31.12.2017: Silvesterlauf Pfaffenhofen an der Glonn

Das Laufjahr 2017 neigt sich dem Ende mit einer tollen Bestzeit über 10 km. Ich hatte zwar überlegt, nicht anzutreten, da mich die weihnachtliche Rüsselpest heimgesucht hatte. Aber es war kein Fieber und eine tolle Startnummer: 1144.

Schnapszahlen an Silvester – Prosit

Das Wetter war auf der Hin- und Rückfahrt sehr sonnig. Während des Rennens jedoch war die Sonne weg . Wir parkten bei der Furthmühle und gingen dann bei eisigem Wind zur Eventhalle, in der es sehr warm war. Selbst Michaela musste ihre Jacke ausziehen – und das heißt schon was.

Wichtig „an der Glonn“

Ich entschied mich für den letzten Lauf des Jahres doch nochmal für die Mizuno Wave Rider 19 Hamburg Edition, die mich alle Wettkämpfe in 2017 getragen haben.

Vor dem Ruhestand

Nachdem die Startnummer geholt war haben wir uns an einen Biertisch gesetzt. Es war sehr voll und laut. Michaela hatte noch lecker Wiener und danach einen Kuchen. Und ich: Nix, nada, meinte. Hätte ich ja alles im Bauch gehabt (der dank Weihnachten schon sehr gut gefüllt war) und mitgeschleppt.

Um kurz nach halb Eins sind wir dann raus in die windige Kälte. Sehr schöne Toilettenwagen, nix Dixie. Ich zog mir sicherheitshalber die Handschuhe und Mütze an, da es kalt war. Kann ich ja später ausziehen. Walkman startbereit machen und in die Startaufstellung einreihen und dann warten bis zum Böller-Startschuss. Die Ballons steigen zum Himmel. Los geht’s.

Von der Eventhalle ging es erstmal leicht bergauf nach Pfaffenhofen. Dort dann richtig steil runter und auf einem Feldweg Richtung Furthmühle. Der erste Kilometer in erstaunlichen 4:18. Läuft . Kurz drauf hat mich Michaela dann das erste Mal erwischt.

Das Bild von der Seite mit Hängebauch musste leider zensiert werden.

Dann ging es etwas bergauf auf der abgesperrten Strasse zum Kreisverkehr. Dort dann auf einem Feldweg ca. 1,5 km. Da der Schnee der letzten Tage wieder komplett weggeschmolzen / weggeregnet war, glich die Strecke einem batzigen Parcours. Die anderen Läufer sahen schnell wie kleine Schweinderl aus. Dann unter der Straße steil bergauf nach Wagenhofen, wo uns viele Leute applaudierten. Ein paar grillten sogar an der Straße. Danach ging es stetig bergauf und dann auf dem schmierigen Feldweg bei Gegenwind zur Straße nach Pfaffenhofen. Dort dann leicht abwärts und dann zum Ende der ersten Runde wieder zur Eventhalle. (Nicht nur) Michaela hat mich dann auch gleich wieder fotografiert.

Objekt der Begierde

Der Schotterplatz bei der 5 km-Markierung war ziemlich matschig, aber nicht rutschig. Am liebsten hätte ich abgebrochen, aber was solls. Ab in die nächste Runde.

Augen zu – aber mit Herz

Die zweite Runde ging anfangs ganz gut, aber bei den Anstiegen hatte ich schon so meine Probleme. Ich heftete mich an einen Läufer, an dem ich dran bleiben wollte. Windschatten kann ich aber nicht laufen und so überholte ich ihn und war selbst der Windschattenspender. Auf der Strecke waren ein paar Jungs mit einem mobilen Augustiner-Verpflegungsstand.

Dann endlich wieder in Pfaffenhofen und auf die letzten Meter zum Ziel. Etwas Reserven hatte ich noch und im Ziel kam ich dann fix und fertig an. Auch wenns auf dem Bild anders aussieht war ich doch überglücklich. Neue 10km-PB mit 45:31 und Platz 47 (von 172) in der Altersklasse.

Schnell rein in die warme Halle und umziehen. Erst noch einen Tee. Danach gab es gegen Eintausch der Startnummer einen Südtiroler Speck. Das ist das, was der Metzgerbua unbedingt braucht . Noch einen Tee und dann ab zum Auto.

Wenn das mein Sponsor sieht

Die Strecke zum nachlaufen findet Ihr hier: https://www.relive.cc/view/g16620513148

Jetzt ist aber Schluss mit Laufen in diesem Jahr. Ich bin dankbar, verletzungsfrei geblieben zu sein. Es war sehr erfolgreich mit 3 Marathons, 2 Halbmarathons, Wingsforlife, Silvesterlauf und geschlagenem Chef beim B2run.

Mal schauen, was das neue Jahr bringt. Tausend Dank an mein Spatzl Michaela, die mich immer unterstützt (und toll fotografiert). Es geht sehr viel Zeit drauf durch das laufen.

Jetzt wünsch ich Euch Allen einen guten Rutsch in ein erfolgreiches, gesundes Neues Jahr 2018.

Ganz liebe Grüße

Euer Martin

30.11.2017: Berlin Berlin – wir fahren nach Berlin

Am heutigen Donnerstag startete der Versand der Emails mit dem Verlosungsergebnis für den 45. Berlin Marathon am 16. September 2018. Den ganzen Tag über starrte ich auf mein Mailaccount – nix. Weder Zu- noch Absage. Am Nachmittag vergaß ich es fast sogar vor lauter Arbeit. Nachdem ich meinen PC schon ausgeschaltet habe und vor der Heimfahrt schaute ich nochmal auf mein Smartphone. Es kam eine Mail von SCC Events, aber auf dem Startbildschirm konnte ich es noch nicht lesen. PIN eingeben und Mail aufrufen.

WOW – Spitze – ich bin wieder DABEI . Der Marathon-Kreis, der sich 2015 in Berlin öffnete sollte sich 2018 schließen (oder in eine neue Runde gehen). Wenn ich im Frühjahr einen Marathon überstehe, sollte es Nummer 10 werden. Und die Zeit von 2015 mit 4:00:49 sollte geknackt werden. Das Hotel ist schon gebucht und hoffentlich besser als 2015. Wir haben uns für Eines weit weg vom Flughafen Tegel entschieden. Und vom BER droht auch 2018 noch keine Lärmbelästigung. Michaelas‘ Papa hat mir auch gleich seine Zusage gemailt. Mit ihm bin ich immer Persönliche Bestzeit gelaufen. Hoffentlich bekommen meine Arbeitskollegen Sarah, Martin und Stefan auch noch eine Zusage.

Ist für Nicht-Marathons zwar schwer verständlich, dass sich Jemand so freut, dass er 42,195 km laufen darf. Aber so bin ich halt. Ist auch eine Art von Sado-Maso.

Da die Zeit nun drängt bin ich gleich mal Zuhause 10km auf dem Laufband gelaufen.  Es sind nicht mal mehr 42 Wochen.

Jetzt wünsch ich Euch eine schöne besinnliche Adventszeit – ich bin dann mal Laufen ‍♂

08.10.2017: 32. München Marathon

Anmeldung

Da ich 2017 ja bereits in Hamburg war, Füssen noch vor der Tür stand und um die Kosten für das Marathon-Hobby nicht so sehr in die Höhe zu treiben, habe mich gegen mein ursprüngliches Ziel – den Marathon von Leipzig nach Halle zu laufen – entschieden. Es musste etwas in der Nähe sein, ohne großartige Kosten für Hotel und Anreise. München kenn ich und bin 2015 dort meinen zweiten Marathon gelaufen. Da komm ich mit der S-Bahn hin, auch wenn ich die Strecke damals nicht so toll fand. Aber nachdem sich meine Arbeitskollegen Stefan und Martin entschieden haben, auch den 32. München Marathon zu laufen, war die Entscheidung klar.

Kurz vor Ablauf der zweiten Anmeldeperiode meldeten wir uns zu dem Schnäppchenpreis von 85 Euro pro Person kurz vor dem 30.06.2017 an. Ich war zwar noch etwas skeptisch, da ich ja Ende Juli den Füssen-Marathon vor mir hatte. Zusätzlich fand ich das obligatorische Finisher-Shirt mit 38 Euro unverschämt teuer.

Trainingsplan

Gleich einen Tag nach dem Füssen-Marathon trafen wir drei uns beim Mittagessen zum Kick-Off und unterhielten uns über unser gemeinsames Vorhaben: Nach dem Marathon ist vor dem Marathon. Stefan war schon fleißig am Trainieren und Martin C. war auch gut im Training. Beide haben bisher je einen Marathon erfolgreich absolviert – Stefan 2010 in New York mit 4:27 und Martin C. mit 3:58 dieses Jahr ja in Hamburg. Ich machte fast eine ganze Woche Laufpause, bevor es dann losging mit dem 10-Wochen-Training. Wir nahmen uns vor, nach dem 3:45-Stunden-Plan von Herbert Steffny zu trainieren. Der hat sich bei mir in Füssen überraschend gut bewährt. Ich habe mich während der Vorbereitungszeit weitgehend an den Plan gehalten und auch die langen Läufe um die 30 km liefen überraschend gut. Dabei bin ich viermal von der Arbeit nach Hause gelaufen – zwischen 26 und 32 Kilometer. Martin C. schwenkte sogar auf den 3:30-Stunden-Plan um und wollte diese Marke angreifen.

Anreise

Die Anreise erfolgte am 6.10.2017 direkt nach der Arbeit, als ich zur Marathon-Messe in die Olympiahalle fuhr.

Olympiahalle München
Eingang

Erstmal in die falsche Richtung abgebogen und genau auf der Gegenseite der Halle sagten die Ordner mir, dass ich von der anderen Richtung zur Startnummern-Ausgabe muß. Ich biß mir auf die Zunge und sagte nix – drin war keine Menschenschlange und nur 4 Läufer an den Terminals. Im Nachhinein hab ich gehört, dass es Vielen ähnlich erging und sie sich richtig beschwert hatten. Also nochmal um das obere Rund der Olympiahalle, bis ich endlich die Startnummer hatte. Dann weiter zur Startbeutelausgabe, der relativ stabil aussieht.

Startbeutel für Klamotten

Die Ausgabe erfolgte durch Flüchtlinge, was ich eine schöne Aktion fand. Zum Schluss noch das Finishershirt abholen und etwas auf der Messe herumschauen. Da hinkt München hinter den Messen in Berlin, Frankfurt und Hamburg sehr stark hinterher. Nicht mal Sleepies gab es 🙁 Dafür einen BMW-Schlüsselanhänger mit der Strecke. Auf der Heimfahrt gab es ein sehr starkes Unwetter in München mit Hagel, Sturm und starkem Regenfall. Das die Straßen in der bayerischen Landeshauptstadt nicht die Allerbesten sind, merkt man an den Pfützen auf den Straßen. Hoffentlich wird das Wetter am Sonntag besser – aber die Vorhersagen verhießen nix allzu Gutes.

Hotel

Da wir ja an der S-Bahnstrecke wohnen und zum Olympiastadion öffentlich nur ca. 45 Minuten brauchen, ist der Vorteil von München, dass wir hier kein Hotel brauchen. Ich wollte diesmal auch mit der S-Bahn fahren, da es mir nach dem WingsForLife-Lauf im Mai nicht gut ging und es schon ziemlich gefährlich war, mit dem Auto zu fahren. Schön ist in München, dass die Startnummer zur kostenlosen Fahrt beim MVV berechtigt. Das ist nicht überall so. Meine beiden Kollegen wohnen direkt in München, also für Alle ohne Reisestrapazen. Ich durfte mir von Köchin Michaela auch meine Leibspeise für das Abendessen am Samstag wünschen: Spaghetti Bolognese 🙂

Startnummer

Anfang Oktober bekamen wir die Email mit der Teilnahmebestätigung und der Startnummer: 3087.

