09.05.2021: WingsForLife-WorldRun 2021

Auch dieses Jahr wird der WingsForLife-WorldRun ausschließlich als AppRun durchgeführt. Letztes Jahr hatte ich noch 24,06 km geschafft bis ich vom sog. Catcher Car eingeholt wurde. In den letzten Läufen im Training kam ich aber nur maximal auf die prognostizierte Halbmarathon-Distanz. In letzter Zeit „läuft“ es einfach nicht so gut mit dem Laufen. Für den Leipzig-Marathon hatte ich im April sogar einen Halbmarathon als Vorlauf gebraucht, aber dann doch noch geschafft.

Startnummer für den AppRun

Da am 09.05. auch Muttertag ist, hatte ich geplant, zu meiner Mama zu fahren und dann die ca. 24 km nach Hause zu laufen. Am Montag könnte ich mit dem Fahrrad mein Auto wieder abholen. Der Wetterbericht sagte für Sonntag erstmals in diesem Jahr richtige Sommertemperaturen voraus. Bislang bin ich in diesem nassen und kalten Jahr nur ganz selten Kurz-Kurz gelaufen und hatte immer einen Buff um den Hals (nicht nur zum Covid19-Schutz).

2019 bin ich fast dieselbe Strecke schon mal beim WingsForLife-WorldRun gelaufen – aber in die andere Richtung. Da es über 25 Grad warm werden sollte und ein leichter Wind aus Osten vorhergesagt wurde, schien mir die Strecke von Steindorf (im Westen) nach Gernlinden (im Osten) am geeignetsten. Dadurch hätte ich – trotz der Mittagssonne – wenigstens einen Kühleffekt durch den Wind. Das war der Plan.

Nach dem Frühstück und Zusammensammeln der Laufutensilien hab ich mich von Michaela verabschiedet und bin mit dem Auto nach Steindorf gefahren. Den Corona-Schnelltest hab ich am Morgen gemacht. Dabei hab ich zwei Trinkflaschen (mit jeweils 1 Gel) an der Strecke deponiert. Noch kurz bei meinem Papa vorbeigeschaut und dann gings zur Metzgerei, um meiner Mama die Muttertagsgeschenke zu übergeben – hatte gestern extra noch einen Rüblikuchen gebacken.

Etwas zu wenig Puderzucker

Mittagessen hab ich ausfallen lassen – na gut, zwei Wiener mussten schon noch rein. Danach die Laufklamotten anziehen und alles herrichten. Um kurz vor 13 Uhr hab ich mich von meiner Mutter und meinem Bruder verabschiedet und bin allein zum Startpunkt am Ortsschild Richtung Eresried gegangen. Ich wollte nicht direkt vor der Metzgerei starten, um den kleinen „Anstieg“ zum Ortsausgang auszulassen. Es war richtig warm und ich suchte schattenspendende Bäume. Nochmal die App und die Spotify-Playlist starten, ein paar Bilder schießen und auf gehts zum Startpunkt.

Der Countdown lief unerbärmlich runter und der Moderator Frank Buschmann schickte weltweit ca. 100.000 Läufer gleichzeitig auf die Strecke. Wir wollten für diejenigen Laufen, die nicht (mehr) laufen können. Sämtliche Einnahmen gehen in die Rückenmarksforschung. Los geht’s um Punkt 13 Uhr mit dem Betätigen des Start-Button in der App. Nicht vergessen, die Laufuhr auch noch zu starten.

Am Start noch Zuversicht

Bei schon recht starkem Gegenwind ging es in der Knalle-Mittagssonne los am „Käpplekreuz“ vorbei zum Gemeindeteil Eresried. Vor dem Ort ging es in die Senke runter und gleich wieder rauf. Am Ortseingang war km 2 – natürlich schneller als geplant- geschafft.

Durch den Ort mal ohne den Gegenwind und Richtung Steinbach. Vorbei an der Waguye-Rinderfarm, wo mir der Besitzer Sepp Krätz zusah. Rein in das kurze Waldstück, wo mir eine Gruppe von sieben Radlerinnen entgegenkamen – sicherlich alle aus demselben Haushalt ;-). Obwohl sie um die 50 Jahre alt waren, waren sie mit E-Mountainbikes unterwegs. Überhaupt hab ich heute fast nur Ebikes gesehen. Der Deutsche hats halt bequem.

Am Ende des Waldes verließ ich den Landkreis Aichach-Friedberg und war im Landkreis Fürstenfeldbruck angekommen. Erstmal ging es noch bergauf bis zum höchsten Punkt an der Strecke, wo auf dem Bänkchen ein Ebiker pausierte (von was???). Jetzt ging es runter und gleich wieder hoch Richtung Luttenwang, wo ich ganz gut durch den Ort kam. Am Ortsausgang gleich wieder Gegenwind.

Vorbei von einem Spalier aus blühenden Rapsfeldern mit einem wolkenfreien Himmel im Hintergrund lief ich nach Nassenhausen, wo ich meine erste Trinkflasche am Willkommen-Schild versteckte. Leider hat die Sonne mein Getränk ziemlich erwärmt.

Wegen einer Baustelle musste ich eine größere Schleife durch den Ort nehmen und bin dann auf dem Radlweg Richtung Kieswerk Mammendorf gelaufen. Nach 50:23 Minuten hatte ich 10 km geschafft. Viel zu schnell angegangen. Der Wind wurde immer ekelhafter, aber dadurch habe ich sehr wenig geschwitzt.

