erwartet – als Erster von uns Dreien ins Ziel. Nach dem Umziehen gab es noch Glühwein, alkoholfreies Bier und Weihnachtsgebäck, um die verbrauchten Kalorien gleich wieder zu kompensieren 😉

Der Start in die Winterlaufserie war für uns Drei sehr erfolgreich. Mal schauen ob wir die Form über die Weihnachtsfeiertage halten können, denn die zweite Etappe findet am Dreikönigstag statt.

Als Belohnung gab es am Abend einen leckeren Adventskranz. Meinem Bauch hab ich gesagt, dass es ein ganzer Marathon war, den wir heute gelaufen sind. Man(n) muss auch mal die Kalorienbilanz täuschen 😉

Euch wünsch ich einen schönen zweiten Advent.

12 – 2018: Jahresendspurt

Im Dezember startet die Münchner Winterlaufserie mit einem 10km-Rennen am 8.12. Im Olympiapark. Ausnahmsweise ging es am Samstag, 1.12. los mit einem Sprintrennen mit tierischer Unterstützung. Michaela hatte ihren neuen Pflegehund Moya mitgebracht und auf dem Rückweg vom Emmeringer See zog sie mich – auf eine Spitzenpace von 2:50 min/km. Also über 20 km/h. Aber nur kurz. 

DatumStreckekmAvgVideo
01.12.2018Emmeringer See6,015:58Video
02.12.2018Maisach – Überacker – Fußmoosalm14,015:22Video

11 – 2018: November Runs

Nachdem der Start in die Saison 2018/19 mit kontinuierlichen Wochenumfängen begann, kam Ende Oktober gleich die erste verletzungsbedingte Pause über 10 Tage. Eine Schulterverletzung zwang mich zur Ruhe.

Anfang November ging es dann wieder los, da das Wetter bisher doch sehr Läufer-freundlich war.

DatumStreckekmAvgVideo
04.11.2018Maisach – Palsweis – Gernlinden
15,015:21Video
05.11.2018
Laufband10,006:25
07.11.2018Gernlinden – FFB – Maisach – G.
15,015:10
Video
11.11.2018Gernlinden – FFB – Mammendorf
21,105:20
Video
12.11.2018Gernlinden – Fußmoos – Überacker
14,515:38
Video
15.11.2018Gernlinden – FFB – Maisach
11,445:29
Video
18.11.2018Gernlinden – FFB – Puch – Galgen
17,755:13
Video
19.11.2018Laufband10,006:24
20.11.2018Laufband10,006:25
22.11.2018TrimmDich FFB 4 gr. + 1 kl. Runde12,006:17Video
25.11.2018Emmering – Maisach – FFB16,015:39Video
26.11.2018Laufband12,006:26
28.11.2018Laufband9,006:42
29.11.2018Fußmoos – Überacker – Maisach13,505:32Video

In Summe waren es im November gute 187 km. Am 25.11. stürzte ich auf der neuen Umgehungsstraße am Sportplatz Maisach. Glücklicherweise nur Schürfwunden und eine kaputte Jacke und Handschuhe. Aber nix gerissen oder gebrochen 🙂

01.11.2018: Sonnenuntergang an Allerheiligen

Home is where the Heart is. Am Feiertag hab ich wieder das Grab von meinen Großeltern in Steindorf und von meinem Onkel und meiner Cousine in Schmiechen besucht. Es ist immer wieder schön, wenn die Leute
von überall her an diesem Tag in ihre Heimat kommen, um am Grab ihrer Lieben zu stehen. Auf dem Heimweg nutzte ich die untergehende Abendsonne, um vom Schloss Hofhegnenberg auf die Heimat zurückzublicken.

Marathon No. 10: 45. BMW-Berlin-Marathon 2018

Mission Breaking 3:45

Anmeldung

Gleich am ersten Tag der Registrierungsphase im Oktober 2017 hab ich für einen der Startplätze für den 45. BMW-Berlin-Marathon angemeldet. Michaelas‘ Papa Wilfried wollte es auch nochmal probieren. Und meine Kollegen Stefan, Martin C. und Sarah haben sich ebenfalls beworben. In Berlin gibt es zwar ca. 45.000 Startplätze, aber da es Plätze für fixe Starter, über die Zeit qualifizierte schnelle Läufer, Charity-Starter und viele Reiseveranstalter gibt, ist die Zahl der im Lostopf verfügbaren Plätze limitiert. Ende November 2017 kam dann die Mail, dass ich wieder gewonnen habe und am 16.09.2018 dabei sein darf.

Ja, is denn Heut scho Weihnachten?!?

Das Datum kam mir bekannt vor. Deshalb schnell meine Mutter angerufen, wann sie geheiratet haben. 1968 oder 1969? Huch, 1969. Nicht dass ich bei der Goldenen Hochzeit meiner Eltern nicht dabei bin. Stefan, mit dem ich den München Marathon gelaufen bin, wurde gelost. Und auch Sarah, die im Mai den Rennsteig-Marathon bezwang, bekam den Zuschlag. Wilfried schrieb mir auch, dass er dabei sein wird. Nur Martin C. hatte kein Glück – zum dritten Mal in Folge. Mein Losglück liegt nun bei 2:1. Das Shirt wollte ich mir auf der Messe kaufen, aber diesmal die Medaille gravieren lassen.

Trainingsplan

Genau wie für den Rennsteiglauf entschied ich mich für den 12-wöchigen Trainingsplan von Andreas Butz mit einer Zielzeit von 3:39 Stunden. Ziel war es, endlich die 3:45 Stunden zu knacken. Falls ein Einbruch während dem Lauf passiert wollte ich wenigstens unter der 4:00:49 von meinem ersten Marathon in Berlin 2015 bleiben.

Da wir eine Woche nach dem Rennsteig für 2 Wochen nach Ägypten reisten, war die erste Woche noch eher ruhiger. Dann ging der Trainingsplan aber gleich mit einem Kracher los, dem SportScheck-Halbmarathon in München. Im großen und ganzen konnte ich den Plan auch einhalten. Meist mit Laufeinheiten am So, Mo, Di und dem langen Lauf am Donnerstag. Nur am Schluss war die Luft (und Lust) etwas heraus.

Anreise

Da Flug (mit Koffern) zu teuer war, entschieden wir uns für die Bahn. Da ich einmal mit dem ICE Express von München nach Berlin in unter 4 Stunden reisen wollte (und dort auch unter 4 Stunden laufen wollte), mussten wir jedoch schon um kurz vor 6 Uhr am Donnerstag am Hauptbahnhof sein. D.h. seeeehr früh aufstehen, also um 4 Uhr. Leider haben wir in der Nacht auch nicht allzu viel Schlaf abbekommen. Da es morgens wie aus Kübeln regnete, fuhren wir mit dem Auto zum Bahnhof. Die S-Bahn war ungewohnt pünktlich und auch das Umsteigen in den ICE klappte hervorragend. Der fuhr pünktlich los und stoppte nach ein paar Hundert Metern wieder – Türprobleme. Aber mit leichter Verspätung ging es dann endgültig los. Stellenweise fuhr er 280 km/h.