Startnummer

Kurz vor dem Lauf

Die Prognosen für den 8.10.2017 waren Anfang der Woche noch katastrophal: 4-6 l/m² pro Stunde während des Laufes, windig und kalt. Die Niederschlagsmenge sank im Laufe der Woche (und verschiedenen Wetterberichte), dafür nahm die Windgeschwindigkeit zu. Am Samstag sagten sie für das Rennen jedoch nur geringe Regenmengen an, dafür aber mittelstarken Wind mit Böen bis zu 50 km/h. Ich stellte mich also auf ein Sauwetter ein und richtete das lange Kompressionshemd und die Laufmütze her. Am Samstag Abend noch die Mizuno Wave Rider 19 Hamburg Edition für ihren letzten Einsatz gegen das Wasser imprägnieren und Alles kontrollieren. Nach dann 3 Marathons und 3 Halbmarathons in 2017 haben sie sich den Ruhestand wohlverdient.

„wir gehen nun in den Ruhestand“ 

Nach einer unruhigen Nacht wachte ich um kurz vor 6 Uhr auf und frühstückte nochmal anständig. Danach zog ich die „Unterwäsche“ an und tapte meine Achillessehnen. Nebenzu lief gerade der Start des Formel 1-Rennens in Suzuka. Auch mal ganz schöne Unterhaltung. Um kurz nach 7 Uhr ging es dann los.

Selfie vor der Abfahrt

Beim Verlassen des Hauses schaute ich kurz in mein Handy. Martin C. schrieb per WhatsApp in die Gruppe, dass er sich nicht gut fühlt und bei dem Wetter lieber nicht starten wird. So werden aus 3 Musketieren schnell mal zwei Musketiere.

Ausnahmsweise bin ich mit dem Auto vom Haus zur S-Bahn in Gernlinden gefahren, die auch schnell kam. Es war durch den Wind bitterkalt draußen, aber in der S-Bahn war es wenigstens schön warm. Es waren relativ wenige Mitläufer in der S-Bahn, aber am Marienplatz standen schon zahlreiche Läufer. In der U-Bahn traf ich ein nettes Paar (um die 60 Jahre) aus dem Kraichgau. Wir unterhielten uns über unsere „Triumphe“ der Vergangenheit. Der Mann wollte unter 3:30 Stunden laufen. Das ist leider nicht meine Kategorie, aber die 3:45 Stunden sollten Heute geknackt werden. In Füssen fehlten ja nur 34 Sekunden. Wir gingen dann zum Olympiastadion-Eingang und ich besuchte erstmal die Toilette.

Vor dem Start noch alles leer

Nun zur Umkleide und nochmal checken, wo der Treffpunkt in der Halle genau war. Die Umkleidemöglichkeit beim München-Marathon sind ehrlich gesagt eine Zumutung. Hinter sperrangelweit-offenen „Sichtschutz“-Wänden zieht man sich da auf (teilweise regennassen) Bierbänken um. Und durch den starken Wind drohten diese, in jedem Moment umzukippen. Wir hielten mit einer Hand die Stangen zurück und zogen uns an. Irgendwann sagte ich, dass wir die Bänke in den Innenraum stellen sollten, damit sich Keiner vor dem Rennen verletzt. Dann den Kleiderbeutel abgeben und los Richtung Olympiahalle. Nochmal kurz auf die Toilette (Nr. 2). Dabei fiel mir ein, dass ich meinen Walkman-Fernbedienungs-Ring im Beutel vergessen habe. Also wieder zurück und dabei lief mir Stefan über den Weg. Wir gingen wieder zurück und zur Abwechslung gleich mal wieder auf die Toilette im Olympiastadion. Wir blieben dann in den Katakomben des Stadions, um uns vor dem eisigen Wind etwas zu schützen.

Um kurz vor 10 Uhr (unser Startblock war um 10:10 Uhr) gingen wir erneut auf die Toilette – nervöse Blase . Dann runter zum Coubertainplatz und dort konnten wir den Startschuss der Böllerschützen direkt verfolgen.

Wir schlichen uns in die zweite Startwelle. Kurz noch die Laufuhr programmieren auf 3:45 Stunden und schon bewegten wir uns in Richtung Startlinie.

Der Lauf

Auf geht’s – so steht es auf dem Startbogen. Seit Montag bin ich keinen Meter mehr gelaufen und nun soll/muss/darf ich 42,195 km laufen bei saukaltem Herbstwetter. Noch ist es trocken. Nach dem Coubertainplatz bewegte sich der Tross leicht hoch am Rande des Stadions entlang. Es gab kein großes Gedränge und so konnten wir leicht zusammen bleiben. Die ersten Kilometer konnten wir super unser angestrebtes Tempo von 5:23 min/km für die ersten 15 km erreichen. Beide hätten wir schon wieder auf die Toilette gemusst und waren dabei nicht die Einzigen –  immer wieder verschwand Einer in die Büsche . Aber wir wollten bis zum Englischen Garten durchhalten – knallharte Jungs halt. Nach km 5 kam dann an der Siegessäule die erste Kehre.

Weiter geht’s durch Schwabing zur ersten Wechselstelle für die Marathonstaffeln. Kurz danach stand unser Firmenchef am Straßenrand und wir klatschten ihn ab. Er ist selbst erfahrener Marathoni und es ist toll, wenn man angefeuert wird. Vielleicht zahlt es sich bei der nächsten Gehaltsrunde ja aus . Danach ging es in den Englischen Garten Richtung Norden und dann wieder südwärts. Kurz vor der Verpflegung bei km 10 gingen wir dann in die Büsche, um diese zu Gießen. Bis zum Ausgang des Englischen Gartens hatten wir den Zeitverlust wieder reingeholt. Dort feuerte unser Chef uns auch nochmal lautstark an. Bei km 15 waren wir sogar 4 sec/km schneller als der Plan mit einer durchschnittlichen Kilometerzeit von 5:23 Minuten.

Nun standen 10 schnelle Kilometer mit 5:14 an. Durch Bogenhausen ging es leicht bergauf bis zur Halbmarathon-Marke. Der Wind war ekelhaft. Kurz vor dem Halbmarathon konnten wir ein BMW-Pacercar überholen. Ist auch mal ganz schön, einen BMW zu überholen. Bei km 22,5 hatte ich meine erste Eigenverpflegung-Flasche deponieren lassen. Durch den Regen hat sich der wasserfeste Stift gelöst und ich hatte plötzlich blaue Finger. Von den Fingern hingegen ging die Farbe nicht mehr ab – erst am Abend. Danach ging es durch Oberföhring zum östlichsten Punkt der Strecke. Keine sehr schöne Gegend und wenige Zuschauer. Am Leuchtenberg war km 25 erreicht und der schnellste Streckenabschnitt war planmäßig erreicht.

Die letzten 17 km müßten wir nur noch das Durchschnittstempo von 5:23 halten und könnten so das Ziel in Sub-3:45 erreichen. Aber leider läuft das (Marathon-)Leben nicht immer geradlinig. Am Ostbahnhof vernebelte uns erstmal eine uralte Dampflokomotive die Sicht und dank meines Bayern (nicht FC)-Buff atmete ich nicht so viel Abgase ein. Es blieb zwar trocken, aber der Wind zehrte schon an den Nerven und der Motivation.

Endlich wieder über die Isar laufen und durch Haidhausen am Deutschen Museum entlang.  Bei km 31 beginnt doch erst der schönere Teil des München-Marathon. Doch irgendwie konnte ich es nicht genießen. Ich fühlte mich scon wie im Tunnel und nahm die Umgebung fast nicht mehr wahr. Es waren zwar mehr Leute in der Innenstadt, aber so richtig genießen konnte ich es diesmal nicht.

Auf dem Marienplatz

Über den Marienplatz ging es zum Odeonsplatz.

Kurz nach dem Odeonsplatz trafen wir Stefan Frau und legten einen kleinen Fotostop ein.

Auf geht es zum letzten Streckenabschnitt durch die Maxvorstadt. Die Oberschenkel waren kurz davor, zuzumachen und ich hatte keinen Bock mehr. Ich dachte sogar, an mein „Karriereende“ als Marathon-Läufer nach. Aber Stefan zog mich förmlich mit. Zu allem Überfluss noch eine grauenhafte Darbietung von „Highway to hell“ von einer Streckenband. Schrecklich.

Auf dem Königsplatz

Am Königsplatz dann die Kehre und jetzt wieder zurück Richtung Universität – nochmal an der Band vorbei.

Die Blasmusikkapelle am Englischen Garten und die zahlreichen Trommelgruppen waren viel besser. Jetzt heisst es Zähne zusammenbeißen. Wir waren mittlerweile über 2 Minuten hinter dem Plan. Bei km 37 dann entlang des Siegestores ging es nochmal über den Anfangsstreckenabschnitt.

Am „Walking Man“ trafen wir nochmals auf Stefans‘ Frau, die uns fotografierte.

Kurze Verpflegungsaufnahme an der Verpflegungsstation und weiter geht’s. Ich wollte aufgeben und ein Stück gehen. Stefan war aber auch schon fertig und meinte, ich könnte noch davonlaufen. Aber ohne ihn wär ich komplett eingebrochen und wir wollten doch gemeinsam ins Ziel.

Kurz nach km 40 nahmen wir noch Wasser zu uns und gingen dabei ein paar Meter. Ein letztes Aufbäumen und kurz vor dem Olympiapark versprach ich meinen Beinen, dass sie mindestens einen Monat Pause haben, wenn wir im Ziel sind. Nochmal hoch zur Parkharfe und leicht bergab Richtung Marathontor. Diesesmal hab ich es in meiner Apathie leider überhaupt nicht genießen können.

Tunnelblick

Auf der Tartanbahn bin ich dann doch noch aufgewacht und wir legten zum Schlussspurt im Olympiastadion an.

Wir überholten sogar noch einige Läufer auf der Zielgerade.

Hand in Hand liefen wir über die Ziellinie. Fix und Fertig. G’SCHAFFT – so wie es auf dem Zielbogen steht.

Gemeinsam G’schafft

Und doch noch unter 3:50 Stunden mit handgestoppten 3:49:30. Zwar die 3:45 klar verfehlt, aber bei den äußeren Umständen doch noch super.

Marathon Nummer 8 erreicht und in der Sub-4-Stunden-Bilanz steht es nun 7:1 (wie BRD vs. BRA bei der WM 2014). Im Ziel gab es gleich die redlich verdiente Finisher-Medaille umgehängt. Die ist in München wirklich am Schönsten. Überglücklich, nicht komplett eingebrohen zu sein. Wir holten uns dann gleich etwas zu essen und ein, zwei Bier. Letztes alkoholfreies Bier für längere Zeit – ab jetzt gibt’s wieder richtiges Kuchlbauer 😂.

Über eine rutschige Rampe mussten wir dann die Treppen des Olympiastadions hoch. Jedes mal wieder ein schmerzhafter Aufstieg. Die Oberschenkel brennen.