Auf der Rückseite ging es an der Kiesgrube vorbei auf dem Feldweg bis zum Sportzentrum von Mammendorf. Ich musste eine erste Gehpause einlegen und lief dann durch den Ort. Da die Straße an der B2 sehr breit war, wurde der Wind auch nicht so sehr aufgehalten.

Am neuen Rathaus weg von der B2 und zum seit gestern berühmtesten Mammendorfer – dem Kreisel. Dieser wurde – obwohl sich direkt daran eine Bushaltestelle befindet – an Ostern um 12 cm erhöht (für 18.000 Euro). Danach hat man festgestellt, dass vor allem die Busse nicht mehr herumfahren können. Nun muss er für 18.000 Euro wieder abgesenkt werden. Aber so hat der Kreisel es zum „Hammer der Woche“ im ZDF-Länderspiegel vom 08.05.2021 geschafft.

Nach dem Kreisel Richtung Ortausgang musste ich wieder eine Gehpause einlegen. Dabei hab ich meine langen Laufsocken heruntergezogen, um wenigstens etwas Luft und Kühlung zu bekommen. Nun ging es bei vollem Gegenwind in der prallen Sonne Richtung Obermalching. Ich hatte mittlerweile 15 km geschafft und laut Vorhersage würde es knapp werden mit dem Minimalziel „Halbmarathon“.

Bei dem Baum vor dem Ort „Galgen“ hatte ich wieder meine zweite Trinkflasche deponiert. Gleich das Gel nehmen (klebt eklig an den Händen) und abwechselnd laufend und gehend den leichten Anstieg nach Obermalching hinauf. Auf dem Radlweg dann raus Richtung Maisach – zum letzten Mal bergab.

Am Ende des Radlwegs musste ich auf der Straße weiterlaufen. Ich entschied mich, nicht entgegen der Fahrtrichtung die ca. 1 km bis zum nächsten Kreisel zu laufen. Als mir ein Auto entgegenkam, wurde ich knapp von einem schwarzen Audi A6 mit FFB-Kennzeichen (wenn ich es nicht vergessen hätte, hätte ich das komplette Kennzeichen hier angegeben) überholt. Ich zeigte dem Fahrer einen dezenten Mittelfinger. Hätte ich schneller geschaltet, hätte ich ihm die Trinkflasche hinterhergeworfen. Fast genau an der selben Stelle hat mich vor 4 Jahren mal ein Autospiegel am Ellenbogen erwischt. Seitdem meide ich diesen kurzen Streckenabschnitt eigentlich.

Voller Wut im Bauch und mit der Ansage, dass das Catcher Car knapp hinter mir war, lief ich durch den Kreisverkehr bis zum Ortseingang von Maisach. Dort zeigte meine Uhr an, dass ich nach 19,71 km von dem Catcher Car eingeholt wurde. Die App hingegen, die bis dahin einwandfrei funktionierte, zeigte an, dass ich schon knapp 24 km weit war und die mittlerweile nervige Ansage von Buschmann behauptete, dass das Auto 500 Meter hinter mir war.

Am Ende war Frust

Ein kurzes Selfie am Ortseingang und danach ging ich etwas. Da ich mich nicht mehr auskannte, ob ich noch im Rennen war, lief ich wieder etwas los. Ich hatte ja noch knapp 4 km bis nach Hause. Nach einer weiteren Gehpause kam aus einer Seitenstraße ein Läufer, der mich ansah und meine Startnummer erkannte. Er winkte recht freundlich und ich versuchte, mich an ihn zu heften. Er war wohl noch im Rennen. Dann müsste ich ja auch noch drin sein. Ich hatte schon einen leichten Sonnenstich. Raus aus Maisach und auf dem Feldweg heim nach Gernlinden.

Auf halber Strecke schaute ich nochmal auf die App – ich war immer noch im Rennen. Das kann doch nicht sein und ich hab bei laut App 25,96 km den Lauf beendet.

Achtung: Fake-News

Auf der Uhr waren es 22 km. Auf dem Handy war auch eine Whatsapp von meinem Arbeitskollegen Stefan, der auch aus dem Rennen war. Ich schrieb ihm und war mir sicher, dass er weiter gekommen war als ich.

Den Rest der Strecke ging ich gemütlich nach Hause. Dabei entdeckte ich, dass mein Laufshirt sehr weiß war von dem ausgeschwitzten Salz. Die Trinkflasche war auch schon leer. Dummerweise hab ich die Salztabeletten spazieren getragen und vergessen zu nehmen. Endlich zuhause angekommen öffnete mir Michaela die Tür und fragte gleich wie ich aussehe. Der Blick in den Spiegel machte klar, dass mein Gesicht total „gesalzen“ war.

Erstmal die Klamotten runter und gleich unter die Dusche. Der Salzanteil im Abwasser stieg immens. Zum Kaffee ein Stück Kuchen und danach gleich ein leichtes Weißbier – wegen der Elektrolyte. Es war erst richtig schön auf der Terrasse in der Sonne. Doch nach einiger Zeit wurde mir schlecht und ich fing an, extrem zu schwitzen. Ich legte mich nochmal kurz ins Bett und machte mir danach eine Instant-Gemüsebrühe. Dann ging es mit dem Kreislauf wieder aufwärts.