So kamen wir fast pünktlich um kurz vor 10 Uhr in Berlin am Hauptbahnhof an. Nach kurzem Aufenthalt fuhren wir zum Platz der Luftbrücke am ehemaligen Stadtflughafen Tempelhof.

Dort war nach zwei Jahren erstmals wieder die Messe, die um 11 Uhr öffnete. Als wir am Einlass waren, meinte der Ordner, dass wir unsere Koffer an der Gepäckabgabe abgeben müssten. Nochmal zurück, kurzes Fotoshooting mit Fridolin Flink und dann der nächste Einlassversuch.

Dick und Doof (war einer der Kommentare zu dem Bild)

Geklappt. Zuerst konnte Michaela noch mit, aber dann ging ich in den streng kontrollierten Bereich. Wir vereinbarten einen Treffpunkt bei der Inline Skater-Messe, damit sie in der Zwischenzeit shoppen konnte. Erstmal Startpass-Kontrolle, dann Startarmband, danach Ausweiskontrolle. Dann durch die Messe-Hangars zum Einlass für die Startunterlagenabholung, am Brandenburger Tor.

Ein Geschiebe und Gedränge in Schlangenlinien. Es waren alle Nationen am Start. Die Nummernausgabe ging jedoch zügig, da in Berlin alles super organisiert ist und ausreichend Ausgabeschalter vorhanden sind. Dann noch kurz das Finisher Shirt beim Adidas-Stand zum stolzen Preis von 35 Euro kaufen. Die verdienen sich dort eine goldene Nase. Noch kurz an der Marathon-Wand verewigt und etwas bummeln.

Da die Preise gesalzen sind, hab ich mir nur wieder das Sonderglas von Erdinger Alkoholfrei geholt. Die Füllung bekam ich am Stand vom Rennsteiglauf. Da ich im Finisher Shirt vom letzten Marathon immer zur Abholung gehe, hab ich sogar eine Flasche Urköstritzer bekommen. Die wird erst nach dem Lauf genossen, war mein Plan.

Gibt’s erst danach – wenn Alles klappt

Als ich Michaela wieder traf, wollten wir uns erstmal was zum Essen holen. Naja, diese Pulled Pork-Burger waren klein und teuer – satt waren wir danach nicht. Da wir eh am Abend zum Essen gehen wollten, musste das vorerst reichen.

Danach wollten wir zum Hotel aufbrechen. Ich wollte mir noch ein Event-Cap kaufen, aber eine Frau hat mir das Letzte weggekauft. So gingen wir und holten unsere Koffer ab. Noch ein Fotoshooting und dann sahen wir mehrere Leute in tollen Jacken. Michaela wollte auch eine Jacke und so lief sie nochmal zum Adidas-Stand. Ich wartete vor der Messe und nach kurzer Zeit konnte ich fließend polnisch, japanisch und spanisch. Leider waren die Jacken dann doch nix und außerdem viel zu teuer. Aber sie bekam drinnen noch das Cap. Sie sagte, dass die Schlange bei der Abholung nun rießig ist.

Hoffentlich erwischts mich nicht nochmal

Auf dem Weg zum Bahnhof noch ein kleines Hinweisschild auf der Strasse fotografieren, was mich an den Tag nach dem ersten Berlin-Marathon erinnerte. Diesmal klauen sie mir hoffentlich nicht Geldbeutel. Danach fuhren wir mit der Ring-Sbahn zum Hotel, das direkt an der Haltestelle lag.

Hotel

Wir waren von der Fahrt und der Berlin Vital Messe schon ziemlich fertig und wollten nur noch aufs Zimmer. Um 17:30 Uhr sollten wir Michaelas‘ Mama und ihren Bruder mit Chrissi treffen. An der Rezeption gab ich den Hotel-Voucher ab. Dauert etwas lange – besorgniserregend lange. Der Portier fragte mich, ob wir am Vormittag schon eingecheckt haben. Komisch. Er ging nach Hinten und kam wieder.

Ich holte am Handy die Bestätigungsmail heraus. Er rief dann bei Check24 und spendierte uns einen Kaffee. Danach telefonierte ich mit der Dame von der Check24-Hotline. Alles schien OK zu sein, aber das Reiseunternehmen hatte wohl die Buchung nicht ans Hotel weitergereicht. Wieder warten, dann kam der Portier mit unseren Karten. Endlich konnten wir ins Zimmer. Da schellte schon das Telefon und die Dame von der Hotline war am Apparat. Sie erreicht bei dem Veranstalter niemand und ich sollte nochmal eine Buchung machen. So buchte ich das bereits bezahlte Zimmer für 408 Euro nochmal über Expedia für 530 Euro. Den würde ich aber wieder zurückbekommen. Am nächsten Morgen erhielt ich vom ursprünglichen Veranstalter eine Mail mit 134 Euro Stornierungsgebühr.

Fazit: Nie wieder ein Hotel buchen, welches den Namen Vienna im Namen hat. Das hat beim Wien-Marathon schon nicht geklappt. Außerdem lockte der Namen ganze Heerscharen österreichischer Marathonis an. Die Zimmer waren sehr klein, es gab wenig Staumöglichkeiten und das Bad war vollkommen unpraktisch. Eine Milchglas-Tür hab ich auch noch nicht als Raumtrenner zum Schlafbereich gehabt.

Nach dem unterhaltsamen Abendessen mit der Familie (leckeres, mongolische All-You-Can-Eat) gingen wir auf dem endlosen Flur zum Zimmer. Dummerweise waren die Karten deaktiviert und so mussten wir wieder runter. So waren wir dann erst um Mitternacht im Bett.

Sightseeing

Am Samstag nach dem Frühstück fuhr Michaela allein zum Grab ihrer Oma. Ich musste Schritte sparen und nutzte die Zeit zum Vorbereiten der Startausrüstung. Alles hundertmal umgepackt. Ich wollte ja mit dem neuen Trikot laufen, welches keine Rückentaschen hatte. Mit Bauchtasche (am Rücken) ist etwas unpraktisch.

Premiere für das neue Laufshirt

Mittags trafen wir uns im Ring-Einkaufscenter, in dem eine rießige Carrera-Bahn aufgebaut war.

Kleine Nudelbox und dann wieder zurück aufs Zimmer. Um halb 4 wollten wir uns ja mit Michaelas Eltern treffen. Die Fahrt mit der Straßenbahn endete abrupt – Streckensperrung wegen Marathon. Verspätet kamen wir dann am Fernsehturm an und gingen dann zur Strecke, um die Inliner zu fotografieren.

Mit einem Affenzahn fuhren die um die Kurve und auch die Ordner vor dem Besenwagen waren auf Rollen unterwegs.

Bayerische Flüchtlinge in Berlin gesehen

Anschließend gingen wir zur Strasse „Unter den Linden“, um eine optimale Fotografierposition auszumachen. Leider vergebens und Martin quängelt auch immer rum, weil er Schritte sparen will.