Nach dem Lauf

Angekommen im oberen Stadionoval gingen wir dann zur Gepäckbeutelabgabe. Dann die bösen Treppenstufen hinunter zu den Herrentoiletten. Hier konnten wir uns unter der Treppe windgeschützt umziehen. Raus aus den schweißdurchnässten Klamotten, kurz abtrocknen und endlich wieder warme Kleidung. Danach nochmal kurzes Photoshooting mit Olympiastadion und -turm im Hintergrund.

sdr

Jetzt noch die Zeit in die Medaille gravieren lassen. Das ging extrem schnell, aber was war das? 3:50:07. Ich hätte die Medaille am liebsten zurückgegeben. So war wegen lächerlichen 7 Sekunden die Stimmung für den ganzen Sonntagabend getrübt. Erst am nächsten Morgen bei der Fahrt zur Arbeit ist es mir eingefallen, woran die Differenz lag: Ich hatte vor kurzem die Funktion „Auto Pause“ eingeschaltet. Und beim Wildpinkeln und Schuhe fester binden kommt man halt zum stehen und die eigene Uhr pausiert während die offizielle Uhr gnadenlos weiterläuft.

Was soll’s, Shit happens. Das Wichtigste ist doch immer, dass man gesund das Ziel erreicht. Ich verabschiedete mich nach der Medaillengravur von Stefan und ging zur U-Bahn. Glücklicherweise hab ich gleich die nächste U-Bahn bekommen und auch am Marienplatz ging es zügig weiter. Zuhause gab es dann gleich ein Muskel Aktiv-Bad und ein kulinarisches Durcheinander. Ich Lauf ja keinen Marathon, um abzunehmen 😂.

P.S.: DANKE an Stefan. Es hat echt Spaß gemacht, wieder mit Dir zu Laufen und danke, dass Du mich ins Ziel geschleppt hast.

Medaille

Strecke

Urkunde

Finishershirt

Relive

Zum „Nachlaufen“: https://www.relive.cc/view/g14746718107

Video

10.09.2017: Rockin‘ Friedberger Halbmarathon

Eines der Highlights ist wie jedes Jahr der Friedberger Halbmarathon, der diesmal sein 15. Jubiläum feierte. Hier begann meine „Läuferkarriere“ 2011 mit einem Drei-Viertel-Halb-Marathon 🙂

Nun ging es also zum siebten Mal auf den 4-Runden-Kurs. Da mein Trainingsplan für den München-Marathon am 8. Oktober einen Halbmarathon in 1:46 für KW 7 vorsieht, habe ich die letzten beiden Wochen getauscht. Da ich ja eher der Flachland-Läufer bin, machte ich am Donnerstag noch einen hügeligen Lauf – 5 Runden á 2,25 km im Trimmdich-Pfad in Fürstenfeldbruck mit ganz giftigen Anstiegen und danach einem Riesen-Muskelkater.

Vom Profil her ähnlich dem Friedberger Berg. Wer den nicht kennt: Am Ende einer jeden Runde muss man den Berg mit 14 % Steigung hoch. Da hier die meisten schadenfrohen Zuschauer stehen, kommt es einem so vor wie die Bergankunft in Alpes D’Huez bei der Tour de France. (Dieses Jahr waren es wegen dem Wetter nicht so viele Zuschauer)

Am Samstag holte ich wie immer die Unterlagen ab und es gab wieder ein schönes Laufshirt. Die letzten zwei Jahre waren die nicht so toll, aber fürs Laufband im Keller reichts‘ 😉

Bei der Fahrt zum Marienplatz bin ich schon mal mit dem Auto den Berg hoch. Selbst im Auto muss man da einen Gang runterschalten, sonst stirbt der Motor ab – wie beim Laufen. Den Wetterbericht für Sonntag hab ich die ganze Woche über schon verfolgt. Wie immer so treffsicher wie bei Wahlprognosen. Es soll eher regnerisch (mit Riesenunterschieden bei den Niederschlagsmengen) werden, da waren sich Alle einig. Auf der Fahrt nach Friedberg hatte es auf der Autobahn schon ziemlich heftig geregnet, aber in Friedberg war es mehr tröpfeln und nieseln. Prophylaktisch hatte ich nach dem Aufstehen meine Laufschuhe mit Imprägnierspray eingesprüht, damit „weniger“ Wasser reinkommt.

Nach der Ankunft am Volksfestplatz in Friedberg musste ich mich erstmal noch fertig anziehen. Da es Draußen leicht regnete musste ich das halt im Auto machen. Ist schon ein weinig eng 😉 Auf einmal klopfte es an meiner Scheibe und Steffi und ihre Mama waren draußen. Leider konnten sie dieses Jahr nicht zusehen, weil Kristy krank ist (böse Hoffenheim-Grippe wahrscheinlich 😉 Noch kurz geratscht und dann ging es los zum Start am Marienplatz. Es war doch ziemlich kalt und ich hatte einen Regenschutz rübergezogen.

Um 10 Uhr wurde dann traditionell der Startschuss von den Böllerschützen abgegeben. Los gehts.

Kurz danach erreichte ich die Startlinie und legte gleich auf der Ludwigsstraße los. Von dem Muskelkater aus dem Trimmdich-Pfad war anfangs nix mehr zu spüren. Es ging relativ relaxed los und trotz 1100 Teilnehmern war kein großes Gedränge. Der erste Kilometer war natürlich wieder viel zu schnell. Geplant hatte ich 5:01 min/km – stattdessen waren es die ersten 5 Kilometer bis zum Fusse des Berges zwischen 4:29 – 4:42 min/km.

An der Afrastraße sah ich auch eine der beiden älteren Damen wieder frenetisch applaudieren und ich rief (wie in den vergangenen Jahren) rüber, dass ich ja letztes Jahr versprochen habe, wieder vorbeizukommen. Leider war die andere Dame nicht da – hoffentlich nur im Urlaub.

Dann mussten wir den Berg hoch und ich dachte jetzt schon, dass ich in der zweiten Runde hochkriechen muss. Oben angekommen ging es wieder durch die Stadt. Am Bahnhof hab ich meine Arbeitskollegin Sarah eingeholt, die auch super unterwegs war. Auch wenn es kühl war und ich selbst nicht so viel schwitzen musste, nahm ich ab Runde 2 bei fast jeder Verpflegungsstation Wasser zu mir. Auf die Bananen verzichtete ich diesmal komplett. Unten am Berg angekommen hielt ein kleines Mädchen die Hand zum Abklatschen raus (dachte ich). Als ich Abklatschen wollte spürte ich etwas. Sie hatte mir zwei Werthers Echte und eine Marzipan-Praline gegeben. Hab ich auch noch nie erlebt und dabei soll ich doch nix von fremden Frauen nehmen. Die Praline gab mir einen kleinen Zuckerschub und so ging es mit einem leichten Ziehen im rechten Oberschenkel den Berg hoch. Gefühlt langsamer als in der ersten Runde.

Wer erkennt den Berg?

Durchs Ziel schaute ich auf die Uhr und stellte fest, dass ich fast gleich schnell war. Ich nahm leicht etwas Tempo raus, doch dann kam der Jagdinstinkt wieder und ich wurde schneller. Kurz vor dem Bahnhof wurde ich von dem Führenden überholt. Ist immer deprimierend, aber was soll’s. Nun doch etwas langsamer, weil der Berg naht ja schon wieder. Das erste Gel nun reingezuzzelt. Diesmal ging es ganz zäh und ich dachte, dass ich ins Gehen komme und das nächste Mal dann hochgehen muss.

Bei ca. 1:15 Stunden begann ich die letzte Runde. Wahnsinn, ist jetzt schon wieder die letzte Runde. Wie die Zeit vergeht. Da muss ich mich ja von den unermüdlich klatschenden Zuschauern verabschieden. In der Wiffertshauser Strasse wurde ich von zwei Läufern überholt und hab sie mir dann vor der Verpflegungsstation wieder geschnappt. Ich wollte mich an ihre Fersen hängen und mich ziehen lassen. Das ging einigermaßen gut, aber irgendwann kurz vor dem Berg hab ich sie dann doch verloren. Mitte des Berges ging es sogar besser als in der Runde vorher. Ich schaute auf die Uhr, die gerade auf 1:39 Stunden umgeschlagen hatte. Dann halt doch nicht gehen sondern Vollgas und vielleicht schaff ich ja noch die Sub-1:40. In 1:39:40 lief ich dann über die Ziellinie – fick und fertig.

Der Lauf zum „Nachlaufen“:  https://www.relive.cc/view/g14152605834

Das waren über 6 Minuten schneller als geplant und 3 Minuten schneller als beim Münchner Stadtlauf. Damals dachte ich, dass wäre schon das Ende der Fahnenstange. Aber manchmal geht dann doch etwas mehr. Und dann kommt eine neue Persönliche Bestzeit raus 🙂

Kurz nach mir kam auch meine Arbeitskollegin ins Ziel, die siebtschnellste Frau wurde und 20 Minuten schneller als bei ihrer ersten Teilnahme in Friedberg war. Gratulation. Ich wurde auch Zwölfter in meiner Altersklasse. Das ist auch der einzige Kritikpunkt am Friedberger Halbmarathon: Mit 43 Jahren ist es schon blöd, wenn man in die Altersklasse „M40 – Senioren“ eingruppiert wird. Da komm ich mir immer so alt vor 😉

Da es doch sehr kühl und ich durchgeschwitzt war, holte ich mir noch mein Getränk und die Obstschale und ging gemütlich zurück zum Volksfestplatz. Die Beine taten schon ziemlich weh. Im Auto wieder umziehen und noch kurz telefonisch Entwarnung bei meinen Lieben gegeben, dass es Mega-Geil gelaufen ist.

Auf dem Rückweg machte ich noch einen Einkehrschwung im Bauernmarkt in Dasing und gönnte mir ein Schnitzel mit Pommes. Ich nahm auch noch leckeren Kuchen für uns mit. Zuhause dann erstmal berichten und dann ab in die Wanne. Den Muskelkater spür ich leider schon ziemlich stark, aber ich hatte eine geniale Idee: Man lege auf die Oberschenkel eine Katze, die wird den Kater schon austreiben.

Ich hoffe, Euch hat der Artikel etwas gefallen und Ihr seid nicht eingeschlafen – was ich heute Abend hoffentlich gut mache. Da meine Sportfotografin Heute leider nicht dabei war, werden die offiziellen Fotos noch nachgereicht.

Euer Martin

23.07.2017: 17. Königsschlösser-Romantik-Marathon Füssen

Anmeldung

Leider gibt es in Augsburg keinen Marathon mehr. Da ich wollte, dass mir meine Eltern einmal bei einem vollen Marathon zusehen, hab ich meinem Vater zu seinem 79. Geburtstag  im März einen Hotelgutschein für 2 Personen geschenkt. So richtige Begeisterungsstürme hat das Geschenk zwar nicht ausgelöst. Aber New York wär da schon viel teurer gekommen. Außerdem war meine Mutter im letzten Herbst und auch im Juni jeweils zur Reha in Schwangau. Die Gegend um Füssen gefällt jedoch uns Allen und so war die Entscheidung leicht.

Im Gegensatz zu den großen Stadtmarathons ist der Lauf in Füssen überschaubarer und auch die Anmeldegebühren (ab 39 Euro) sind günstig. Wo sonst die Medaillengravur (gibt es hier leider nicht), die Pasta-Party und das Finisher-Shirt extra verlangt werden, ist das hier alles inklusive. Es gibt zwar weniger Sehenswürdigkeiten als in Großstädten, aber allein das Schloss Neuschwanstein mit den Bergen im Hintergrund ist Attraktion genug.