Am Abend hab ich anhand von Garmin die korrekte Strecke ermittelt und an den Veranstalter gemeldet. Am Montag kam auch eine Antwort, dass sie meine gelaufene Strecke korrigiert haben. Bin halt „a ehrlicher Lump“ – aber ich wollte mich nicht mit falschen Lorbeeren schmücken. Und so war ich doch langsamer als TV-Moderator Kai Pflaume, der den Halbmarathon erreichte.

Bei meiner sechsten Teilnahme zum ersten Mal unter 20km – ich werde ALT

Obwohl ich mich ziemlich geärgert habe, dass ich diesmal nicht die Halbmarathon-Distanz geschafft habe, bleibt es bei dem Motto „Et is, wie et is“. Im nachhinein ist man immer klüger, woran es gelegen hat: am Sonne, am Wind, an der Laufrichtung, an der (körperlichen/läuferischen) Form, an der Laufverpflegung, u.v.m. Laufen ist halt ein Freiluftsport und man sollte einen Wettkampf nur körperlich und geistig topfit antreten. Sonst geht man ein – so wie ich Heute. Kopf hoch – Krönchen richten – nächstes Jahr heißt es: Attacke auf die 21,1 km.

Marathon No. 16: Leipzig Marathon (Gernlinden)

Aufgehm werd am Schluss

Lied von Schmidbauer & Kälberer

Der Leipzig-Marathon am 18.04.2021 wurde ja im Februar abgesagt und stattdessen als virtuelles Event in der Zeit vom 02.04. bis einschließlich 18.04. ausgetragen. Ich hatte mir vorgenommen, den Marathon schon am Ostermontag zu laufen. Wegen schlechter Wettervorhersagen hab ich ihn kurzerhand auf den Ostersonntag vorverlegt. Und dieser Versuch führte zu einem Fiasko und meinem ersten „Did not finish“ (DNF) bei einem (virtuellen) Marathon.
Am Liebsten hätte ich die Laufschuhe an den Nagel gehängt und meine Marathon-Karriere beendet, aber schon beim Schreiben des Berichts dazu hab ich mich entschieden, erst bei drei DNF hintereinander die Karriere zu beenden.

Am „Weissen Sonntag“ hatte ich noch den 10 Km-Lauf beim virtuellen Berlin Half gemeldet und der lief mit 46:48 min. wirklich super. So hab ich mich danach kurzfristig entschieden, wenn das Wetter OK ist und auch die Corona-Lage es zulässt, nochmal am ursprünglichen Marathontag einen Versuch zu wagen. Ich hatte nur Michaela in den Plan eingeweiht und wollte diesmal in Gernlinden starten und wieder finishen.

Der Kurs sollte in der ersten Runde meine alte Halbmarathon-Strecke (über Mammendorf) und die aktuelle Halbmarathon-Strecke (über Überacker) zusammenfassen. Halt zwei Halbmarathons hintereinander, wobei ich kurz eine Verpflegungsstation daheim nutzen könnte. Als Zielzeit stellte ich wieder die 3:49:00 Stunden für die ProPace-Strategie ein.

Am Freitag und Samstag versuchte ich, mich in der Metzgerei etwas zu schonen und Schritte einzusparen, wenn es möglich ist. Blöderweise war wieder Schwarzräuchern angesagt, so dass ich noch mehr einsparen musste: Alle 25 Minuten in den Keller, um Buchenholz nachzulegen. Am Samstag hab ich auf dem Heimweg von der Metzgerei meine zwei Verpflegungsbeutel an der Strecke untergebracht und versteckt. Es hatte am Samstag vormittag noch geschneit und die Temperatur lag nur knapp über 0 Grad.

Den mittlerweile für mich obligatorischen Corona-Schnelltest in der Schnellteststation hab ich ausfallen lassen, da mir die Schlange zu lang war am Samstag Nachmittag. Stattdessen daheim einen Selbsttest gemacht – negativ. Der Wetterbericht für Sonntag Vormittag war leider nicht sehr gut mit Regenvorhersage (und ggf. leichtem Schneefall).

Am Samstag ging ich wieder früh ins Bett, denn der Wecker sollte schon um kurz vor 6 Uhr läuten. Da ich mich die letzten Tage geschont hab, war die Garmin Body Battery diesmal bei 100 – vor zwei Wochen am Ostersonntag früh war sie bei 55. Da geht man doch ganz anders an den Start.

Negativer Covid19-Schnelltest

Gleich wieder einen Schnelltest machen und bis das Ergebnis da ist, die Katze füttern und mein Futter herrichten. Da mittlerweile für das gesamte Rennen leichter Regen angesagt wurde, hab ich die Laufschuhe noch imprägniert, um etwas den Regen draußen zu halten. Da ich diesen Versuch ziemlich spontan angegangen bin, gab es „normales“ Frühstück. Porridge und Nudeln kann ich momentan eh nicht mehr sehen.

Nix für Querfresser

Am Samstag hab ich mir noch die kurze Hose und eine Laufweste hergerichtet. Ich entschied mich kurzfristig doch für die lange Laufhose und evtl. für die zweite Runde eine Regenjacke. Kontaktlinsen einsetzen, Füsse einbalsamieren und Klamotten anziehen.