Nach einem Fotoshooting am Bode-Museum (wo ist meine 100-Millionen-Goldmünze?) hatten wir im Barista am Hackeschen Markt ein gemeinsames Abendessen. Leider war die Portion Spaghetti Bolognese nicht so gross wie erhofft. Aber ich hab mir im Hotel dann noch ein kleines Päckchen Haribo Colorado reingepfiffen – Kohlehydrate pur.

Nach der Rückkehr ins Hotel duschte ich nochmal und richtete alles her. Da ich immer wieder Schmerzen in der rechten Achillessehne hatte, war ich mir über die Schuhwahl noch nicht im Klaren. Um 22 Uhr ging ich dann ins Bett und schlief bis 4 Uhr passabel und dann nur noch einmal kurz. So bin ich vor dem Wecker-Klingeln um halb 6 ins Bad.

Vor dem Lauf

Da das Hotel wegen dem Marathon ausnahmsweise um 6 Uhr schon Frühstück anbot, bin ich erstmal dorthin gegangen. Der Raum war voll von Teilnehmern, hauptsächlich Össis und Amerikaner. Etwas Kaffee und ein Brötchen sowie Müsli. Eine Banane vom Buffet verschwand zufälligerweise in der Jacke.

Danach wieder ins Zimmer und finales Anziehen. Michaela machte ein Foto von mir und dann ging es los. Vor dem Hotel war schon eine Horde Japaner, die sehr witzig gekleidet waren. Sie hatten alle Handschuhe an. Auch der King of Pop war dabei.

Michael Jackson lebt doch noch. Sie verfolgten mich bis zum Hauptbahnhof. Erst wollte ich dort noch auf die Toilette, aber die Schlange davor schreckte mich ab. So ging es der Menschenmasse hinterher über die Brücke zum Bundeskanzleramt.

Leider erreichte ich telefonisch Stefan und Wilfried nicht, aber nachdem Wilfried an mir vorbeiging rief auch Stefan zurück und er kam zu uns rüber. Die Kanzlerin wollte uns nicht zum Frühstück empfangen – Danke Merkel.

Anschließend gingen wir durch die Einlasskontrolle und gaben unsere Kleiderbeutel ab. Dummerweise hab ich vergessen, nochmal Deo nachzusprühen – das wird ja lecker.

Eigentlich dürfte ich ja in Startblock F in der zweiten Startwelle starten. Aber ich wollte mit den Beiden starten und hab auf der Messe gefragt, ob ich freiwillig nach Hinten gehen könne. So konnten wir gemeinsam in Block G mit der letzten Startwelle starten, was im Nachhinein die richtige Entscheidung war.

Bevor wir in den Block gingen nochmal kurz die Blase entleeren. Dann ging es rein und die Stimmung war schon überwältigend. Wir hatten auch eine Videowall vor uns und konnten um 9 Uhr den Start der Handbiker und dann um 9:15 den Start der Elite verfolgen. Tausende weiße und blaue Ballons stiegen auf und die Victoria von der Siegessäule glänzte durch die Sonne Heute doppelt so schön.

Stefan und ich mussten schon wieder ins Dixie-Land, kamen aber leider nicht mehr zurück zu Wilfried. Irgendwie konnte sich mein Brustband nicht mit meiner Uhr koppeln und hab aus Versehen dann den Sender von Stefan angezapft. So hatte ich seinen Puls (der ein Traumpuls ist) immer im Blick. Leider halt nicht meinen eigenen Puls.

Nachdem die ersten beiden Startwellen durch waren konnten wir nachrücken. Die Stimmung war gigantisch. Es wurden sogar die 47 Teilnehmer aus Island begrüßt mit dem Huh-Schlachtruf von der Fußballmannschaft. Gänsehaut pur, wenn Tausende die Hände zusammenklatschen und voll Inbrunst „HUH“ schreien.

Dann die Berlin-Startmelodie (an die ich mich wieder erinnern konnte), noch kurz mit Stefan die letzten taktischen Details durchgehen und uns gegenseitig viel Erfolg zu wünschen. Griff zur Kreuz-Kette und bekreuzigen. Ab geht’s – Berlin, wir kommen.

Der Lauf

Um kurz nach 10 Uhr überquerten wir die Startlinie. Das Gedränge war nicht allzu gross, so dass wir leicht zusammenbleiben konnten. Unsere Zielzeit von 3:39 Stunden (Hauptsache unter 3:45 bleiben) haben wir versucht mit der Renntaktik von Greif zu erreichen. Diese sah vor, die ersten 15km in 5:16, dann schnelle 10km in 5:07 und die restlichen 17,x km in 5:12 zu laufen. Diese Renneinteilung find ich vom Kopf her besser, als die Halbmarathon-Denke. Marathon ist zu 90% Kopfsache – der Rest ist mental.

Nach der Siegessäule

Erstmal ging es um die Siegessäule, wobei ich sehr oft zu der Victoria in ihrem goldenen Kleid hochsehen konnte. Dann weiter immer gradaus durch den Tiergarten bis zum Ernst-Reuter-Platz. Es waren sehr viele Zuschauer an der Strecke. Weiter ging es durch Alt-Moabit Richtung Kanzleramt.

Da standen auch Michaela und Birgit und konnten erste Fotos von uns machen.

Wurstlieferung für Frau Merkel

Weiter zur Friedrichstrasse und direkt auf den Friedrichstadt-Palast zu, wo wir scharf links abbogen. Ich versuchte weitestgehend mich an der blauen Linie zu orientieren, um nicht wie 2015 viel zu weit zu laufen. Wir hatten mittlerweile den anfänglichen Rückstand reingelaufen und waren sogar etwas zu schnell.

Dann ging es in Ost-Berlin weiter zum Alexanderplatz, an dem wir vielleicht Michaela und ihre Mama sehen würden. Wir waren jedoch zu schnell und auch für die Zuschauer ist es mit den Öffentlichen nicht einfach, rechtzeitig an den vereinbarten Hot-Spots anzukommen. Weiter ging es dann durch das ehemalige Ost-Berlin. Wir versuchten, trotz der hohen Temperaturen nicht jede Versorgungsstelle mitzunehmen, und machten nur bei jeder Zweiten eine kurze Pause. Der Schwamm war auch eine Abkühlung.

Bei Kilometer 15 ging der schnellste Streckenabschnitt los über Strassberger Platz weiter zum Kottbusser Tor. Da die Verpflegung hier noch reinspielte starteten wir mit einem 8er Schnitt und mussten diesen aufholen. Einmal liefen wir unter Bahngleisen durch einen Tunnel mit Samba-Trommlern. Brutale Lautstärke, was unheimlich pushed. Ich hatte ja meinen Walkman nicht dabei, um die geniale Stimmung in Berlin mit seinen tollen Bands und den Zuschauern geniessen zu können.

Zudem konnte ich mich so mit Stefan besser verständigen. Obwohl der Martin am Anfang viel plappert wird er am Schluss immer doch sehr wortkarg. Außerdem hatte ich ja keine Kontrolle über meinen Puls, der sicher um einiges höher lag als Stefans‘.

Kurz vor dem Rathaus Schöneberg lag die Halbmarathon-Marke. Mittlerweile hatten wir den 5:07-Schnitt gut erreicht und es lief bei uns Beiden noch gut. Am Streckenrand rief mir Michaelas‘ Mama Birgit zu. Leider konnte uns Michaela hier nicht fotografieren, da wir in einer Gruppe liefen.