Trainingsplan

Aufgrund des kurzen zeitlichen Abstandes zwischen Hamburg-Marathon und Wingsforlife-World Run und dem Füssen-Marathon entschied ich mich für den 10-Wochen-Plan von Herbert Steffny mit einer Zielzeit von 3:45 Stunden. Mir war klar, dass dies wegen der Streckenbeschaffenheit (viel Feldwege, Steigungen), des Termins im Sommer und der geringen Teilnehmerzahl absolut unrealistisch sein würde. Doch gibt es so wenigstens noch etwas Puffer zur magischen 4-Stunden-Grenze. Die Haupttrainings-Tage waren Sonntag (früh), Montag, Dienstag – Mittwoch frei – und dann am Donnerstag der lange Lauf. So ist die Regeneration zwischen den Läufen zwar nicht optimal, aber anders gehts halt nicht 😉 Weitestgehend konnte ich den Plan auch einhalten – lediglich bei den wichtigen Long Runs gab es Probleme. Diese hatten meist einen freihändigen Nordic Walking-Anteil (auf deutsch: „gehen“) und die Maximallänge betrug auch nur 31 km.

Anreise

Nach der Arbeit in der Metzgerei bis Samstag Mittag packten wir meinen Laguna voll – mit Allem, was man so für einen Marathon braucht: Laufschuhe, Klamotten, Gehstock, Krücke und Rollator. Um 14 Uhr fuhren meine Eltern, Michaela und ich los nach Füssen und wir kamen um ca. 15:30 Uhr im Hotel an.

Hotel

Da ich vor zweieinhalb Jahren schon ein paar Tage zum Biken in Füssen war und mit dem Hotel sehr zufrieden war, wollte ich meinen Lieben etwas Gutes tun. Auch lag es sehr gut entlang der Strecke. Leider mussten wir in das 2. UG der Tiefgarage, die wie ich noch in Erinnerung hatte, sehr eng ist. Nachdem wir im Zimmer waren gingen Michaela und ich gleich zur Marathon-Messe in der Kemptener Straße. Ein Teil der Läufer bereitete sich gerade für den 10km-Lauf vor.

Die Startunterlagen hatte ich ruckzuck. Das Mädel an der Finishershirt-Ausgabe meinte, dass mir die Größe S passen würde. Solche Aussagen sind doch sehr schmeichelhaft für mich. Zurück im Hotel kurz frisch machen und danach sind wir mit meinen Eltern etwas in die Stadt gegangen. Alle bekamen ein leckeres Eis – außer der Martin 🙁 Um 18:00 Uhr ging es los mit dem Halbmarathon und mein Papa und ich sahen den Läufern beim Start zu – die Frauen gingen shoppen. Glücklicherweise waren die meisten Geschäfte bereits zu 😈

Da es noch sehr warm war konnten wir vor dem Restaurant in der Fußgängerzone sitzen und konnten den Läufern auch bei der zweiten Runde zusehen. Zum ersten Mal vor einem Marathon gab es keine Spaghetti am Abend zuvor. Keine Nudelgerichte auf der Speisekarte. Dafür genoß ich geröstete Maultaschen – die wollte ich ja nach dem Marathon in Ulm.

Das Essen war sehr lecker und die Portionsgrößen riesig. Michaela bekam zwei große Schnitzel. Später sind wir gemütlich zum Hotel zurückgegangen, um uns für den Wettkampf vorzubereiten. Mittlerweile bekam ich auch wieder meine Fieberthermometerphobie – alle 5 Minuten messen (unter der Achsel natürlich, sonst hätte ich nicht mehr laufen können 🙂 Ich fühlte mich auch nicht allzu gut vor dem schlafengehen und war sehr müde – wie die ganze Woche schon.

Startnummer

Leider gab es nur einen Einmal-Chip zur Zeitmessung, der im Schnürrsenkel festgemacht werden musste. Da hab ich immer Probleme mit dem Binden des Schuhes – was sich beim Lauf schnell bemerkbar machte. Mit den neuen Fixpoints wurde dann die Startnummer auf das massgeschneiderte Laufshirt (leider haben die das Mass bei einem anderen Körper genommen) angebracht.

Kurz vor dem Lauf

Diesmal schlief ich wieder etwas besser in der Nacht vor dem Rennen. Ich bekam nix mit von dem starken Unwetter, durch das sogar der Strom in Füssen ausgefallen war. Gut, ich hatte auch Ohropax drin. Es muss auch stark geregnet haben, aber in der Früh war es wieder ruhig und trocken. Um kurz vor halb 6 war die Nacht schon vorbei und ich schaute erstmal zwei Wetter-Apps an, die unterschiedliche Prognosen boten. Von Dauerregen bis mindestens 2 Regenschauern war Alles für den Vormittag dabei. Es sollte leichten Wind und eher wenig Sonne geben. Der Fieberthermometer zeigte auch keine erhöhte Körpertemperatur an – also muss ich wohl laufen. Keine billigen Ausreden.

Da ich mir sicher war, dass ich nach dem Rennen Probleme beim Autofahren bekomme, wollte ich das Auto noch wenigstens eine Etage höher fahren. Als ich dann im 2. UG ankam, war es stockfinster. Kein Licht ging mehr. Ich versuchte es dann über den anderen Zugang, aber auch da ging kein Lichtschalter oder Bewegungsmelder. Also musste ich blind durch die Tiefgarage. Da ich das Handy auf dem Zimmer gelassen hatte, klickte ich auf die KeyCard, um zu wissen, wo mein Auto überhaupt steht. Auf dem Rückweg gab ich der Dame an der Rezeption bescheid und sie sagte mir, dass es einen Stromausfall gab und sie den Betreiber verständigt. Zurück im Zimmer dann noch finales Anziehen und Verabschiedung. Ich lauf wieder mit den roten Mizuno, die ja schon Erfahrung mit schlechtem Wetter haben.

Da der Startplatz nur ca. 500 m vom Hotel entfernt war, ging es ganz locker zum Zelt, um den Kleiderbeutel abzugeben. Danach suchte ich noch nach meinem Studienkollegen Thorsten (Erst-Marathoni) und seine Laufgruppe. Selbst bei nur ca. 600 Teilnehmern ist es schwierig, Jemand zu finden. Um kurz vor halb acht gab ich dann auf und stellte mich im Startblock an.

Der Gewinner des Vorjahres gab noch ein Interview und sagte, dass man hier bloß nicht auf Bestzeit laufen sollte, da die Strecke so ihre Tücken hat und leicht unterschätzt wird. Vor allem vor Kilometer 14 warnte er uns und der letzte Streckenteil sei besonders anstrengend. Dann gab es noch Grußworte des Füssener Bürgermeisters. Und schon wurde der Countdown angezählt: 10, 9, 8 …, 3, 2, 1 – Los gehts.

Der Lauf

Auf meinem Walkman lief das am Freitag veröffentlichte neue Lied „0043“ von Wanda und es ging am Hotel vorbei. Gottseidank haben sich meine Fans nicht an den vereinbarten Treffpunkt gehalten – denn dort lief der Kurs nicht vorbei.

Die ersten Kilometer ging ich jeweils ca. 20-30 Sekunden zu schnell an und versuchte mich immer wieder selber zu bremsen. Auf der Augsburger Straße liefen wir raus aus Füssen nach Hopfen.

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Dann ging es auf den Feldweg hinunter zum Hopfensee. Es gab noch einige Pfützen, doch es war nicht sehr schlimm. Dann ging es entlang des Ufers auf einem Wanderweg einmal rund um den See. Immer wieder standen am Wegesrand geschnitzte Zwergenfiguren.

Am nördlichen Teil sah man zum ersten Mal das Schloss. Ein Amerikaner, der mit nacktem Oberkörper lief (brrrrrrrr), fragte mich, ob das „New-Schwan-Stien“ sei. Auf dem Rückweg liefen wir durch einen Holz- und Kunsthandwerker-Markt. Auch mal was Neues.

Dann ging es nochmal auf dem selben Feldweg zurück zur 2. Verpflegungsstation. Mittlerweile lief ich mit einem Laufkollegen aus Fulda und wir kamen ins Gespräch. Es war sein zweiter Marathon nach Frankfurt 2015 in ca. 4:17 Stunden. Wir stellten fest, dass wir für knapp unter 4 Stunden entschieden zu schnell angegangen sind und ich befürchtete, dass sich das später noch bitter rächen könnte. Wir nahmen geringfügig Tempo raus – es lief einfach zu gut. Dann kam der berüchtigte Anstieg wieder auf den Radweg nach Füssen.

Zurück führte uns der Weg hoch zum Festspielhaus und entlang des Westufers des Forggensees‘ zur Lechstaustufe 1 in Füssen. Leider kamen wir nicht mehr in die Innenstadt, wo meine Fans auf mich warteten.

Das nächste Mal wird die Strecke auch in Google Maps zuvor angeschaut 🙂 Über dem Lech erreichten wir dann auch die Zeitnahme für den Halbmarathon.

Michael und ich liefen bei 1:51 über die Zeitnahmematte, was ca. 5 Minuten schneller als geplant war. Weiter ging es hoch entlang des Forggensee. Wir kamen auch an dem Restaurant vorbei, in welchem wir beim Besuch meiner Mama vor 4 Wochen sehr lecker gegessen hatten. Ich empfahl Michael den Schweinebraten. Er bleibt ja noch 2 Wochen in Füssen.

Bei km 25 in Waltenhofen schnappte ich mir dann meine Trinkflasche mit Energieriegel. Zum Trinken ist das bequemer als aus den Pappbechern. Am Campingplatz von Brunnen ging es runter Richtung Schwangau. Auch dort waren einige Fans an der Strecke.

Vor Schwangau überquerten wir die B17 durch eine Unterführung, die jedoch nicht – wie anscheinend in Vorjahren – unter Wasser stand. Nun ging es auf dem Radweg parallel zur B17 bis zur Abzweigung zur Kirche St. Coloman.

Jetzt begann der schönste Teil der Strecke, bei dem wir geradewegs auf Schloss Neuschwanstein zuliefen. Wir liefen dann am Fusse des Schlosses in Richtung Hohenschwangau.

Am Fusse des Schlosses ging es weg vom Schloss nach Alterschrofen, wo wir Kilometer 35 erreichten. Dort wieder Richtung Schwansee mit den Königsschlössern in Blickrichtung. Einfach eine herrliche Strecke.

Um den Schwansee feuerten uns Spaziergänger immer wieder an. Im Hintergrund hörte man die Alphornbläser, die auch schon am Hopfensee spielten. Das verleihte dem Ganzen etwas mystisches.

Ich sagte Michael, dass jetzt gleich der Kini auf dem Schwan daherschwimmen würde. Vom Schwanensee aus führte die Strecke dann zum Radweg parallel an der B17. Dort wurde das Feld auch vermischt mit Radlern und beim Überholen verlor ich dann den Kontakt zu Michael. Ich hatte zwar schon seit gut 15 km ein schmerzhaftes Ziehen in beiden Oberschenkeln, aber es war noch Kraft da. Vor der Überquerung der Lechbrücke bei Füssen sah ich schon ein paar Läufer mit Krämpfen beim Dehnen.

Direkt nach der Lechbrücke gab es eine letzte Verpflegungsstation und ich nahm das letzte Gel zu mir. Noch knapp 2 km entlang des Lechs. Ich konnte dort sogar noch ein paar Läufer einholen. Anschließend ging es aber steil hoch zum Kienberg, dem höchsten Punkt. Die Beine brannten und nach einer Kehre ging es wieder hoch.