Gespiegeltes Selfie
Verpflegungsbox

Kurz nach 7:30 Uhr ging es raus aus dem Haus und die Verpflegungsbox in die Garage stellen. Auf dem Weg zum Start fing es an zu tröpfeln – na super. Auf der Radlbrücke über die Umgehungsstraße ging es los. Es waren ca. 2 Grad am Start und wegen der frühen Zeit noch keine Leute auf der Strecke.

Alleine am Start

Mit etwas Schwung dann auf zum Fliegerhorst. Am Einfahrtstor hatte ich den ersten Kilometer geschafft – natürlich zu schnell. Entlang des Zauns dann weiter nach FFB und nach dem Luftwaffenehrendenkmal zur Hasenheide. Es lief noch sehr gut auf dem Weg zum Pucher Meer.

Nach 6 km Licht am Ende des Tunnels

Dann der härteste Anstieg in diesem Rennen mit dem Pucher Berg. Wenigstens hat die Polizei heute nicht geblitzt. Weiter zum Ziegelwerk und dann ging es bergab bis zu den Windrädern (die im Nebel verhangen waren) und nach Mammendorf.

Dort dann gleich wieder raus und Richtung Malching. Es lief noch sehr gut und es kam der stetige Anstieg nach Obermalching. Auf dem Abzweig zum Ort Galgen hatte ich mir meinen ersten Verpflegungsbeutel im Baum versteckt (weil man sich ja schlecht während des Laufs bücken kann).

Dank der Kälte war die Flasche eiskalt und der Gelchip hartgefroren. Erst mal etwas in der Hand wärmen und einen Schluck nehmen: saukalt.

Von Obermalching ging es gut weiter zum Industriegebiet von Maisach und von dort auf den Feldweg nach Gernlinden. Nach einer Kurve kamen mir 4 Frauen mit ihren nicht-angeleihnten Fusshupen entgegen und machten natürlich keinen Anstand, auf die Seite zu gehen.

Ich hatte mittlerweile über 4 Minuten Vorsprung gegenüber dem Plan. Noch in unsere Straße abbiegen und in ca. 1:48 Stunden hatte ich den ersten Halbmarathon geschafft. Viel zu schnell.

In der Garage gab es etwas zu trinken und ich wechselte die nassgeschwitzten Klamotten und zog die Regenjacke über. Als ich das Garagentor wieder zumachte, kam Michaela ums Eck. Leider hat der LiveTrack nicht so gut funktioniert und sie war überrascht, dass ich schon da war und gleich wieder weg musste.

Auf geht’s in die zweite Runde wieder zum Fliegerhorst und daran entlang. Ich hörte hinter mir, dass ein Läufer dicht an mir dran war und wollte mich nicht einholen lassen. Deshalb kurz Zwischengas geben.

Am Ankerzentrum sah ich Michaelas Auto und kurz darauf sie. Leider waren im Bild genau zu diesem Zeitpunkt auch zwei Flüchtende und ich als Flüchtling. Diesmal ging die Runde nun vorbei am Starfighter zum Haupttor der Kaserne und ins Gewerbegebiet Hasenheide.

Glücklicherweise nur leichter Nieselregen

Ich sah, wie Michaelas Auto im Kreisverkehr zum Swingerklub abbog. Massage wär jetzt genau das Richtige – aber sie stieg aus und fotografierte mich wieder.

Laufstiltraining wär mal empfehlenswert

Nun lief ich an der Firma Schleifring vorbei durch das Industriegebiet bis zur alten Brucker Strasse.

Von dort ging es am Fliegerhorst entlang nach Maisach. Am Bahnhof von Maisach hatte ich die 30 km-Marke passiert.

Weiter führte der Weg zum Schulzentrum und als ich bei der evangelischen Kirche endlich einen Papierkorb fand, kam ich ins Gehen. Ich ging ca. 150 Meter bis zu meinem zweiten Verpflegungsbeutel, welchen ich hinter einem Baum am Friedhof versteckt hatte.

Kurz die Verpflegung verstauen und weiter zum Kreisel an der Überacker Straße. Auf dem Radweg ging es auf bekannter Strecke bis nach Überacker, wo ich gleich Richtung Fussmoos abbog. Ich hatte schon 1-2 kurze Gehpausen einlegen müssen. Dann lief ich weiter durch das Fussmoos-Areal bis ich kurz vor der Fussmoosalm sogar zwei Pferde überholt hatte. Ich war quasi mit mehr als 2 PS unterwegs.

Leider wurden auch die Muskeln am linken Bein immer schmerzhafter – der Schmerz wanderte von der Wade über den Unterschenkel bis zum Oberschenkel. So musste ich immer wieder kurze Gehpausen einlegen. Ich entschied mich, nicht durch das Industriegebiet auf dem Gehweg zu laufen und stattdessen auf dem Feldweg zum Waldsee von Gernlinden. Wenn die Konzentration nachlässt ist das ständige auf und ab auf dem Gehweg nicht sehr angenehm.

Obwohl ich die Strecke vom Waldsee nach Hause schon hundertmal (wenns reicht) gelaufen bin, kam sie mir heute endlos vor. Ich musste immer wieder kurze Strecken gehen und dann wieder loslaufen. Eigentlich heißt es ja „Marathon laufen“ und nicht „Marathon gehen“. Aber ich wollte unbedingt ins Ziel. Von der Zielzeit von 3:49 Stunden hab ich mich schon verabschiedet. Hauptsache ins Ziel kommen und unter 4 Stunden war jetzt die Maxime.