Eine Frau hob eine Tafel hoch, dass Eliud Kipchoge den Weltrekord mit 2:01:39 um mehr als 1 Minute verbessert hat. So können wir später behaupten, dass wir dabei gewesen sind und er Angst vor genau uns hatte. Aber noch ist fast die ganze zweite Hälfte vor uns *heul*.

Fantastisch: Eliud Kipchoge besiegt mich zum zweiten Mal in Berlin – mit Weltrekord

Kurz darauf kam die nächste Verpflegungsstation bei KM 25 und unser letzter Streckenabschnitt begann: „bloss“ noch 17,xx Kilometer. So langsam setzt die Müdigkeit ein, die Füsse werden schwerer und seit km 1 muss ich eh schon wieder bieseln. Aber ich wollte Stefan nicht beunruhigen und nachher hat er mir gesagt, dass es ihm genauso ergangen ist. Die Zusammenarbeit funktionierte perfekt. Mal er vorn, mal ich vorn. Ich wollte auch nicht wieder am Schluss wie in München einbrechen und Biss deshalb umso mehr auf die Zähne.

Bei km 30 kamen wir wieder zu einem Platz mit sehr vielen Menschen, dem Wilden Eber, und langsam drehte sich die Strecke Richtung Ku’damm. Nach der Verpflegung bei km 32 sollten Stefans Frau und Freunde von Ihnen stehen. Da mussten wir wieder frisch aussehen. Sie sahen uns, aber wir hatten ja noch 10 Kilometer vor uns. Endlose Kilometer.

Erstmal weiter zur Gedächtniskirche und weiter am Kurfürstendamm Richtung Osten. Es ging immer geradeaus, aber es waren noch sehr viele Leute an der Strecke. Auch erhaschen wir immer wieder ein kleines Windchen, welches für Abkühlung sorgte. Dann holten wir den 4:00-Pacemaker eines früheren Startblocks ein und mussten weiräumig um die um ihn herumlaufende Traube herumlaufen.

Aus der Ferne sah man auch das DB-Hochhaus am Potsdamer Platz. Plötzlich machte es beim Landen auf dem rechten Fuss platsch und brannte stark im Zehenbereich. Da muss wohl das Hühnerauge, das ich seit einiger Zeit rumschleppe, geplatzt sein. Von da weg brannte es an den rechten Zehen mit jedem Auftreten.

Von der geplanten Durchschnittspace von 5:12 für den letzten Abschnitt waren wir ständig ca. 10 Sekunden entfernt. Mit 3:39 wird es wohl nix mehr, aber wir einigten uns, dass wir unter 3:45 bleiben wollten – ja mussten. Somit waren weder Gehpausen noch Schwächephasen drin.

So ließen wir die letzte Verpflegung vor dem Potsdamer Platz aus (@Stefan: Ich hab echt geglaubt, dass da noch eine Station kommt). Am Potsdamer Platz vor der Mall of Berlin sahen wir nochmal Michaela und Birgit.

Dann liefen wir zum Gendarmenmarkt. Plötzlich lag eine ältere Frau auf der Straße – sie war wohl beim Versuch, die Straße zu queren, gestolpert. Die Brille halb vom Kopf runtergerissen und ihre weiße Hose war danach wohl nicht mehr blütenweiß. Aber immer wieder versuchen es Leute, teils mit Fahrrad, die Strecke zu queren. Das hätte am Samstag bei den Inlinern einen bösen Unfall gegeben.

Danach ging es parallel zur Strasse „Unter den Linden“ weiter, bis wir auf die Straße zuliefen. Stefan schrie mir nach, dass ich loslaufen kann. Noch 1 km und ich legte los. Scharf um die Kurve und dann waren die Besuchermassen da. Vorbei an Russischer Botschaft und Hotel Adlon ging es unter tossendem Applaus im Schlussprint auf das Brandenburger Tor zu.

Nachdem ich vor 3 Jahren links durchlief, wollte ich Heute in der Mitte durchlaufen. Geniales Gefühl. Nun noch ein paar Hundert Meter im Vollsprint mit 14 km/h bis endlich der blaue Teppich beginnt.

Auf der Ziellinie noch möglichst Viele überholen und dann beide Hände ausgestreckt mit allen zehn Fingern nach oben reißen. Der zehnte Marathon ist geschafft. Uhr stoppen, und bei 3:43:31 (offiziell 3:43:27) bin ich durchs Ziel gelaufen. Neue Persönliche Bestzeit und endlich „Breaking 3:45“.

10 Fingers for 10 Marathons

Nur 8879 Männer zwischen mir und dem neuen Weltrekordinhaber. Stefan kam ein paar Sekunden später ins Ziel und wir beglückwünschten uns gegenseitig zu unserer tollen Leistung.

Endlich bekamen wir die wohlverdiente Medaille überreicht und gingen erstmal zur Verpflegungsstation und tranken etwas. Stefan musste sich an die Absperrung setzen. Ich wollte mich nicht hinsetzen, da ich NIE wieder hochgekommen wäre. Neben ihm saß ein Erstbezwinger, der es in sagenhaften 3:32 schaffte und nie wieder einen Marathon laufen wollte. Ich erzählte ihm von dem Suchtfaktor und dass er unbedingt mal Hamburg, Füssen und Wien machen muss. In ein paar Tagen wird er sich sicher anmelden.

Ein anderer Läufer musste sich kopfüber an den Zaun gelehnt entleeren. Aber in Berlin ist immer Jemand vom medizinischen Dienst zur Hand. Danach gingen wir zum Erdinger und holten unseren Kleiderbeutel ab. Ich zog mich bei strahlendem Sonnenschein auf dem Platz vor dem Reichstag um und versuchte, Wilfried zu kontaktieren.

Dann verabschiedete ich mich von Stefan, der zu seiner Frau Ruth wollte. Ich sprach Wilfried auf die Mailbox und ging zur Medaillengravur und Urkundenausgabe. Dann rief mich Michaela an, dass er schon bei ihnen am Brandenburger Tor war. So machte ich mich auch auf den Weg, wollte aber noch aufs Dixie. Aber da waren zwei Kabinen und eine Riesenschlange. Gut, vielleicht kommt ja nachher noch was.

Raus aus dem Gelände und da sah ich sie schon sitzen. Ich musste jetzt aber wirklich. Gottseidank bekam ich gleich eine freie Kabine. Der Mann der rauskam sagte, dass die ganz übel sei. Ich habe versucht, nicht in die Schüssel zu sehen und nur zu pinkeln. Augen zu und durch.

Auf dem Rückweg dann gleich eine Currywurstsemmel (heißt hier Brötchen) gekauft und genüßlich verputzt.

Später sind wir dann zusammen mit Wilfried zum Hauptbahnhof gegangen. Er musste ja nach Leipzig. Am Alex verabschiedeten wir uns von Birgit und fuhren zum Hotel.