Ich wollte schon gehen, aber mittlerweile war sogar die 3:45-Grenze möglich. Also nicht aufgeben und weiter. Dann ging es endlich runter. Ich sprintete den Berg runter – mit der Gopro in der Hand. Dann sah ich noch Michaels‘ Kinder und informierte sie, dass ihr Papa gleich kommt.

Kurz vor dem Ziel ging es dann unter toßendem Applaus und Erwähnung meines Namens auf die Zielgerade und dann im Vollsprint mit einer Pace von 3:25 min/km die letzten 200 Meter ins Ziel.

Obligatorischer Griff zum Stoppen der Uhr 🙂

Fertig. Nummer 7 ist geschafft – und das in neuer Persönlicher Bestzeit von 3:45:35 (offiziell 3:45:34). Platz 128 von insgesamt knapp 500 Finishern. Michaela stand gleich hinter der Ziellinie, um mich zu fotografieren und ich bekam meine Finishermedaille umgehängt.

Nach dem Lauf

Meine Eltern waren auch im Ziel. So richtig werden sie mich nicht gesehen haben, weil doch sehr viele Leute im Zielraum waren. Aber Hauptsache, sie waren mal dabei. Und vielleicht lassen sie sich überreden, mich bei einem anderen (Halb-)Marathon anzufeuern. Auch in Füssen gab es leckeren Blechkuchen, Obst und alkoholfreies Bier im Zielbereich und ich musste erst mal Kalorien-Aufholen.

Prost Mahlzeit

Kurz nach mir kam Michael ins Ziel und er bedankte sich bei mir und ich mich bei ihm für die angenehme Unterstützung während des Laufes. Es hat echt Spass gemacht, mit Dir zu laufen und obwohl wir viel geratscht haben, hatte ich kein Seitenstechen. Wir warteten noch auf Thorsten und bei jedem angekündigten Finisher-Thorsten schaute ich, ob er es ist. Vielleicht war er ja schon vor mir da. Da ich so durchgenässt war und es mir kalt wurde, ging ich zum Zelt und holte meinen Kleiderbeutel ab, um in die Eishockey-Halle zum Duschen zu gehen. Auf dem Weg traf ich einen Läufer aus Frankfurt, der auch überglücklich war, da bei ihm die Vorbereitungszeit nicht optimal verlief.

In der Halle war gerade die Eismaschine im Einsatz und es war eiskalt. Erst mal raus aus den Klamotten und ab in die Dusche. Wir waren wohl in der Gästekabine, weil das Wasser zuerst eiskalt kam. Dann wurde es heiß und wieder kalt. Naja, ich mag Wechselduschen schon, aber jetzt wär durchgehend warm eindeutig angenehmer 🙂 Nun wieder anziehen, was vor allem bei den enganliegenden Recovery-Socken extrem schwierig ist und die Beine immer öfter krampfen. Schön sind dann die Krämpfe zwischen den Zehen.

Auf dem Rückweg traf ich nochmal den Frankfurter Laufkollegen, der wie ich auch Blasen an den Zehen hatte. Aber ich glaub, bei ihm war es viel schlimmer. Selbst das kleine Steinchen im linken Schuh, dass mich den ganzen Lauf plagte, hatte keine Verletzung hinterlassen. Zurück bei meiner Familie traf ich dann Thorsten, der jetzt auch ein Marathoni ist. Glückwunsch für diese Leistung, v.a. da er eine Woche vorher noch den Reschenseelauf gelaufen ist.

Noch kurz was trinken und essen und dann gingen wir zurück zum Hotel. Jetzt kommt der schwerere Teil des Wochenendes: Das Auto aus der Tiefgarage holen. Der Strom war natürlich noch nicht da, aber dank Handy konnte ich den Weg etwas ausleuchten.

Paranormal Activity

Nun die Auffahrt vom 2. UG zum 1. UG. Wer sowas plant gehört dazu verpflichtet, barfuss den Füssener Marathon zu laufen. Nach einmal rangieren ging es dann. Ohne Kratzer erreichte ich das 1. UG und musste dann warten, bis ein Auto vor mir durch die Schranke nach oben fuhr. Da ich direkt danach die Schranke passierte und auf halber Strecke sah, dass der Seat in der Ausfahrt stehen blieb, musste ich stoppen. Als es dann weiterging rollte das Auto mehr nach hinten und der Motor starb fast ab. Nächster Versuch mit Vollgas und quietschenden Reifen. Ich bekam einen schmerzhaften Krampf in der Wade. Geschafft – schlimmer als der Marathon.

Dann waren die Parkplätze vor dem Hotel auch schon belegt und ich musste am Bahnhof einen Parkplatz finden. Zurück ins Hotel und die Anderen und das Gepäck holen. Alles wieder im Auto verstaut hielten wir dann noch kurz bei St. Coloman, um ein Foto zu schießen.

Der Kini ist zurück 🙂

Im Ort Buching machten wir Mittag. Leider hätte der Schweinekrustenbraten noch 1 Stunde gedauert, so gabs halt Allgäuer Kässpätzle und zuvor eine Leberspätzlesuppe. Zwar bewußt etwas versalzen, aber das hab ich alles während des Rennens herausgeschwitzt. Da es mir körperlich noch gut ging, fuhr ich dann noch nach Steindorf und meine Fans schliefen im Auto. So gehört es sich.  Nachdem mir meine Mutter um 16:00 Uhr noch meinen ersten Kaffee des Tages gemacht hatte fuhren Michaela und ich getrennt nach Hause. Endlich zu Hause angekommen wurde ich auch von Lucky beschenkt – mit einem toten, zerlegten Vogel. Am Abend gab es dann noch frische Weißwürst und endlich ein alkoholhaltiges Kuchlbauer.

Als süsse Belohnung gibt es noch ein Geschenk von meinen Lieben – zwei Schneebälle.

Medaille

 

Strecke

Die Strecke zum „Nachlaufen“ findet Ihr hier: https://www.relive.cc/view/g13072837121

Urkunde

Finishershirt

25.06.2017: Sportscheck-Halbmarathon in München

Da auf dem Trainingsplan auch ein Halbmarathon-Wettkampf (mit 1:46 Zielzeit) stand, hab ich den Wochenplan kurzerhand umgedreht und mich für den Münchner Sportscheck-Lauf angemeldet. Das Wetter die letzten beiden Wochen war doch ziemlich heiß und nicht so toll zum Trainieren. Aber für den Sonntag sagte der Wetterbericht eine leichte Abkühlung voraus – und irrte. Ein Wetterbericht sagte sogar Regen genau in der Zeit der Halbmarathons voraus – und lag richtig.

Noch ganz müde musste ich schon um kurz nach 6 Uhr raus, um mit dem Auto nach Eichenau zu fahren.

Friseur zum Glatze polieren hab ich nicht mehr geschafft

Leider gehen die S-Bahnen am Sonntag früh im 40-Minuten-Takt und mit der S3 wäre es zu knapp geworden.

Diesmal mit der S4 von Eichenau

Am Marienplatz ist mir leider noch meine U-Bahn vor der Nase davongefahren, so dass ich 11 Minuten warten musste. So konnte ich mich noch fertig umziehen, um dann mit der U-Bahn zur Universität zu fahren. Der Zug war voller Leute mit den gleichen Laufshirts.

Noch nicht viel los am Siegestor

Nachdem ich meinen Rucksack abgegeben habe bin ich nochmal kurz zum Dixi. Das war etwas schlecht organisiert und so bildete sich eine lange Schlange.

Auf gehts zum Start

Erleichtert ging es dann auf zu den Startblöcken, um Stefan und Martin zu suchen. Aber dank der Menge an Läufern – die alle das selbe Shirt anhaben – hab ich die Beiden nicht gefunden. Die Wartezeit noch kurz ausgenutzt, um die Schuhe nochmal zu schnürren. Ich entschied mich für die Mizuno Wave Rider 19, mit denen ich schon den Hamburg-Marathon und den Wingsforlife-World Run gelaufen bin – jeweils bei Regenwetter. Und da waren sie auch schon, die ersten leichten Regentropfen. Der Moderator interviewte noch die beiden Hahner-Zwillinge Anna und Lisa, die Beide mitliefen. Dann der Countdown und schon geht die Fahrt los. Relativ zügig kam ich zur Startlinie und dann ging es los. Die Uhr war getimed auf 1:46-Zielzeit. Im Gegensatz zum alten Start am Marienplatz war es am Odeonsplatz diesmal viel entspannter.

Die neue Strecke durch den Englischen Garten

Die ersten Kilometer liefen diesmal nahezu perfekt. Ich hatte jedoch die Befürchtung, zu schnell angegangen zu sein. Nach dem Chinesischen Turm gab es dann die erste Verpflegungsstelle. Es war doch ziemlich warm und noch trocken. Die zweiten 5 km lief ich dann mit einem jungen Mädel – manchmal lag ich vorne, dann sie wieder. Bei der zweiten Verpflegung griff ich leider zur Apfelschorle, was nicht so gut war. Mittlerweile gab es schon ziemliche Lücken im Feld und mental hatte ich schon so meine Probleme. Glücklicherweise kam ein Läufer an den ich mich hängen konnte und er sich an mich. So kann man die Kilometer abreißen. Nach der dritten Verpflegungsstelle hatte ich ihn auch schon wieder gefunden. Mittlerweile fing es stärker an zu regnen.

Ungefähr bei Kilometer 18 klopfte mir jemand auf die Schulter – es war Stefan. Da ich eh schon die letzten Kilometer mit dem erhöhten Puls zu kämpfen hatte, war es super, mit ihm zu laufen. Der Puls ging zwar nicht runter, aber ich wollte ja noch einen Zielsprint hinlegen. Kurz vor der Unterführung am Eisbach sagte Stefan zu mir, ich sollte loslaufen. Nach der Unterführung geht es nochmal leicht (gefühlt „steil“) bergauf und dann weiter in die Innenstadt. Mittlerweile zeigte die Uhr eine prognostizierte Endzeit um 1:45 h voraus – also war das Ziel unter 1:45 zu bleiben. Es gab dann mehrere kurze Zwischensprints und dann war die Ziellinie erreicht. Ich war sehr erstaunt, dass ich sogar schneller als letztes Jahr war. Mit einer neuen Persönlichen Bestleistung hab ich wirklich nicht gerechnet. Kurz nach mir kam dann auch Stefan ins Ziel. Auch er durchschritt zum ersten Mal die magische 1:45 mit einer Laufzeit von 1:44:59. Super.

Traumzeit – Persönliche Bestleistung

Wir liefen dann durch die Verpflegungsstände, um die verlorenen Kalorien wieder zurückzuholen 😉 Stefan traf auch noch einen Bekannten, der gleich auf die 10km-Strecke musste. Leider fing es jetzt heftiger an zu regnen. Aber wir genossen noch das Erdinger Alkoholfrei und schmiedeten schon Pläne für die nächsten Läufe.

Boarisch Finisher

Da ich ziemlich durchnässt war holte ich meinen Rucksack ab und zog mich im Zelt um.

Heute war Beides der Fall

Danach ging es runter zur U-Bahn und dann klappte auch die Heimfahrt mit der S4 – fast wär ich in die S3 eingestiegen.

Am Nachmittag ging es dann sportlich weiter mit Formel 1 Rennen in Baku und danach direkt Umschalten zum Fußball-Länderspiel „Deutschland vs. Kamerun“.