Auf dem Radweg nach Maisach hatte ich die 40 Kilometer geschafft. Jetzt noch bis zum Kreisel und dann rauf auf die Bahnüberführung. Ein endloser Anstieg und oben angekommen sah ich Michaela schon vor mir. Ursprünglich war hier das Ziel anvisiert, aber leider hatte ich noch 1 Kilometer zu laufen.

Kurz vor dem Ziel

Also nochmal die große Runde am Restaurant vorbei bis zu unserer Straße. Kurz davor, passenderweise direkt am kleinen Wertstoffhof, waren die 42,195 km (plus ein paar Extrameter wegen GPS-Ungenauigkeit) erreicht. Ich hätte mich gleich wegwerfen können – natürlich in den Alt-Glas-Container.

Trotzdem, dass ich fix und fertig war, hatte ich es doch geschafft. Marathon No. 16 war – zwar auf den zweiten Versuch – geschafft. Normalerweise gibt es bei einem Marathonrennen keinen zweiten Versuch, aber wenn er Einem geboten wird, muss man die Chance beim Schopfe packen. Ich war total happy und ging noch die paar Meter nach Hause, wo Michaela auf mich wartete.

Im Ziel angekommen
Usain Bolt

Noch kurz die Verpflegungswanne aus der Garage holen, die Katze begrüßen ( die sich anscheinend 4 Stunden nicht bewegt hatte) und die Badewanne einlaufen lassen. Die nassen Klamotten mussten schnell runter und so konnte ich das Muskel-Aktiv-Bad genießen – pünktlich zu den 12 Uhr Nachrichten. Das tut so gut und so kurz war der Abstand zwischen Ziellinie und Badewanne noch nie.

Michaela holte dann bei unserem Italiener das Mittagessen und ich gab kurz meiner Mama Bescheid, die natürlich nix wusste, dass ich überhaupt vor hatte, heute einen Marathon zu laufen. Essen: Pizza Quattro Stagioni (aber die Extra-große). Passend zum April-Wetter, obwohl Schneefall und Sonne heute fehlten.

Die restlichen zwei Jahreszeiten gab es danach auch noch.

Nachmittags dann erstmal auf der Couch relaxen und nebenzu schwimmende Formel1-Boliden bei ihren Pirouetten zuschauen. Mein Fahrgestell fühlte sich an wie ein Formel1-Wagen der mit 200 km/h in den Reifenstapel gefahren ist. Parallel zu meinem Marathon ist die Elite in Eschede (Niederlande) auf einem Flughafen einen Marathon gelaufen. Mein „Dauerrivale“ Eliud Kipchoge hat mit Weltjahresbestleistung von 2:04:30 gewonnen. 2018 in Berlin, als wir gemeinsam auf der Strecke waren, hat er den immer noch gültigen Weltrekord eingestellt. Leider hab ich meine letzte Chance auf die Teilnahme beim Marathon der Olympischen Spiele in Tokio verpasst – um ca. 1:45 Stunden 😉

Beide fix und fertig

Meine letzte Packung Napoli Keksi hab ich doch noch essen dürfen – sie wären vor dem Herbstmarathon abgelaufen. Brauche dringend Nachschub.

Gibt’s leider nur in Österreich – und das ist momentan sehr weit weg in Corona-Zeiten

Medaille

Strecke

Streckenvideo

Das Streckenvideo zum Nachlaufen seht Ihr hier.

Laufauswertung

Platz 77 von 155 in der Männerwertung

Urkunde

Finisher-Shirt

11.04.2021: Berlin Half – 10k

Da ich ja ursprünglich den Leipzig-Marathon am Osterwochenende komplett laufen wollte, hab ich mich für den Berlin Half – Virtual Run nur für die 10 km-Strecke angemeldet. Die Medaille hat mir sehr gut gefallen und es war auch kombiniert mit einer Spende.

Am Samstag nach der Metzgerei wieder zum Corona-Schnelltest und nach dem Wocheneinkauf bin ich mit Michaela ihren 10km – Lauf in Paris gelaufen. Ich wurde mal wieder als Hase missbraucht. Das Wetter war schön, aber wir hatten gefühlt die ganze Strecke Gegenwind. Da sie sehr gut mithielt, haben wir die 10km in 1:05 Stunden geschafft. Ich war sehr zufrieden mit ihr, da sie doch ganz gut an mir dranbleiben konnte. Und die Medaille ist auch sehr schön.

Am Sonntag waren wir wieder in Steindorf, da Jahresmesse für meinen Papa war. Danach hat Mama lecker Rindsrouladen mit Spätzle und Blaukraut gekocht. Dazu ein Glas Meistersud von der Tochter meines Cousins, die gerade die Meisterprüfung als Braumeisterin ablegt. Zum Kaffee gab es dann noch Kuchen. Ich war randvoll.

Zuhause angekommen kurze Pause und die Sachen für den Lauf anziehen. Es war mit ca. 18 Grad doch schon sehr warm – wegen Corona musste ich trotzdem mit Halstuch laufen. Die Masken hab ich eh immer dabei. Noch kurzes Fotoshooting im Garten und dann ging es zum Start an der Fußgängerbrücke über die Umgehungsstraße.