Nach dem Rennen

Erstmal raus aus den Klamotten. Socken ausziehen wird spannend. Zunächst den linken Socken – Fuss sieht OK aus, keine Blasen, der „Zeigezeh“ war davor schon schwarz. Dann der kritische rechte Socken: Oben OK, unten ist anscheinend etwas geplatzt, aber kein Blut. Dann unter die Dusche und schöne Kalt-Warm-Duschen. Danach schön mit Weihrauchbalsam eingeschmiert und etwas hinlegen.

Nach der schwierigen Restaurantsuche hat Michaela mich angeschaut und gesagt, dass wir zum Ostkreuz in das Restaurant „Hüftgold“ fahren. Wie sie da wohl draufgekommen ist? Da die Startnummer ja bis 22 Uhr als BVG-Karte galt haben wir diese eingepackt und sind dann zur S-Bahn. Nicht so tolle Gegend, aber lauter nette kleine Kneippen mit witzigen Tafeln.

Ich bestellte mir ein Alkoholfreies (richtiges Bier gibt’s im Zimmer) und eine leckere Brokkolicremesuppe. Die war zwar sehr versalzen, aber das hab ich bewusst selber gemacht. Zum Hauptgang gab es für mich Rigatoni mit Hähnchenbrustfilet. Sehr gut. Michaelas Cordon bleu sah eher aus wie eine Roulade, hat ihr aber auch sehr geschmeckt. So hatte ich wenigstens die Kalorien, die ich von Stefans Brustgurt geklaut habe, schnell wieder reingefressen.

Im Bett gab es das Feier-Bier von Urköstritzer und ich bin friedlich eingeschlafen. Krämpfe hatte ich zwar keine, aber jedes Umdrehen war mit Schmerzen verbunden. Ab 4 Uhr konnte ich fast gar nicht mehr schlafen. Immer wieder kurz wegdösen. Am Morgen unter die Dusche, mit zahlreichen Finishern (die auch noch etwas wackelig auf den Beinen waren) zum Frühstücksbuffet gehen und alles Zusammenpacken für den Checkout.

Im Hauptbahnhof noch kurz bummeln. Gefühlt hat jeder Zweite ein Finisher-Shirt an oder die Medaille um den Hals hängen – und ein breites, zufriedenes Gesicht (wenn es eine Rolltreppe gibt). Da der Zug um halb 2 ging, gönnten wir uns noch einen Döner. Die Bahnfahrt mit dem „normalen“ ICE über Erfurt bis Nürnberg war OK, dann gab es ein Problem mit dem Triebfahrzeug und plötzlich hatten wir mehr als eine halbe Stunde Verspätung. Ein paar notorische Nörgler brachten gleich Unruhe in die Menge. Dann plötzlich ging es weiter und der Zugführer sprach auf einmal fränggisch und fränglisch. Aber um kurz nach 19 Uhr waren wir dann in Pasing und konnten noch Semmeln kaufen und bald darauf mit der S-Bahn nach Gernlinden fahren. Endlich daheim – und mit der Lucky war auch alles in Ordnung. Jetzt ist erst mal Lauf-Pause.

Rennvideo

Medaille

Strecke

Streckenvideo

Hier könnt Ihr die Strecke nochmal „mitlaufen„.

Urkunde

Stolz wie Bolle

Finisher-Shirt

Finisher-Poster

BMW = Freude am Fahren vs. Martin Glas = Freude am Laufen

05.09.2018: Der Countdown beginnt

05.09.2018: Noch 11 Tage …

Am heutigen Mittwoch steht kein Lauftraining an. Einfach mal relaxen (und etwas BlackRoll). Pünktlich um 9:15 Uhr mach ich jetzt täglich ein Screenshot mit dem finalen Countdown.

Nicht mal mehr 11 Tage

Da ich – egal wie Berlin „läuft“ – weitermachen will mit Marathon-Laufen kam Heute passend gleich die Bestätigungskarte für den nächsten Marathon 2019.

Momentan steht es ja noch 7:2, d.h. sieben Marathons unter 4 Stunden und zwei langsamer. Das sind Berlin und der Rennsteig. Diese „Scharte“ gilt es nun auszugleichen, bevor ich mich an neue Strecken mache. Obwohl für den Rennsteiglauf 2019 glaub ich, dieses Ziel (noch) nicht erreichen zu können. Schau mer mal.

06.09.2018: Top Ten

Heute Mittag traf ich mich mal wieder mit Stefan und Martin, um die letzten strategischen Abstimmungen vorzunehmen. Die Beiden werden am Sonntag noch in Lenggries beim Isarlauf über 21 bzw. 30 km teilnehmen. Ich drück ihnen die Daumen, dass alles klappt und sie sich gut erholen können.

Am Abend stand dann der letzte längere Lauf an – 90 Minuten im MDL-Tempo (5:45 – 6:15). Bei anfangs strahlendem Sonnenschein lief ich mit den Mizuno Wave Rider 20, mit denen ich sonst nie Probleme hatte. Aber Heute hatte ich ziemlich schwere Beine und auch die Achillessehne tat weh. Mit der Zeit lief es jedoch besser und so konnte ich die Einheit nach 17,5 km abschließen.

Letzte längere Laufeinheit

07.09.2018: 9 Tage noch

Heute war lauffrei, da ich nach der Arbeit noch nach Steindorf gefahren bin. Heute in einer Woche geht die Reise los.

08.09.2018: Nur noch 8 Tage

Heute war nach drei Wochen wieder Samstags-Einsatz in Steindorf angesagt. Deshalb ist das Lauftraining ausgefallen.

09.09.2018: In einer Woche ist es so weit

Heute stand wieder der Friedberger Halbmarathon an – diesmal leider ohne mich. Nach sieben Teilnahmen in Folge musste ich das Rennen auslassen. Stattdessen half ich meinem Bruder beim Weisswurstverkauf anlässlich des 125jährigen Jubiläums der Schützengesellschaft Steindorf. 

Obelix ist auch in den Zaubertrank gefallen
Um 7 Uhr war noch nicht viel los

Um 9:15 war es so weit – die letzte Woche ist angebrochen.

Genau noch 1 Woche

Am Abend hatte ich dann noch das letzte Intervalltraining auf dem Plan: 15min Einlaufen, dann 4×1,6 km in HMRT und dann 15min Auslaufen. Michaela wollte auch nochmal Lauffotos trainieren und deshalb war ich gewissermaßen auf dem Catwalk.

Fersenläufer auf dem Catwalk

Leider spürte ich die Achillessehne sehr stark und hoffe, dass die Schmerzen bis nächsten Sonntag Weg sind.

10.09.2018: In einer Woche ist der Spuk vorbei

11.09.2018: Noch 5 Tage …

… und ich hab keine Lust mehr zu laufen. Innerer Schweinehund hat endlich gewonnen. Stattdessen werde ich jetzt noch auf den Crosstrainer gehen – ist auch für die Achillessehne besser so. Don’t panic.