Die ganze Strecke könnt Ihr hier nochmal sehen: https://www.relive.cc/view/g12487140109

 

30.05.2017: Road to Füssen (1/3)

Nach dem Wings-For-Life Rennen am 7.5.2017 legte ich eine Woche Pause ein, bevor es dann Mitte Mai mit dem 10-Wochen-Trainingsplan von Herbert Steffny weitergehen sollte. Als Zielzeit hab ich mir nur unter 4 Stunden für Füssen vorgenommen und dabei die Landschaft zu geniessen. Der Königsschlösser-Marathon führt von Füssen aus um den Hopfensee und dann über der Forggensee über Schwangau hoch zum Schloss Neuschwanstein. Laut Ausschreibung jedoch meist auf Feldwegen und deshalb ist es nicht mit reinen City-Läufen vergleichbar.

Mittlerweile hab ich die Funktion in Garmin Connect gefunden, um Fotos mit den Laufzeiten zu machen. Deshalb „protokollier“ ich das erste Drittel der Trainingsvorbereitung auf diese Weise.

KW1A: MT 3 x 2000m (in je 10:40 min; Pause 6 min.)

Am 14.05. ging es auf der Hausrunde rund um den Fliegerhorst FFB los.

KW1B: Dauerlauf 60 min (in 6:00 min/km)

Einen Tag später lief ich bei schönem Wetter los, sah jedoch schon die Wolkenfront. Auf dem Rückweg von der Fussmoosalm fing es dann an zu regnen und es kam ein Gewitter auf – mit anschließendem Regenbogen.

KW1C: Flotter Dauerlauf 7km (in 5:40 min/km)

Am Dienstag dann wieder die Hausrunde bevor dann der Ruhetag am Mittwoch ist.

KW1D: langer Dauerlauf 22 km (in 6:10 min/km)

Beim ersten Long-Run startete ich mit der Hausrunde über Fürstenfeldbruck weiter nach Maisach. Anschließend führte mich die Strecke nach Überacker, über die Fussmoosalm nach Gernlinden-Ost und dann zurück am Waldsee nach Hause.

KW2A: 3 x 1000 m (in je 4:45 min; Trabpause 500 m)

Die zweite Woche wurde mit einem schnelleren Lauf über die Hausrunde eingeleitet. Intervalltraining mit Trabpausen.

KW2B: Dauerlauf 70 min (in 6:10 min/km)

Heute wieder die Runde zum Waldsee weiter Richtung Gernlinden-Ost und dann auf der gleichen Strecke zurück.

KW2C: Flotter Dauerlauf 10 km (in 5:40 min/km)

Nach einem Warmup von 2km ging es Heute 10 km im flotteren Tempo über Fürstenfeldbruck, das Pucher Meer hoch nach Puch und dann wieder zurück entlang des Flugplatzes nach Maisach. Das Wetter war schon angenehm warm mit 22 Grad.

KW3D: langer Dauerlauf 27 km (in 6:10 min/km)

Da Heute ein wunderschöner Christi-Himmelfahrt-Tag war und wir ja nächste Woche nach Dubai fliegen, hab ich den langen Lauf der 3. Woche vorgezogen. Über Fürstenfeldbruck nach Mammendorf und dann über Mammendorf nach Germerswang und dann Überacker zurück nach Gernlinden.

KW3A: MT 5 x 2000 m (in je 10:40 min; Pause 6 min)

Am Sonntag ging es dann auf eine schnelle Runde mit 5 Intervallen im Marathonrenntempo. Da es so schön war, bin ich schneller gelaufen.

KW3B: Dauerlauf 110 min (in 6:15 min/km)

Heute fühlte ich mich ziemlich gealtert. Am Abend geht der Flieger nach Dubai und so nutzte ich den freien Tag um einen längeren Lauf zu absolvieren.

07.05.2017: Wings for life World Run München

Genau zwei Wochen nach dem Hamburg Marathon stand am 07.05.2017 das nächste Rennen an. Das Besondere am Wings For Life World Run ist, dass es hier keine Ziellinie gibt, sondern die Läufer vom Catcher Car eingeholt werden. Wer streckenmäßig am Weitesten kommt, hat gewonnen. Und das in 25 Ländern an bestimmten Locations gleichzeitig (in München ist Mittag und in Australien laufen sie mit Stirnlampe). Sämtliche Einnahmen dieses (von Red Bull gesponserten) Events gehen in die Rückenmarksforschung. Motto des Rennens: „Wir laufen für die, die nicht mehr laufen können“.

Nachdem ich im letzten Jahr bei zu warmem Wetter ganz knapp die Halbmarathon-Distanz verpasst hatte, bei der ich die Blasmusik-Kapelle an diesem wichtigen Punkt schon gehört und gesehen hatte, wollte ich dieses Jahr die 20,8 km toppen. Angemeldet hatte ich mich gleich schon nach dem Lauf.

Die Wettervorhersagen waren nicht sehr rosig für den Lauf. Am Vormittag hatte es doch noch geregnet und als ich am Olympiastadion ankam, brauchte ich doch noch den Regenschirm.

Auf zur Startnummer-Abholung

Da um 10:00 Uhr noch nicht viel los war, ging es relativ schnell. Toll ist beim Wings For Life-Wettbewerb, dass Alle ein gelbes T-Shirt bekommen und dieses mir sogar in der Größe S passt. Da fühl ich mich gleich viel schlanker 🙂

Nach der Startnummernabholung bin ich noch zum Startbereich am Coubertainplatz, um meinen Gegner zu begutachten – naja bloss ein BMW, da sollte die Halbmarathon-Distanz möglich sein.

Catch me if you can

Einkaufsmöglichkeiten gab es leider nicht zu viele – die „Marathonmesse“ ist doch sehr überschaubar.

Auf dem Rückweg zum Auto hab ich dann mit meinem Arbeitskollegen Stefan telefoniert und einen Treffpunkt im Stadion ausgemacht. Leider konnte mein Kollege Martin aufgrund einer Erkältung kurzfristig nicht teilnehmen.

Langsam wirds ernst – The Final Countdown

Ich bin dann zurück zum Auto, um noch etwas zu Essen und mich dann umzuziehen. Mittlerweile hat es wieder stärker angefangt zu regnen. Zum Schluss dann die Startnummer noch auf dem Trikot anbringen.

Wenn Alle in gelb laufen erkennt man mich besser

Um kurz vor 12:00 Uhr bin ich dann vom Parkplatz hoch zum Stadionrund. Nach einem weiteren Toilettengang gab ich dann meinen Kleidersack ab – den Poncho ließ ich drin. Stefan kam pünktlich und wir haben uns schnell am überdimensionierten Erdinger Weißbier-Glas getroffen. Danach gingen wir runter zum Coubertain-Platz. Dort suchten wir unter dem Vordach noch etwas Schutz vor dem Regen. Als die Startblöcke geöffnet wurden sind wir dann dorthin gegangen. Ich hatte die Startblock-Nummer 2 und Stefan hätte eigentlich aus einem hinteren Startblock starten müssen. Der Ordner hat uns aber glücklicherweise nicht getrennt.

Wir haben uns ganz nett mit einem Läufer aus dem Schwabenland unterhalten. Auch wollten zwei Paare aus der Nähe von Hannover unbedingt noch wissen, wo denn die Metzgerei ist. Sie hätten jetzt schon Hunger. Wir haben dann ausgemacht, mit einer Pace von 5:15 min/km zu laufen, um den Halbmarathon sicher zu schaffen, bevor uns das Auto einholt. Quasi mit mir als Pacemaker – eine ungewohnte Rolle für mich.

Vor dem Start gab es noch Aufwärmübungen mit Ingalena Heuck. Im Hintergrund standen auf der Tribüne die Böllerschützen, die traditionell die Rennen in München eröffnen. Ich sagte zu den Hannoveranern, dass sie sich ducken sollten, weil die scharf schießen.

Um Punkt 13:00 Uhr ging es los – weltweit und auch hier in München. Der erste Kilometer war durch die große Menge an Leuten – obwohl wir ziemlich weit vorne waren – nur langsam (6:16 min/km) zu absolvieren. Wir kamen mehrere Male zum stoppen und die Streckenführung war ziemlich schlangenlinienförmig mit einigen Kehren. Ab dem Olympiasee wurde es dann besser und wir versuchten die verloren gegangene Minute wieder reinzuholen. Vorbei am Sealife ging es dann zur BMW-Welt in Richtung OEZ. Es war das erste Mal seit dem Amoklauf von 2016, dass ich dort wieder vorbeikam und schon ein mulmiges Gefühl.

Weiter ging es durch Moosach am Allacher Güterbahnhof vorbei. Dort verließen wir dann die asphaltierte Straße und sind durch den Park gelaufen. Der Weg war durch den Regen total schlammig und batzig. Nach kürzester Zeit sahen alle aus wie kleine Schweinderln. Das gibt viel Arbeit für die Waschmaschinen. Nach einigen Aufs und Abs kamen wir dann aus dem Park wieder auf die Straße. Stefan wies mich hin, dass bald eine Verpflegungsstation kommt. Ich gab Zwischengas und trank zwei Becher Wasser und schon war er wieder da. Weiter ging es.

Kurz vor Ludwigsfelde sahen wir am Fahrbahnrand eine Herde Schafe, die dann kilometerlang mit uns mitgelaufen sind. Und es waren nicht nur Schafe – auch Ziegen, Kühe und Esel begleiteten uns und liefen teilweise quer über die Strecke. Die Tiere dachten wohl, die Herde an Läufern gehört zu ihnen und büxten so ihrem Schäfer aus und schlossen sich uns an.

Mitläufer – und die waren dank Allradantrieb wahnsinnig schnell

Auf der einen Seite war es total witzig mit den Tieren zu laufen –  sogar Schäfchen mit ein paar Wochen sind schneller als ich 🙁 Aber für die Tiere war es sicherlich total stressig und einige Tiere verliefen sich auch. Ein Schaf landete sogar auf der A99, die kurzfristig gesperrt werden musste.

Bei der Verpflegungsstation nach Karlsfeld nahm ich mir dann zwei Bananen und – da kein Wasser griffbereit war – auch einen Becher von dem Red Bull Cola, welches penetrant nach Zimt schmeckte. Leider hab ich Stefan aus den Augen verloren. Ich dachte, ich hätte genug Abstand herausgelaufen. Dann sah ich vorne aber die 21km-Pacemaker, die wir kurz zuvor überholt hatten. Also musste er vor diesen sein. Kurzer Zwischensprint und dann sah ich ihn und konnte aufholen. Die Anzeige auf meiner Laufuhr sagte voraus, dass wir ungefähr 22,45 km weit kommen würden, bis uns das Auto einholt. Deshalb liefen wir locker in dem Tempo weiter. Mittlerweile zwickten beide Oberschenkel aber doch etwas. Zwei Wochen nach einem Marathon ist man halt doch noch nicht so ganz fit.