Mit Speed dann auf zum Fliegerhorst. Ich war sehr zügig unterwegs mit 4:38 auf den ersten Kilometer. Dann an der Kaserne entlang bis nach FFB in 4:22 bzw. 4:39 min/km. Weiter am Starfighter vorbei zum Haupttor der Kaserne und zum Industriegebiet Hasenheide in 4:43 und 4:35. Dann auf dem Weg zur Alten Maisacher Straße hatte ich leicht bergauf ein paar Probleme und brauchte 4:49 für den sechsten Kilometer – genauso wie auf dem siebten Kilometer. Gefühlt war auch heute wieder nur Gegenwind.

Am Sportplatz von Maisach vorbei durch das Wohngebiet auf den Feldweg nach Gernlinden wieder in 4:47 und schnelleren 4:37. Den letzten Kilometer auf dem doch recht schlecht zu laufenden Feldweg konnte ich dann wieder in 4:45 absolvieren. Nach genau 10 km hatte ich am ehemaligen Bogenschießplatz das virtuelle Rennen absolviert – in sehr guten 46:48 Minuten.

Nach der Niederlage letzte Woche endlich wieder ein Erfolgserlebnis.

No Marathon No. 16: Leipzig Marathon (Steindorf) – DNF

„Das Geheimnis des Erfolges kennen nur jene, die einmal Misserfolg gehabt haben.“

Antoine de Saint-Exupéry

Anmeldung

In der Hoffnung auf einen richtigen Marathon mit vielen Mitläufern im Jahr 2021 hab ich mich zum Ende der ersten Anmeldefrist am 29.November 2020 für den 45. Leipzig-Marathon am 18.04.2021 angemeldet.

(Quelle: www.leipzigmarathon.de)

Leider hat Corona erneut einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die zweite Welle um die Jahreswende war gerade etwas abgeebt, da begann die 3. Welle sich aufzutürmen.
Die Politik hat durch ihr Versagen (Maskenbeschaffung, Impfstoffaufteilung, Schnelltestbereitstellung, Digitalisierung in Behörden, uvm.) ihren gehörigen Beitrag dazu geleistet. Auch ein Großteil der Bürger (v.a. die Querulanten von den sog. „Querdenkern“) halten sich nicht an die Regelungen und sorgen dafür, dass wir diese Pandemie nicht in den Griff bekommen. Abstand ist auch 1 Jahr nach Beginn der Pandemie für Viele noch ein Fremdwort.
Am 1. Februar kam leider von den Organisatoren die Absage für den Marathon am 18. April. Da war mein 12-wöchiger Trainingsplan jedoch schon im „Laufen“. So meldete ich mich gleich für die virtuelle Ausgabe in der Zeit vom 02.04. (Karfreitag) bis 18.04. (dem ursprünglichen Termin) an.
Für den 18.04. wurde zwischenzeitlich ein zentraler Gedenktag für die Corona-Opfer in Deutschland geplant und am Sonntag zuvor die Jahresmesse für meinen Vater. Deshalb hab ich mich für eine Vorverlegung auf den Ostermontag entschieden. So konnte ich mich nach dem Ostergeschäft in der Metzgerei am Ostersonntag noch erholen. Dadurch mussten jedoch auch zwei Trainingswochen aus dem Trainingsplan gekürzt werden.

Trainingsplan

Auch diesmal mußte wieder der Trainingsplan von Andreas Butz mit einer Zielzeit von 3:39 Stunden herhalten. Klar die 3:39 Stunden werde ich in einem Solo-Rennen nie erreichen, aber vielleicht klappt es ja mal wieder mit knapp unter 3:50 Stunden. Wegen der Terminverschiebung wurde der Trainingsplan um zwei Wochen gekürzt. Den Trainingsverlauf könnt Ihr hier nachlesen. Da ich den Trainingsplan sehr gut einhalten konnte, ging ich zuversichtlich in die letzte Woche vor dem Marathon am Ostermontag.

Hotel – „Dahoam is dahoam“

Einen Vorteil hat ein Marathon daheim – die Reisetätigkeit und das Sightseeing kann man sich sparen. Doch leider war in der Osterwoche – mit HomeOffice und WurstOffice – viel zu tun. Die permanente Verunsicherung durch Corona geht auch nicht spurlos an einem vorüber. Nach dem HomeOffice bin ich am Gründonnerstag noch in die Metzgerei zum Arbeiten. Da der Wetterbericht für den Ostermontag grausam vorhersagte (Windböen bis 65 km/h; Regen; Schnee) wollte ich den Marathon gleich schon am Ostersonntag laufen. Den „Eingeweihten“ war das auch recht – auch wenn mir dadurch der Ostersonntag als Ruhetag fehlte.
Am Karfreitag bin ich noch eine kleine Runde mit Michaela zum Emmeringer See langsam gelaufen.
Am Karsamstag dann um 5 Uhr aufstehen und in die Metzgerei fahren. Es war viel zu tun und ich konnte meine Schritte leider nicht reduzieren. Um 14 Uhr fuhr ich nach Gernlinden, weil Michaela zum Corona-Schnelltest mitkommen wollte. Ich fühlte mich da schon sehr schlapp, fuhr aber hin und hab meinen ersten Corona-Schnelltest in Geiselbullach gemacht. Ging ganz gut und ich war negativ. Mit einer akuten Covid19-Infektion einen Marathon zu laufen wäre bestimmt keine gute Idee. Ab zum Einkaufen und dann wieder heim.
Da ich mich immer schlechter fühlte, hab ich öfter meine Temperatur gemessen. In der Spitze waren es 37,8 Grad (bei einer normalen Durchschnittstemperatur von 35,7 Grad).