12.09.2018: nur noch 4 Tage

Am Mittag traf ich mich wieder mit Stefan, um das Wochenende vorzubereiten. Leider sind wir am Sonntag doch in unterschiedlichen Startblöcken. Aber vielleicht kann man da ja noch was ändern.Auf dem Weg mit der Sbahn nach Hause kam dann eine Mail, dass meine Startwelle am Sonntag 10 min früher ist. Daheim angekommen schnell die Laufschuhe angezogen und mit Michaela eine letzte Runde über 7 km laufen. Die Achillessehne sprüht ich leider wieder.

Bin schon am Start
Startblock F (oder freiwillig doch in G)

13.09.2018: Jetzt geht’s los …

… mit dem „Ich fühl mich krank“. Nachdem alles gepackt ist, fühl ich mich leicht kränklich. Hoffentlich nur ein eingebildetes Gefühl. Ansonsten heute nur kurz auf den Crosstrainer und mit unserer Nachbarin Renate die Fütterung von Lucky abgesprochen.

14.09.2018: Two Days – Anreise

Im ICE Express ging es am Freitag von München nach Berlin. Wie die Anreise verlief, könnt Ihr im Marathon-Bericht lesen.

15.09.2018: The day before …

16.09.2018: Raceday

Letzter Screenshot des Countdown direkt nach dem Aufwachen.

01.09.2018: Trikot ist da …

Heute war ein lauffreier Tag. Nach der härtesten Woche in der Trainingsvorbereitung für den Berlin-Marathon klingelte am Samstag früh der Postbote. Gestern wurde es schon per Mail angekündigt und dann lag es vor mir, mein Geburtstagsgeschenk von Michaela: ein selbstdesigntes Laufshirt für die kommenden Läufe. Nachdem mein Bruder das bisherige, orange Laufshirt als „geschäftsschädigend“ bezeichnet hatte, hat mir Michaela dieses zum Geburtstag geschenkt. Naja, das alte Shirt ist in den letzten Jahren halt etwas eingelaufen – oder ich etwas auseinandergegangen.

Ich hoffe, es gefällt Euch auch so gut wie mir. 

29.08.2018: Longest Run for Berlin

Bevor es nun in die angenehme Phase der Vorbereitung zum 45. Berlin Marathon geht, stand Heute nochmal der längste und härteste LongRun an – 200 min in MDL (5:45 – 6:15 min/km). Da ich ja diese Woche Urlaub habe und es am Mittwoch sehr heiß und schwül werden sollte, wollte ich gleich am Morgen starten. 

Gestern kam auch per Email der Startpass für den Berlin-Marathon und langsam wird es ernst. Nur noch 17 Tage sind es jetzt.

Startnummer 19323

Um kurz nach 7 Uhr morgens noch kurz von Michaela verabschiedet und erstmal gemütlich zum Start am TZ-Kasten gegangen – noch ein paar Schlagzeilen aufschnappen. Ich hatte mich für die Saucony Ride 9 entschieden, da diese auf längere Distanzen sehr angenehm sind. Danach werden sie in den wohlverdienten Vorruhestand kommen – nur noch für kleinere Läufe werde ich sie verwenden.

Bei aufgehendem Sonnenschein startete ich über die Fußgängerbrücke in Richtung Fursty. Langsames Einrollen bis zum Flughafen-Eingangstor.

Morning glory

Es war zwar schon noch etwas frisch, aber mir war klar, dass ich am Ende schwer zum Schwitzen kommen werde. Weiter ging es entlang des Sperrzauns nach Fürstenfeldbruck und dort dann durch das Industriegebiet Hasenheide in Richtung Pucher Meer. Irgendwann werfe ich die ganzen McDonalds-, CoffeeToGo- & Zigarettenschachteln, die auf/neben dem Radweg liegen wieder zurück auf die Straße – da wo sie herkamen. Haben die Leute keine Mülltonne oder sind sie einfach nur zu faul?

Am Pucher Meer waren dann genau 6 km hinter mir und ich nutzte dies für einen kleinen Photostop. Es war sogar ein Schwimmer im Wasser – brrrrrrr.

Am Pucher Meer

Weiter ging es nach Puch zum Denkmal und dann auf der Straße Richtung Buchenau. An der Moschee und dem Neubau der Stadtwerke vorbei führte der Weg dann zum Sportplatz am Gymnasium. Die ersten 10 Kilometer hatte ich geschafft mit 57 Minuten.

Nun begab ich mich wieder auf der Strecke des Fürstenfeldbrucker Halbmarathon und wollte eine Runde in der Rothschwaige laufen. Die Bäume beginnen mittlerweile schon, sich in herbstliche Farben einzufärben. An der ehemaligen Mülldeponie einen kurzen Fotostopp.

Betreten verboten

Und weiter ging es zum Schöngeisinger S-Bahnhof. Dort dann parallel zur Bahnlinie wieder in Richtung Buchenau.

Blick zurück
Blick nach vorn
Selbst-Blick (grimmig)

Dann wieder in den Rothschwaig-Wald eintauchen und zurück zu der großen Waldlichtung. Dort angekommen bin ich dann nicht wieder zurück sondern Richtung Puch gelaufen. Vorbei an den beiden riesigen Kiesgruben ging dann über die Staatsstraße nach Puch. Die zweiten 10 Kilometer konnte ich sogar mit einem 54er-Schnitt laufen. Etwas Speed herausnehmen, was in Puch aber sehr leicht fällt. Dort geht es bergauf und bergab. Stellenweise bin ich sogar gegangen. Den Halbmarathon schaffte ich auch wieder in unter 2 Stunden. 

Nach Überquerung der Bundesstrasse B2 ging es auf dem Feldweg nach Malching. Nach einer kurzen Senke fällt der Weg glücklicherweise kontinuierlich ab. Da ich kein Wasser mitschleppen wollte, war ich ganz auf die Salztabletten und Gel-Chips angewiesen. Der Himmel hatte sich auch wieder etwas zugezogen, so dass es nicht zu heiß war. Durch Malching dann am Pferdehof vorbei und unter der S-Bahnlinie durch führte der Weg nach Germerswang. 

Bei Germerswang

Nach Germerswang geht es auf dem schönen Radlweg leider ständig bergauf, aber ich konnte Heute durchlaufen. Glücklicherweise ging es nach der Kreuzung hinunter nach Maisach. Ich lag noch gut im Plan, aber musste noch ein paar Kilometer herausschinden. So lief ich nach der Realschule durch den Ort und auf dem Feldweg zum Waldsee in Gernlinden. Auch hier war eine Frau im Wasser – brrrrrrr. Aber ansonsten waren noch keine Leute am Ufer.

Vorbei am Tennisplatz ging es Richtung Gernlinden-Ost und dann noch an der Pferdekoppel vorbei zurück nach Gernlinden. Auch ein paar Gehpausen musste ich mittlerweile einlegen, da es doch schon sehr warm geworden ist. Ich war platschnass von dem Schweiß aber freute mich schon auf das Erdinger, welches ich in der Küche platziert hatte. Damit ich ja nicht abnehmen muss, hatte ich mir während dem Lauf überlegt, endlich mal wieder „Arme Ritter“ (heute „Arme Läufer“) zu Mittag zu machen.