Beim Golfplatz von Eschenried nahm ich dann einen Gel-Chip und später noch einen Energieriegel, um wieder zu Kräften zu kommen. Vor der Gaststätte Haderecker standen wieder viele Leute, trotz dem Niesel-/Regen-Wetter und feuerten uns an. Auch die Feuerwehrleute, die die Strecke absperrten, munterten uns immer wieder auf. Dann hörten wir die Blasmusik schon, die traditionell bei Halbmarathon-Distanz standen. Wir liefen zeitgleich mit dem Nikospydi über die Zeitmessung. Dieser war mit Nikolausmaske im hautengen Spiderman-Kostüm unterwegs. Aber so kommen wir vielleicht auch zu einem Foto 😉

So weit sind wir gekommen

Das „eigentliche“ Ziel war erreicht und jetzt ging es nur noch darum, so lange wie möglich vor dem schneller werdenden Catcher Car davon zu laufen. Immer wieder wurden wir von Polizeimotorrädern und Radlern überholt, die uns zuriefen, dass wir uns rechts halten sollten, damit das Auto an uns vorbeikommt. Im Hintergrund hörte man schon die Hupen des Autos. Stefan rief mich auf, nochmal alles zu geben. Aber so viel war da nicht mehr rauszuholen und ich dachte mir, dass es blöd ist, wenn ich jetzt am Schluss alleine weglaufen würde. So lies ich mich wieder zurückfallen und wurde wieder vom Nikospydi eingeholt, als das Catcher Car mich dann einholte. Schluss. Aus. Amen. 22,54 km müssen reichen 🙂

Wir gingen dann mit den anderen „Ausgeschiedenen“ Richtung Feldgeding, wo wir die nächste Bushaltestelle vermuteten. Der Wind war auch wieder stärker geworden und nassgeschwitzt fror ich ziemlich stark. Die ersten Busse waren schon vollbesetzt, doch ziemlich schnell fanden wir einen Platz in einem der nächsten MVV-Busse.

Innerhalb kürzester Zeit beschlugen die Scheiben von Innen. Als es dann losging merkte man auch, wie die Luft immer schlechter wurde. Ich gebs zu, dass ich daran auch meinen Teil beigetragen habe. Stefan hatte plötzlich Probleme mit dem Kreislauf, aber ein Mitläufer übergab ihm seinen Sitzplatz. Auf der Autobahn war dann noch Stau – vielleicht Gefahr wegen freilaufender Tiere. Man sah es nicht, weil die Scheiben total beschlagen waren.

Ab dem riesigen Kreisverkehr in der Verdistraße merkte ich dann, wie es mit meinem Kreislauf rapide bergab ging. Ich fing an, zu schwitzen und fror immer mehr. Kurz vor der Ankunft im Olympiastadion wurde mir unwahrscheinlich schlecht. Gottseidank ließ uns der Busfahrer dann raus – es hätte nicht länger dauern dürfen. Endlich Frischluft. Nach einer kurzen Pause gingen wir dann zurück vom Olympiaturm zum Stadioneinlass. Dort „genossen“ wir dann ein Erdinger, was wegen der Kälte kein Genuß war. Wir trafen dann auch einen weiteren Arbeitskollegen, begaben uns aber dann zur Kleidersack-Abholung und in die Umkleide. Glücklicherweise lagen dort auch ein paar weggeschmissene Silberfolien, die etwas von der Kälte wegnahmen. Nachdem Stefan umgezogen war, verabschiedeten wir uns dann. Ich musste noch zum Auto, um mich umzuziehen. Ich zitterte die ganze Zeit.

Als ich die Socken anzog, bekam ich noch leichte Krämpfe in beiden Beinen, die v.a. beim Kuppeln im Auto immer wieder kamen. Aber dank Autoheizung und Sitzheizung (auf Stufe 3) wurde mir schnell wieder warm. Zuhause angekommen ließ ich mir erstmal eine Wanne voll „Muskel Aktiv“-Bad ein und taute langsam wieder auf.

Am Abend hab ich dann noch erfreut erfahren, dass der weltweite Sieger in Dubei 92km kam – mit dem Rollstuhl. Zum ersten Mal hat ein Rollstuhlfahrer gewonnen. Die weitesten Läufer kamen 88km. Wahnsinn, da werden die 22,8 km doch wieder relativiert. Am Montag konnte ich dann die Urkunde herunterladen – ich war 213. schnellste Frau in Deutschland. Mal schauen, ob sie das noch korrigieren.

Insgesamt wurde es Platz 13.525 weltweit von 100.918 Teilnehmern.

Ich bin mit meiner Leistung mehr als zufrieden.

Jetzt heißt es erstmal ein Woche relaxen – Lucky macht es mir vor. Dann geht es weiter mit der Vorbereitung für den Füssener Königsschlösser-Marathon am 23.07.2017.

Vollkommen erschöpft auf der Couch. Katze macht Yogaübung „Herabschauender Hund“

Marathon No. 6: Hamburg-Marathon 2017

Anmeldung

Letztes Jahr hatte ich mir bereits das Rennen im TV angeschaut. Ein schöner, flacher Kurs vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten Hamburgs‘. Da ich immer schon mal nach Hamburg wollte, weil alle Bekannten davon schwärmten, war ziemlich schnell klar, wo ich meinen Frühjahrsmarathon 2017 laufen wollte. Außerdem hatte ich auf der Marathonmesse einen 10 Euro-Gutschein auf die Startgebühr errubbelt (auch wenn der bei der Anmeldung nicht funktioniert hatte). Wichtigstes Argument war jedoch, dass Anfang 2017 die Elbphilharmonie „ziemlich sicher“ eröffnet werden sollte – nach zahlreichen Bauverzögerungen.

Trainingsplan

Im Winter kaufte ich mir die Neuauflage des Buches „Das grosse Buch vom Marathon: Training mit System“ von Hubert Beck. Na gut, das Training mit System ist so eine Sache bei mir. Aber an ein paar Ratschläge hab ich mich doch gehalten . Ich wollte nach dem 12-Wochen-Plan mit einer Zielzeit von 3:45 Stunden trainieren und so ging es im Februar los. Da ich dieses Jahr die Jahresanfangsgrippe ausgelassen habe und auch keine Verletzungen hatte, hielt ich mich diesmal sehr stark an den Plan. Ich trainierte jedoch weitgehend zwischen Sonntag und Donnerstag, da ich meist am Freitag nach der Arbeit in die Metzgerei fuhr. Außerdem mußte noch der Umzug von Michaela zu mir über die Bühne gehen – vormittags Möbel schleppen, dann einen Halbmarathon laufen & abends dann den Schrank aufbauen.

Anreise

Diesmal wollten wir nicht mit dem Bus fahren, da die Strecke viel weiter als nach Frankfurt ist und wir keinen Bock auf Dauerbeschallung durch osteuropäische Busfahrer hatten. Flugzeug war zu teuer und so landeten wir beim ICE. 6 Stunden sind vertretbar. Die Hinfahrt war super. Wir hatten ein eigenes Abteil und trafen dort Ralf, der auch auf dem Weg zum Marathon war. So war für Gesprächsstoff gesorgt. Er hat über den Salzburg-Marathon geschwärmt, den er schon zweimal gelaufen ist. Leider hab ich ihn vor/nach dem Rennen nicht mehr getroffen – genauso wie meinen Arbeitskollegen Martin, der zusammen mit seinem Vater seinen ersten Marathon laufen wollte (und dies erfolgreich in Sub-4 schaffte). Ein weiterer Vorteil ist, dass ich – wie jetzt gerade – bei der Rückfahrt schon meinen Blog schreiben kann – dank WifiOnIce. Auch die Rückfahrt bis München war total entspannt. Aber dann ist wieder Mal eine S-Bahn ausgefallen und Menschenmassen haben sich in die S-Bahn gequetscht. Typisch – man kann von überall auf der Welt herkommen und dann kommst Du nicht aus Minga raus. Danke MVV.

Nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten sind wir am Freitag gleich auf die Marathonmesse. Das war gut so, da noch nicht so viel los war. Generell war die Messe überschaubar. Zuerst ergatterten wir wieder zwei Sleepys‘ – unter Vortäuschung falscher Namen, da die permanent anrufen. Bei der Messe suchte ich erstmal die blaue Linie. Ich wurde auch öfters angesprochen wegen meinem schönen Finishershirt von Frankfurt .

Das Ziel gleich schon entdeckt

Die Teilnehmerliste war leider nicht so kreativ wie in Frankfurt. Dort hab ich mich erst nach detektivischer Kleinarbeit nach einer gefühlten Ewigkeit auf der Wand gefunden – bei den Hanseaten reicht das Alphabet

Viel einfacher zu finden als in Frankfurt
Gleich schon mal den Platz auf dem Siegertreppchen gesichert.

Hotel

In Hamburg Hauptbahnhof angekommen suchten wir mit Unterstützung von Google und Here das Hotel, welches wir schon vom Zug aus bei der Einfahrt gesehen hatten. Martin ist halt ein Navigationsgenie. Glücklicherweise gibt es beim Marathon die blaue Linie – wer weiß, wo ich sonst landen würde.

Das Ibis Budget war ganz OK. Es gab nicht viel Abstellmöglichkeiten und die Dusche im Zimmer integriert ist schon gewöhnungsbedürftig. Am ersten Morgen nahmen wir das Frühstück im Hotel. Das war aber ein riesiger Menschenauflauf und so richtig viel Auswahl hatten die leider auch nicht. Am Montag und Dienstag gingen wir deshalb zum Schanzenbäcker, direkt neben dem Spiegel-Verlagsgebäude. Das Frühstück dort war billiger und viel besser – mit Rührei . Außerdem gab es dort die Franzbrötchen, von denen Ralf vorgeschwärmt hatte. Leider konnte ich dem Bett nicht sehr gut schlafen. Und in der Nacht vor dem Lauf bin ich um halb 4 aufgewacht und konnte kein Auge mehr zudrücken. Auch hörte ich draußen den Sturm und Regen.

Sightseeing – Der Tag zuvor

Am Samstag gingen wir entlang der Speicherstadt zur Elbphilharmonie. Das Wetter war sehr stürmisch. Wir hatten Probleme vorwärts zu kommen. Vor der Elbphilharmonie bildete sich schon eine lange Schlange an Leuten, die die Plaza besuchen wollten. Wir bewunderten das Bauwerk heute nur von außen, da wir ja am Montag die Führung hatten. Plötzlich fing es an zu regnen. So flüchteten wir in eine Barkasse und machten eine einstündige Hafenrundfahrt. Das Boot wurde ganz schön durchgeschüttelt. Dabei sind wir zunächst in die Speicherstadt gefahren. Anschließend fuhren wir an den riesigen Docks vorbei. Zurück ging es zu den Landungsbrücken durch eine Schleuse direkt an der neuen Aida Prima vorbei – beeindruckend.

Als wir wieder an Land waren wechselte das Wetter ziemlich häufig. Mir war schon Angst und Bange wegen der Wettervorhersagen für den Sonntag. Am Abend gingen wir dann noch lecker Essen in der Brasserie im Chile-Haus – Pasta, was sonst. Durch das Carboloading die letzten beiden Tage fühlte ich mich mittlerweile wie ein Rollmops, der am nächsten Tag 42,195 km rollen muß. Dummerweise hab ich beim Herrichten der Laufklamotten mein XL-Trikot geschrottet und deshalb musste ich mit der L-Variante starten – was die Kompressionswirkung natürlich verstärkt hat 😉. Die Nacht war leider nicht sehr gut und ich stand wie gerädert auf.

Fotos vom Samstag findet Ihr (irgendwann ) in einem separaten Blog.

Startnummer

Startnummer mit Sleepy

Kurz vor dem Lauf

Nach dem Aufstehen checkte ich noch 4 verschiedene Wettervorhersagen. Es reichte von „kein Regen“ bis 3 (von ca. 4) Stunden Regen. Beim Wind gab es eine Bandbreite von 17 bis über 60 km/h. Ich zog auf dem Weg zur Messe die Asics Cumulus Goretex an, damit ich wenigstens mit trockenen Socken starten konnte. Michaela hab ich auch aufgeweckt, denn sie wollte nach dem Frühstück direkt zum Fischmarkt.