Die Startnummer zum selber ausdrucken


Ich hab trotzdem meine Unterlagen und Klamotten zusammengepackt und die Verpflegungskübel hergerichtet. Nach dem Abendessen und Duschen noch etwas Fernsehen. Da das Programm am Ostersamstag gewohnt schlecht war, bin ich um 21:30 Uhr ins Bett gegangen. Ich sagte Michaela, dass ich Morgen früh kurzfristig entscheiden werde, ob ich überhaupt laufe. Tendenz war da – eher nicht.

Anreise

Ich wachte am Ostersonntag um 4 Uhr auf und überlegte bis zum Weckerklingeln um 5:30 Uhr, ob ich laufen sollte oder nicht. Nach dem Aufstehen erstmal Fieber messen: 36,8 Grad war OK. Dann noch einen Corona-Selbsttest vorbereiten. Während der Wartezeit machte ich für Lucky und mich Frühstück.

Langsam kann ich keine Nudeln mehr sehen.
Der Test war negativ – also spricht nichts gegen einen Start

Richtig erholt fühlte ich mich jedoch nicht von den Strapazen der vergangenen Tage. Kurz noch alles ins Auto packen und um kurz vor 7 Uhr fuhr ich los nach Steindorf. Die Sonne ging gerade auf und es gab nur wenige Wolken am Himmel. Der Wind war auch vernachlässigbar. Somit bestes Läuferwetter – bis auf die Temperatur mit -3 Grad.

Sightseeing/Marathonmesse

Ausgefallen – wegen Lockdown & Ostersonntag

Vor dem Rennen

In Eresried hab ich dann meinen Verpflegungskübel auf der Rundenmitte abgestellt und bin erstmal zum Friedhof an der Kirche in Steindorf gefahren, um noch meinen väterlichen Beistand einzuholen. Mein Papa hat immer gesagt: „Lauf doch nicht so viel. Des is ned gsund“.

Finisher-Shirt vom Köln-Marathon vor dem „Steindorfer Dom“


Anschließend ging es zum Elternhaus, wo meine Mutter gerade Frühstück hergerichtet hatte. Wir unterhielten uns noch kurz. Dann zog ich meine Laufklamotten an und trank mit ihr und meinem Bruder noch einen Schluck Kaffee.
Um kurz nach 8 Uhr gingen wir raus und mein Bruder fotografierte mich noch am Haus. Ich wollte eigentlich vor dem toll blühenden Zierkirsch-Baum fotografiert werden, aber durch den Rasen wären meine Schuhe nass geworden und das wär auch nicht so günstig gewesen. Wir gingen dann zum Startpunkt vor der Metzgerei.

Der Lauf

Um 08:15 Uhr startete ich meinen virtuellen Marathon von Leipzig im bayerischen Steindorf. Noch schnell die Uhr starten und los gehts. Mission „Marathon No. 16“ läuft.

Erstmal ging es an der Kirche vorbei aus Steindorf hinaus nach Hausen. Der erste Kilometer war natürlich wieder zu schnell angegangen, aber dann konnte ich meine ProPace-Vorschlags-Kilometerzeiten gut einhalten. Nach dem Verlassen von Hausen ging es stetig hoch zum Sportplatz und zum Schloss von Hofhegnenberg. Um das Schloss herum, wo die Security-Leute patroullierten, weiter nach Eresried.
Endlich geht es leicht bergab und dann in die Senke vor Eresried. Kurz vor dem Ortseingang dann der Anstieg. Die Verpflegung bei km 5 lies ich aus und danach ging es gleich Richtung Heinrichshofen. Wieder den zähen Anstieg zum Wald und dann ab der Landkreisgrenze kontinuierlich leicht bergab. Vor Heinrichshofen (das ja nicht zur Gemeinde Steindorf gehört) dann gleich auf die Straße nach Steindorf.
Endlich wieder im Landkreis Aichach-Friedberg zurück. Irgendwie fühlt sich das Laufen heute nicht so richtig gut an. Noch kurz am Weiher vorbei und die Handschuhe ausziehen. An der Verpflegungsstation vor unserem Kastanienbaum hatte ich etwas mehr als 1 Minute Vorsprung gegenüber dem ProPace-Plan. Neue, trockene Mütze anziehen und einen Gel-Chip essen.