Arme Ritter für armen Läufer

Endlich 35 Kilometer erreicht und den Rest bin ich dann von der Feuerwehr nachhause gegangen. Ich hatte keine Lust mehr zu laufen. So kam ich wenigstens vom Puls wieder etwas runter. Zuhause dann das Erdinger geschnappt und genossen. Ab in die Wanne zum wohlverdienten Muskelaktiv-Bad.

Schöne Strecke

Am Freitag habe ich noch eine schnellere Einheit über 90 Minuten und dann gehts ins Tapering mit reduzierten Laufumfängen. Hoffentlich bleibe ich und meine Mitläufer alle gesund und können dann am 16.09. um 9:15 Uhr in Bestform den Berlin-Marathon rocken.

Die Strecke

18.08.2018: Kiss & Run – 15. Kissinger Halbmarathon

Als letzter Formtest vor dem Berlin Marathon stand Heute der Kissinger Halbmarathon an. Da er sonst immer zu kurz vor dem Friedberger Halbmarathon stattfindet, hab ich diesen Lauf als Ersatzrennen ausgewählt. Die Strecke ist nicht amtlich vermessen und auf meiner Uhr fehlten am Ende rund 500 Meter. Aber was soll’s, Hauptsache ein Wettkampf. Leider konnten meine beiden Kollegen Sarah und Stefan, mit denen ich in Berlin starte, wegen Urlaubsreisen nicht dabei sein. Dafür war ich umso erfreuter, dass Martin Claußner extra aus München angekommen war.

Am Samstag nach einem Shopping-Marathon (Metzgerei hat ja Urlaub und so hab ich Zeit) die Sachen zusammenpacken. Bei der Schuhwahl war ich etwas unentschieden zwischen den Asics DynaFlyte und den Saucony Kinvara 9. Da es schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr geregnet hat, schieden die Goretex-Schuhe aus. Und da es vom Plan her Halb/Halb über Asphalt und Feldweg ging, blieben die Trailschuhe auch im Schrank.

Am Sonntag schellte dann um 6 Uhr der Wecker. Gemütlich aufstehen und frühstücken. Danach dann die Beine mit Chillsan einmassiert. Das wird wieder lustig, wenn die Sonne draufknallt. Nochmal alles zusammensortieren und um kurz nach 8 Uhr sind Michaela und ich dann los nach Kissing. Martin Claußner wollte auch um 9 Uhr da sein, er musste sich aber noch nachmelden. Als wir angekommen sind, haben sich auch schon unsere Friedberger Freunde per Whatsapp gemeldet, die uns schon suchten. Kurze Begrüßung und ich holte meine Startunterlagen ab. Als ich zurückkam und die Startnummer hochzieht, fielen Kristy die Augen fast raus. Er ist Bayern-Fan und konnte mit meiner Startnummer überhaupt nix anfangen: Nummer 60.

Startnummer löst bei Bayern-Fans komische Gefühle aus.

Auf dem Weg zurück zum Auto trafen wir dann Martin, der schon fertig war. Ich musste mich noch endgültig anziehen und dann nochmal kurz auf die Toilette. Michaela überholte mich dort sogar, weil das Gedränge an der Männertoilette größer war als bei den Damen. Draussen trafen wir uns alle wieder und plötzlich sah ich ein bekanntes Gesicht. Monika H., die ich schon öfter beim Friedberger Halbmarathon getroffen habe und die ich ab und zu in der Metzgerei treffe.

Wir schaffen das – trotz der Hitze

Michaela schoss noch ein paar Fotos von den beiden Martins‘ an der Startlinie. Langsam nähert sich der Zeiger der Startzeit von 10 Uhr.

Das doppelte Martin’chen – ein Martin am Start und ein Martin im Ziel.

Bevor wir in die Startaufstellung gingen gab es noch einen Abschiedskuss von Michaela in Kissing – wir sind ja auch in Kissing :-). Martin wollte ggf die 1:30 knacken und ich hatte mit 1:45 auch ein ambitioniertes Ziel – angesichts der recht heißen Temperaturen.

Noch konnte ich Lachen

The final Countdown: 4, 3, 2, 1 LOS – F** everyone and run. Ich verabschiedete mich gleich von Martin, weil sein Tempo konnte (und wollte) ich nicht mitgehen.

Kleines, aber schnelles Starterfeld

Gleich am Start am Fitpoint in Kissing ging es erstmal über die Bahnbrücke hoch und dann scharf links auf die Straße parallel zur Bahnlinie.

Die 60 kommt ins Rollen (bin gar kein 60er-Fan)

Das Feld mit ca. 150 Teilnehmern war da schon etwas auseinander gezogen und so ging es die ca. zwei kilometerlange Gerade in der prallen Sonne. Ein paar Alleebäume spendeten etwas Schatten. Ich konnte sogar ein paar Plätze gewinnen, wollte aber nicht zu schnell angehen. Doch der Jagdinstinkt ist halt nicht so leicht in Zaum zu halten. Am Ende der Gerade ging es hoch zur Brücke und ich konnte auf einen Schlag gleich vier Läufer überholen, weil ich in der Kurve innen neben der Strasse lief.

Zunächst führte der Weg auf dem Radweg Richtung Weitmannsee – endlich etwas Schatten. Dann bogen wir auf einen Feldweg ab, der am Anfang frisch mit Rollsplit aufgefüllt war, der schwer zu Laufen war. Am Restaurant am Weitmannsee ging es dann entlang des Ufers zur ersten Wasserstation. Weiter auf einem schmalen Weg durch dichtes Gehölz zum Radlweg am Lech.

Leicht spührte man einen Gegenwind und ich konnte mich an die Fersen eines Läufers von der TG Mering heften. Nach ca. 2 km bogen wir dann zum Auensee ab und da waren auf einmal … alle nackt. Ich kenne ja den Kissinger Auensee und hab schon gehört, dass es da einen FKK-Bereich gibt. Aber das der Halbmarathon da direkt vorbeiläuft und unter einem Sonnenschirm ein tätowierter Frauenpo hervorblickt war schon echt witzig. Und es kam noch schlimmer (und älter). Nicht mein Ding, so hab ich dann doch eher in die andere Richtung geschaut. Als wir durch waren sah man gleich schon die Zugbrücke.

Michaela stand auch schon mit der Kamera da und ich lief das erste Mal in den Startbereich.

Über eine Brücke musst Du sechsmal gehen

Ich rief zu unseren Freunden rüber, dass ich wohl jetzt schon Halluzinationen habe, weil alle nackert sind und erntete großes Gelächter.

Auf gehts in Runde 2

Zum Start in die zweite Runde nutzte ich die Verpflegungsstation und der Fotograph der Augsburger Allgemeine erwischte mich typisch beim Futtern.

Eat & run (Foto: Augsburger Allgemeine)

Michaela machte viel bessere Fotos, auch wenn meine Herzchen-Bilder eher herzzerreißend waren. Irgendwie kann ich das nicht.

Missglückter Versuch, ein Herz zu formen.