Boarisch by nature
Kurzer Besuch bei Klein Erna

Nach Ankunft in der Umkleidehalle ging ich erstmal auf die Toilette, da dort die Schlange nicht zu gross war. Es war sehr kalt in der riesigen Halle. Draußen gab es einen Regenguß. Noch 1 Banane und einen Riegel wegputzen und dann ging es ans finale Umziehen  – mit Regenüberhang. Reifenwechsel auf „Mizuno Wave Rider 19 Hamburg 2016 Edition“ – vielleicht regnets ja doch nicht. Ausserdem hatte ich niegelnagelneue Kompressionssocken an (Kardinalfehler, der sich aber nicht mit Blasen o.ä. rächte). Den Kleiderbeutel musste ich auch noch abgeben. Dann in einer Riesenschlange vor den WCs anstellen. Danach merkte ich, dass der Stöpsel von meinem Walkman nicht dran war. Aber zurück zur Kleiderabgabe und diesen suchen wollte ich auch nicht. Also musste ich den Walkman spazieren tragen und mich auf die Atmosphäre an der Strecke verlassen. Da lädt man sich extra Freddy Quinn herunter, um dies beim Lauf auf der Reeperbahn zu hören.

Die Umkleidehalle

Der Lauf

Raus aus der Umkleidehalle ging es dann zum Startblock G direkt am Messeturm. Es war im Startblock kein Gedränge, wie ich es von anderen Läufen her kenne. Die Uhr noch vorbereiten und das spontan gewählte Programm auswählen: km 1-15 in 5:31 / km 16-25 in 5:24 und dann noch den Rest in 5:27 Minuten pro Kilometer. Leider fand ich Martin und seinen Vater nicht und auch Ralf hab ich nicht gesehen. Als sich mein Block langsam gen Startlinie bewegte riss ich mir den Regenumhang runter und legte ihn auf eine Verkehrsinsel. Dann fing es an zu tröpfeln und rechtzeitig bei Überqueren der Startlinie begann ein Regenschauer.

Hummel Hummel – Mors Mors

Los gings mit dem Moderator und „Hummel Hummel“, worauf wir mit „Mors, Mors“ (ich hab irrtümlicherweise Moin, Moin gerufen) antworteten.

Wir liefen dann vom Messegelände bei doch sehr starkem Gedränge in Richtung St. Pauli. Auf der sündigen Meile war zu der Zeit noch wenig Verkehr Dafür stand das Wasser bereits in meinen Schuhen und ich war jetzt schon „Land unter“.

Elbphilharmonie im Hintergrund

 

Weiter ging es an den schwankenden Türmen in eine Villengegend Richtung Altona bis zum Wendepunkt. Zurück zur City liefen wir dann entlang der Landungsbrücken am Fischmarkt vorbei zur Elbphilharmonie. An der Brücke vom Kaiserkai sollte Michaela stehen, aber ich hab sie leider nicht gesehen – und sie mich leider auch nicht, weil ich zu früh gestartet war. Dort standen wie meist entlang der Strecke sehr viele Zuschauer und sorgten für eine Riesenstimmung. Das Wetter wurde auch wieder etwas besser. Als wir dann jedoch in der Speicherstadt ankamen, fing es wieder an zu regnen.

Glücklicherweise haben wir das gar nicht so mitbekommen, da wir in den Wallringtunnel einliefen. Das war eines der Highlights – 550m unterirdisch durch die Tunnelröhre zu laufen. Dieser wurde mit Musik beschallt und immer wieder gab es Gröllattacken. Super. Die Zuschauer am Ende des Tunnels müssen gedacht haben, jetzt kommt eine Horde Barbaren. Plötzlich gab es wieder Sonnenschein. Mittlerweile musste ich seeeeeehr dringend meine Blase entleeren. Dann ging es am Jungfernstieg fast einmal im die Binnenalster entlang des Nobelhotels „Vier Jahreszeiten“. Ich nutzte die Gelegenheit und Gebüsche – Wildpinkeln ist verboten, aber Mann ist halt Gentleman und überlässt den tapferen Marathonladies die Dixies. Kurze Zeit später und enorm erleichtert ist ein Überholer mir dann direkt vor die Füsse gelaufen und ich musste abrupt ausweichen. Vollidiot – wenn der im Straßenverkehr auch so überholt. Ich merkte ein Ziehen und einen Schmerz im linken Oberschenkel, der mich den Rest des Weges begleiten sollte.

Endlich mal Oben Ohne (Haare)

Anschließend rannten wir entlang der Außenalster, die mit Segelbooten überzuckert war in Richtung Halbmarathon. Vorbei an wunderschönen Kirschblütenbäumen wurde es vom Terrain etwas hügelig bis zur 25km-Marke bei Ohlstedt. Nun war das schneller angelegte Mitteldrittel überstanden. Ich drosselte leicht das Tempo, um noch etwas Reserven für den Endspurt zu haben. Trotz des kalten Wetters lies ich keine Verpflegungsstation aus – Wasser & Banänchen en Mass. Die mitgenommenen Gels und Magnesium sollten auch reichen.

Am Flughafen vorbei ging es nun wieder Richtung City. Ab und zu sah man den Messeturm schon. Kurz fing es an zu Hageln und nochmal zu regnen. Später kam dann die Sonne wieder raus. Dank des Carboloading hatte ich diemal keine Begegnung mit dem Hammermann. Wir sind dann auch noch an der Tchibo-Zentrale vorbeigekommen. In der Stadt wurden es wieder mehr Zuschauer und die Kinder zählten mit, wie viele Läufer sie abgeklatscht haben.

Bei ca. Km 39 bin ich aus versehen auf den Pause-Knopf auf der Uhr gekommen. So war ich mir unsicher, wie lange ich „pausiert“ habe. Am Ende waren es dann ca 25 Sekunden. Aber dadurch bin ich etwas aus dem Konzept gekommen. Trotzdem sollte die 3:50-Grenze machbar sein. Die letzten beiden km gab ich nochmal Gas. Das ist das schönste, wenn man am Ende noch die Kraft hat und an dem Einen oder Anderen vorbeiziehen kann. Dann war es geschafft – ich war fix und fertig und überglücklich. Mission erfüllt.

Nach dem Lauf

Nach dem Überqueren der Ziellinie setzte sich der Tross der erschöpften Marathonis zur Medaillenübergabe. Dann ging es in die Verpflegungshalle, wo es wieder Gemüsebrühe, Bier und Salzbrezeln zum Auftanken gab. Es war aber saukalt und ich zitterte am ganzen Körper. Dann gleich zum Umziehen. Trotz der warmen Sachen fror ich weiter. Handy einschalten und freudig Michaela geschrieben, die noch im Hagenbeck-Tierpark war. Martin hat sich auch schon gemeldet und er und sein Vater sind auch super durchgekommen. Jetzt ist auch er ein Marathoni. Dann bekam ich eine SMS mit meiner Zeit: 3:48:45. NEUE PB – fast 4 Minuten schneller als in Frankfurt. Und das bei den Witterungsbedingungen.

Leider war die Ausschilderung nach Verlassen der Umkleidehalle nicht so super und so bin ich ewig umhergeirrt auf der Suche nach der Medaillengravur. Die ging aber sehr schnell. Da sich bei den Essenständen lange Schlangen gebildet hatten wollte ich nur noch ins Hotel unter die Dusche. Nun wieder auf die Suche machen nach der U-Bahn. Leider musste ich dabei noch ganz viele Treppenstufen absolvieren. Nun merkte ich die Zerrung (?) Im oberen vorderen Oberschenkel extrem. Bei der Station Jungfernstieg kaufte ich mir noch ein warmes Baguette und im Hotel dann noch einen „Coffee-to-go“, obwohl ich vom Laufen nun genug hatte. Nach der Dusche haben wir dann ein kurzes Nickerchen gemacht.

Am Abend hatte das Lokal, welches wir uns am Vorabend ausgesucht hatten, leider geschlossen. Deshalb suchten wir ewig noch nach einem Lokal, in dem es Labskaus gibt. An der Binnenalster fanden wir dann eine gemütliche Gaststätte. Ich hab Michaela versprochen, dass ich, wenn ich unter 4 Stunden bleibe am Abend Labskaus essen würde – bei unter 3:50 sogar mit Fisch. Naja, das sieht nicht sehr ansehnlich aus – schmeckt aber gar nicht so übel .

Sieht aus wie …

Medaille

Mein Schatz …
… mit grandioser Persönlicher Bestzeit

Strecke

20 Sekunden wurden leider übersprungen

Urkunde

Finishershirt

The Day After

Nach ziemlichen Schmerzen in den Oberschenkeln konnte ich leider nicht allzu gut schlafen. Aber das Frühstück war sehr lecker. Der Wetterbericht hatte für Montag ganz übles Wetter angesagt. Aber wir hatten Glück, dass wir meistens während der Regenschauer drinnen waren.

Elbphilharmonie – das Original

Nun ging es zur Elbphilharmonie, um 11:30 Uhr hatten wir die Hausführung.  Wir sind dann vom Besucherzentrum über die längste Rolltreppe Europas zur Plaza hochgefahren. Von dort aus besichtigten wir erstmal den kleinen Saal (max. 550 Zuschauer). Alles duftet nach Holz.

Leider mussten wir dann die Treppen hoch zum 16. Stock. Jede Stufe tut einfach nur weh. Aber im großen Saal war gerade eine Probe des Orchesters von Stardirigent Nagano. Gigantisch diese Architektur und der Klang. Das Highlight der Reise. Leider ist mittlerweile ein Fotografierverbot.

Nach dem Besuch des Störtebecker-Lokals mit dürftiger & überteuerter Speisekarte gingen wir in ein Lokal in der Hafen-City, wo ich eine Currywurst und Michaela einen Riesenburger genießen konnten. Dann machten wir uns auf den Weg in die Speicherstadt zum Miniaturwunderland. Ganz toll & witzig – nicht nur für Eisenbahnfans. Nur diese Treppenstufen

Elbphilharmonie in Miniatur

Weitere Fotos werde ich noch in einem eigenen Beitrag nachliefern.

Am Abend bummelten wir noch etwas in der Stadt, um dann das Abendessen in dem tollen Lokal zu genießen. Zum Schluss gabs auch für mich noch einen leckeren Hamburger.

Am Ziel angekommen

14.04.2017: Frohe Ostern … noch 9 Tage

Naja, jetzt sind es keine 9 Tage mehr bis zum Hamburg Marathon. Und Ostern steht vor der Tür. Heute am Karfreitag stand der letzte längere langsame Lauf (LLLL😂) an. Das langsame Tempo ist schon eine Herausforderung.  Aber da die Batterie im Walkman leer war ging es schon 😉. Das Wetter war ziemlich frisch und so lief ich die ganze Strecke mit Mütze.

Bei Palsweis waren sogar die Straußen und Alpakas wieder draussen. Ob ich mit einem Strauß vom Tempo her mithalten hätte können ist zu bezweifeln.

Später lief dann auf dem Feldweg noch ein Reh. Leider hab ich den Osterhasen nicht getroffen 🐇.

Das Wetter hielt glücklicherweise. Aber für die kommenden Tage ist mit Sch… Aprilwetter zu rechnen. Heute ging es nochmal mit den Asics Metarun und den neuen Socken auf die Strecke.

Ich wünsche Euch ein schönes, friedliches Osterfest 2017.

GLG Martin