05.05.2019: WingsForLife-WorldRun

Oh Heimat, schön wie du mich anlachst
Du bist immer da, wenn ich keinen zum Reden hab
Oh Heimat, wie du wieder aussiehst
Ich trag dich immer, immer bei mir
Wie’n Souvenir

aus: Heimat (Johannes Oerding)
Startnummer gibt es auch

Nach dem sehr schwierigen April muss es nun wieder weitergehen. Ursprünglich hatte ich den WingsForLife-WorldRun nicht auf dem Plan, da er nur zwei Wochen vor dem Rennsteig-Marathon gewesen wäre. Da ich den Marathon „laufen lasse“ hab ich mich spontan für den WingsForLife-WorldRun entschieden – als sog. App-Run. Neben den weltweiten Locations und den organisierten App-Runs gibt es für einzelne Starter die Möglichkeit mit einer App zu laufen.

Ich habe die App am Donnerstag ausprobiert und kam nach 56 Minuten auf einen Schnitt von 1,1 km/h. Grund war wohl der automatische Energiesparmodus. Deshalb am Samstag nochmal mit dem Auto getestet und es hat super funktioniert. Das Wetter am Sonntag war sehr kalt und nass. Der vorhergesagte Schneefall blieb jedoch aus. So entschied ich mich um 10:00 Uhr und meldete mich online an.

Da der Lauf erst um 13 Uhr startete gönnte ich mir noch ein leckeres MIttagessen. Danach die warmen Winterklamotten anziehen.

Winterklamotten im Mai

Um kurz vor 13 Uhr ging ich aus dem Haus zum Startpunkt. Es war bitterkalt und ich kam doch noch pünktlich an.

Mein Startpunkt

Der Countdown zählte herunter und dann um Punkt 13 Uhr, als weltweit mehr als 80.000 Starter gemeinsam losliefen das: Der START-Button ließ sich nicht betätigen. Die Laufuhr hatte ich schon gestartet. Schnell die Handschuhe aus, vielleicht liegts ja daran. Aber nix. Sch… drauf, ich lauf jetzt einfach los. Bin ich halt nicht offiziell dabei.

Mit Wut im Bauch und in den Beinen ging es erstmal zum Fliegerhorst nach Fürstenfeldbruck. Nach ca. 2 km sah ich einen Arbeitskollegen mit seiner Familie beim Spazierengehen. Die ersten Kilometer liefen sehr gut und mit einem konstanten 5er-Schnitt konnte ich das Tempo einpendeln. Durch die Hasenheide ging es zum Pucher Meer.

Pucher Meer kurz vor dem Graupelschauer

Erstes Foto während des Laufens und dann ging es den Pucher Berg hoch bis zur Ziegelei. Endlich ging es bergab bis nach Mammendorf. Laut Uhr könnte ich, wenn ich das Tempo halten könnte, sogar 32 km erreichen, bevor ich vom Catcher Car eingeholt werde.

Durch Mammendorf dann an der Freizeitanlage entlang und dann bis zum Kieswerk. Von da an befand ich mich dann auf der Originalstrecke des WingsForLife-WorldRun München.

Auf der offiziellen Strecke

Da ich sooooo schnell unterwegs war, aber hauptsächlich weil die München-Starter hier schon 59 km in den Beinen haben werden, war ich hier wohl der erste Läufer. In Nassenhausen bestaunten mich Spaziergänger und dachten wohl, dass ich der Erste bin. Und das mit meiner Figur *lach*

Nach der Kirche von Nassenhausen ging es bei Gegenwind nach Luttenwang. Hier wurde auch der schnellste München-Läufer vom Catcher Car eingeholt.

Er wurde weltweit Zweiter. Somit hab ich wahrscheinlich als einziger Läufer heute Luttenwang erreicht.

Danach ging es auf der Straße nach Eresried. Kurz vor dem Wald bin ich aber den steilen Anstieg ein paar Meter gegangen – natürlich um Bilder zu machen.

Die Uhr fiel plötzlich auf 24 km und somit könnte ich Steindorf nicht mehr erreichen. Trotz dem wieder einsetzenden Graupel-Schauer kam ich wieder zum Laufen und war schnell wieder im 5er-Tempo. Die prognostizierte Strecke auf der Uhr stieg wieder auf 27 km.

Black Bull statt Red Bull

Durch Eresried ging es ziemlich zäh und nach dem kurzen Tal-Berg-Stück hatte ich das Ziel vor Augen: Steindorf, meine Heimat. Mit ca. 5 Minuten Restzeit überquerte ich das Ortsschild und lief erstmal an meinem Elternhaus vorbei.

Ich wollte erst noch zur Kirche St. Stefan.

Vielleicht schaff ich es noch zurück zur Metzgerei. Kurz davor, am letzte Woche neu aufgestellten Maibaum von Steindorf, wurde ich vom virtuellen Catcher Car eingeholt.

Steindorfer Maibaum
26.2 Meilen = 42,195 km

Ich ging dann die letzten Meter hoch und wurde von meiner Mutter begrüßt. Erstmal die durchnässten Klamotten runter und unter die warme Dusche. Und dann gab es Kaffee und Erdbeer-Bisquit. Lecker.

Den Lauf als Video könnt Ihr Euch hier ansehen.

Klar, hätte ich die 26,2 km in einem großen Starterfeld nie geschafft. Doch auch das alleine laufen ist ein Nachteil, da man keine Mit-Läufer hat, an denen man sich orientieren kann: Laufen ist zu 90% Kopfsache – der Rest ist mental.

Am Montag Abend erhielt ich eine Mail von den Organisatoren, dass sie sich für die Probleme, die einige AppRun-Nutzer hatten, entschuldigen.

Ich war also nicht allein mit dem Start-Problem. Ich schilderte meine Probleme und bat darum, dass sie in meiner WingsForLife-Timeline meine zurückgelegte Strecke wenigstens mit aufnehmen würden. Somit hätte ich vier Teilnahmen bei diesem Event. Aber das sind die unwichtigen Probleme im (Läufer-) Leben.

Von der neuen in die alte Heimat

Man sagt immer so gern „Der Weg ist das Ziel“, aber wie ich in den vergangenen Wochen erfahren musste/durfte, führt jeder Weg zurück in die Heimat: Home is where the heart is

Heimat ist kein Ort
Heimat ist ein Gefühl 
Heimat ist kein Ort 
Heimat ist ein Gefühl

aus: Heimat (Herbert Grönemeyer)

Update 10.02.2019: Heute Nacht bekam ich eine Email, dass mein Ergebnis doch anerkannt wurde.

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