Die zweite Runde führte am Feuerwehrhaus vorbei zum Pfarrhof und wieder nach Hausen. Der Anstieg zum Sportplatz zog sich schon in der 2. Runde. Nach dem Schloss endlich etwas abschüssige Strecke zum Durchatmen und auf dem Weg nach Eresried erst runter und gleich wieder hoch.
Bei der Verpflegungsstation nahm ich mir Wegproviant mit, kam jedoch nicht mehr so schnell zum Laufen. Am Anstieg zum Wald dann eine Gehpause. Das fühlt sich überhaupt nicht gut an heute. Kurz nach dem Wald dann wieder eine Gehpause – das steh‘ ich keine zwei weiteren Runden durch.
Schweren Herzens entschied ich mich, nur noch nach Steindorf zu laufen und dann das Rennen aufzugeben. Es gibt noch die Möglichkeit, spontan auf die Halbmarathondistanz umzuschwenken, aber mit dieser Zeit halt auch jenseits von Gut und Böse.
Von Heinrichshofen „ging“ es dann zurück nach Steindorf. Wenn der Kopf und Körper nicht mitspielen, werden die Beine auch blockiert. Kurz gehen, wieder laufen. Dabei hab ich wenigstens doch noch den Osterhasen gesehen, der auf den Feldern lief – wenigstens Einer der schnell läuft.
Um das Ziel bei der Metzgerei zu haben, lief ich nicht über den Weiherweg heim, sondern über die Kirche leicht Zick-Zack durch Steindorf und so hatte ich die 21,11 km genau bei unserem Kastanienbaum erreicht. Mein erstes DNF („Did not finish“, auf boarisch „Hods ned gschafft“ oder auf hochdeutsch „versagt“) bei einem Marathon war besiegelt. 40 Trainingsläufe mit ca. 600 Kilometern – alles für die Katz.
Ich nahm meinen Verpflegungskübel und ging mit gesenktem Haupt zum Kirschbaum, um ein Selfie zu machen.

Glücklich und zufrieden sieht anders aus
Einfach schön, wenn der Baum blüht

Ich gab dann auch gleich Michaela Bescheid, dass sie nicht auf der Strecke auf mich warten muss und gleich nach Steindorf fahren kann.

Nach dem Rennen

Völlig durchnässt kam ich am Haus an als mein Bruder gerade rausgekommen war, um mich mit dem Rad auf der Strecke zu begleiten. Er hat sich schon über meinen Zick-Zack-Kurs im LiveTrack gewundert. Als Ersatz ist er am Nachmittag noch 43,5 km mit dem Rad gefahren – wenigstens ein Marathoni heute in der Familie. Da bin ich richtig Stolz auf ihn.
Meine Mutter war froh, dass ich aufgehört hab. Kurz darauf kam Michaela an und ich ging erstmal unter die warme Dusche. Mein Körper war ziemlich durchfroren. Gleich die warmen, trockenen Klamotten anziehen und in der Küche eine Gemüsebrühe trinken.
Körperlich merkte ich gar nix – war ja auch nur ein Halbmarathon, den ich in den Beinen hatte. Aber es tat im Kopf und Herz richtig weh. Laufen ist halt 90% Kopfsache – der Rest ist mental 😉
Es hat natürlich auch Vorteile. So kamen wir früher zum Mittagessen, welches wir diesmal beim Asiaten in Kissing holten. Auch wenn meine Mutter kein Fan dieser Küche ist, hat sie den Hund – oder war es doch eine Katze – gegessen 🙂
Für den Kaffee hat Michaela noch einen leckeren Himbeerkuchen gebacken und so war die Kalorienbilanz heute wieder extrem negativ.
Danach fuhren wir wieder zurück nach Hause und setzten uns noch etwas in die Sonne.
Klar, war das eine „illegale Versammlung“, da wir ja 2 + 2 Erwachsene aus zwei verschiedenen Haushalten waren. Aber die zwei Damen waren ja bereits geimpft und wir wurden nicht von der Polizei erwischt. Genau wie die Polizei am Karsamstag in Stuttgart tatenlos zugeschaut hat wie 15.000 Querulanten ohne Einhaltung der AHA-Regeln „demonstrierten“ und Journalisten angriffen.

Der Tag danach

Am Ostermontag konnte ich dann ausruhen. Wir gingen am Vormittag bei schon starkem Wind mit Leihhund Diego Gassi, um dann den Nachmittag auf der Couch zu verbringen. Als die erste Version dieses Artikels geschrieben und ich fertig war, war der ganze Artikel unwiderruflich gelöscht. Super. Frohe Ostern.
Es gibt halt Tage, an denen verliert man – so wie gestern beim Leipzig Marathon. Am liebsten hätte ich gestern die Laufschuhe an den Nagel gehängt, aber warum gleich aufgeben. Jedoch bezweifel ich mittlerweile schon, ob ich nochmal alleine einen Marathon laufen werde. Es ist einfach viiiiiel schöner, mit vielen Mitläufern gemeinsam auf die Strecke zu gehen und von Zuschauern angefeuert zu werden, Kinderhände abzuklatschen, seinen Namen zu hören, durch einen großen Zielbogen zu laufen, direkt seine Medaille umgehängt zu bekommen, uvm. Alleine Laufen ist da viel anstrengender.
Jedoch muss man sich selbst auch mal eingestehen, dass – auch wenn man 15 Marathons erfolgreich bestanden hat – die 42,195 km immer eine ganz neue Herausforderung sind und man körperlich und mental topfit an den Start gehen muss. Sonst läuft man ins Verderben – oder schafft nur die Hälfte. Laufen ist kein „Selbstläufer“.
Vor allem als Hobbyläufer muss auch das Risiko abwägen, ob es einem das Wert ist, seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen und evtl. durch Fieber eine Herzmuskelentzündung zu befeuern.
Deshalb gilt für mich jetzt das Motto: Aufstehen – Kopf hoch – Krönchen richten

Medaille

Strecke

Streckenvideo

Laufauswertung

Urkunde

Finisher-Shirt

Bin ja kein Finisher – deshalb als neuer Teppich für die Lucky