Auf der langen Geraden konnte ich den Läufer aus Mering überholen und schon sah ich das nächste Opfer, den ich dann unter Applaus von 4 Zuschauern, die am Bahngleis warteten, überrumpeln konnte. Wieder hoch zur Bahnbrücke und Richtung Weitmannsee. Kurze Trinkpause – bei dem Wetter ist immer ein Becher für den Rachen und der Andere für den Kopf. Ich hatte schon den nächsten Läufer eingeholt und blieb bis zum Lechradweg hinter ihm. Ich nutzte den Pacemaker, um die Salztabletten aufzumachen und auch ein Energiegel herunterzubekommen. Kurz vor dem Auensee war ich gestärkt und konnte ihn überholen. Vorbei an den Nackedeis, die uns applaudierten ging es dann wieder hoch zur Brücke. Vor dem Start/Ziel konnte ich sogar noch den vierten Läufer in dieser Runde überholen.

Am Ende (von Runde 2)

Wieder hoch über die Bahnbrücke, langsam tun die Beine richtig weh und ich musste versuchen, nicht einzubrechen. Aber der Puls war noch in Ordnung. Vor mir sah ich auf der Geraden noch 3 Läufer. Es war schon etwas einsam. Ich lief auf der linken Straßenseite, um wenigstens ein paar Schattenstellen abzubekommen.

Das Bild stammt aus dem Anfang von Runde 2

Vor mir war ein komplett in schwarz gekleideter Läufer (bestimmt eine sehr dankbare Farbe bei dem Wetter) und langsam wurde der Abstand auch etwas geringer. An der Brücke zum Weitmannsee stand gottseidank die Feuerwehr und ich schrieb rüber „Wasser marsch“. Und schon war ich platschnass – sehr angenehm. Kurz vor dem Restaurant am Weitmannsee ließ mich der Läufer überholen und ich gönnte mir eine kleine Gehpause bei der Wasserstation. Leider ist mir beim Kopfkühlen sehr viel Wasser in die Augen geflossen, so dass ich am Anfang des Trampelpfades fast nix gesehen habe.

Aber auch ich werde verfolgt und als ich mich umsah, war ein orangenes Trikot ca. 30 Meter hinter mir. Kurzer Zwischenspurt, um den Abstand zu vergrößern, was mir auch gelang. Vor dem Auensee war der Vorsprung wieder komfortabel, aber ich wollte diesen Platz unbedingt verteidigen. Durch den Tunnelblick waren mir mittlerweile die Nackerten auch total egal. Zu Standing Ovations waren die vom Alter her ohne Viagra-Doping wohl eh nicht mehr in der Lage. Kurz nochmal umschauen und den Berg hochkriechen und da war er, der Läufer im orangenen Trikot, der mir sagte, dass direkt hinter ihm auch noch einer ist.

So mag ich es – Kämpfen bis zum Schluss

Dümmstenfalls hätte ich sogar noch um zwei Plätze nach hinten rutschen können, da das Feld ziemlich eng beieinander lag. Aber ich sagte ihm, dass ich nicht aufgebe. Die Brücke runter – kurz noch Fotoshooting bei Michaela – und auf zum Endspurt. Er war wieder knapp hinter mir und so lief ich auch mit 2 Sekunden Vorsprung vor ihm ins Ziel ein.

Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 23 – Aufgebn werd‘ am Schluss

Gut, er hätte es sicherlich geschafft und mich überholen können, aber das ist halt das Schöne beim Laufen, dass man diejenigen, die einen kilometerweit ziehen nicht auf dem letzten Meter überholt.

Nach dem Zieldurchlauf in hervorragenden 1:38:50 sah ich einen Feuerwehrmann, der mir bekannt vorkam. Es war „der kleine Richard“, der die Strecke absperrte. Er war früher als Metzger bei meinem Bruder beschäftigt. War auch schön, mal wieder kurz miteinander zu quatschen.

So damn lucky

Erschöpft und glücklich gings zur Verpflegungsstation und Michaela und Martin standen schon da. Martin war knapp 5 Minuten schneller als ich und schon am erholen, während ich erst noch etwas trinken musste. Gleich noch eine Halbe Riegele (alkoholfrei – zählt wie Wasser) und etwas quatschen. Ich war sehr zufrieden, auch wenn ich nicht gleich die Platzierung erfahren hab. Aber so um den 30. Platz könnte es geworden sein, da die Mitläufer echt top unterwegs waren.

Danach sind wir zum Auto und da Martin leider nicht zum Burger-Essen ins Los Perros mitkam, verabschiedeten wir uns. Ich ging dann gleich zum Duschen im Fitnesscenter und danach traf ich noch Monika und ihren Mann. Sie war auch fix und fertig wegen der Hitze. Respekt vor der Leistung, bei dem Wetter und nach langer Wettkampfpause.

Michaela war schon am Auto und ich verstaute noch die Sachen und trank einen großen Schluck. Die Beine fühlten sich recht gut an und auch mit Krämpfen während/nach dem Lauf hatte ich diesmal keine Probleme. Blasen hab ich auch keine gelaufen. Dann sind wir zum wohlverdienten Burger-Essen gefahren, wo Steffi, Kristy und Anja schon auf uns warteten. Oh, war das lecker 🙂 Ein Pepper-Burger nach einem Halbmarathon ist dann doch nicht so bekömmlich.

Burger-Time

Da wir ja eh in der Gegend waren, fuhren wir noch kurz in Steindorf vorbei und so konnten meine Eltern dann mit meinem Bruder per Whatsapp videotelefonieren. Wahnsinn, wie gut die Qualität heutzutage ist – trotz ein paar tausend Kilometer Entfernung. Mittlerweile meldete sich mein Magen/Darm-Trakt und innerhalb einer Stunde musste ich gleich dreimal auf die Toilette. Der Magen grummelte anständig. Aber auf dem Heimweg gönnten wir uns dann gleich noch ein Spaghetti-Eis. Damit die Kalorienbilanz ja nicht negativ wird.

Sieht aus wie eine Runde – waren aber 3 Runden

Am Abend erfuhr ich dann das offizielle Ergebnis. Die Zeit stimmte genau mit meiner Messung überein, die Entfernung war etwas unter Halbmarathon-Distanz und die Platzierung – Platz 23 von 72 Männern – machte mich total glücklich.

Platz 17 und 23 für die Martins‘

Herzlichen Dank an alle Beteiligten bei diesem tollen Event, v.a. an Michaela für die Fotos, Martin fürs Mitlaufen (auch wenn er mit gleich davongelaufen war) und die Friedberger Fans fürs Anfeuern. Ich kann den Lauf in Kissing empfehlen, auch wenn es über drei identische Runden geht. Aber wann läuft man schon mal durch ein FKK-Gebiet.

Kristy, der Bayern-Fan(atiker) schickte mir sogar noch ein nachbearbeitetes Foto mit meiner ausgeschriebenen Startnummer – 1860. Er hatte Heute wohl am meisten leiden müssen. Aber am Abend haben die 60er im DFB-Pokal dann doch noch verloren. Somit waren Alle glücklich und zufrieden an diesem Sonntag.

Neue Startnummer

Einen objektiver geschriebenen Artikel über das Rennen könnt Ihr bei der Augsburger Allgemeine nachlesen.

Den Lauf zum Nachlaufen findet Ihr hier.

Bis bald

Euer Martin Glas