Die erste Nacht im Pingviman Hotel konnte ich leider nicht sehr gut schlafen, da u.a. die Kröte draussen permanent gequackt hat. Nach dem Aufstehen gingen wir zum Frühstück. In Bewertungen hab ich gelesen, dass es nicht so gut sei. Aber ich fand es ausgewogen und es muss da Keiner verhungern. Der Kaffee war sehr lecker. Dann machte Michaela den Tagesplan. Ich wär lieber nach dem Frühstück gleich zum Laufen gegangen.

Stattdessen gingen wir zum ersten Tempel (korrekte Namen werden noch nachgeliefert). Dort sprach mich gleich ein Taxifahrer an, wo wir her sind. Ich sagte Germany und das einzige Wort, das ihm einfiel war: langsam, langsam. Der Haupttempel war riesig und es waren sehr viele Gläubige drin. Ein in Armeeuniform gekleideter Mann sprach, was über die Lautsprecher nach Außen sehr laut wiedergegeben wurde.

Hinter dem Tempel war ein vergoldeter Schrein, um den herum die Gläubigen liefen. Dann gab es wieder die großen Glocken und einen Platz, an dem die Leute Kerzen anzünden konnten.

Daneben war ein kleiner Schrein, an dem die Leute Wasser drübergießen konnten. Es gab hier auch ein Plakat, welches mir schon am Flughafen aufgefallen ist: “Buddha is no decoration”.

Klar, wir als Fototouristen fotografieren das Alles ohne eine Ahnung von dem Glauben oder der Bedeutung bestimmter Rituale zu haben. Ich habe hier auf den Märkten aber noch keine Buddhafigur zum Kaufen gesehen. Die gibts wohl nur beim Segmüller.

Auf einmal fiel mir auf, dass meine Akkuanzeige aufleuchtet und der Akku bald leer ist. Heute früh hatte er noch alle Balken, darum hab ich den vollen Originalakku nicht mitgenommen. Auf dem Weg zum hölzernen Tempel war die Kamera tot. Muss halt das Handy herhalten. Schaut bestimmt komisch aus, wenn ich die dicke Kamera um den Hals trage und dann mit dem Smartphone Fotos mache.

Der hölzerne Tempel war sehr schön und vor allem die Gartenanlage war toll. Hinter dem Tempel war hier auch wieder ein goldener Schrein. Wenn Franckh Ribery dabei gewesen wäre, hätte der wohl überall reingebissen im Glaube an ein mit Blattgold überzogenes Tomahawk-Steak.

Weiter zum steinernen Tempel und der war richtig mächtig. Teilweise schon mit Gras bewachsen. Unten gab es auch ein kostenloses Mittagessen für Alle. Aber wir wollten das nicht ausnutzen. Dann sind wir in zwei kleinere Tempel rein und da waren mumifizierte Mönche drin aufgebahrt. Die sahen so echt aus, dass sie jederzeit aufstehen hätten können, um mal für kleine Mönche zu gehen.

Auf dem Weg zum Hotel machten wir dann Mittag in einem kleinen Restaurant. Umgerechnet kostete das 4 Euro. Dann sind wir zum Hotel und nach einer kurzen Pause ging ich aufs Laufband. Diesmal konnte ich die Air Condition einschalten und so war es etwas angenehmer. Später kam dann Michaela und schwamm im Pool ihre Kreise. Nach 7,5 km machte ich Feierabend, denn wir müssen später ja noch viel gehen.

Bevor wir aufbrechen wollten, telefonierten wir noch mit meiner Familie. Sechs Stunden früher und 40 Grad kälter als hier. Dann richteten wir uns für den Chiang Mai Subway Street Market her. Auf dem Weg fiel Michaela ein, dass sie sich gar nicht gegen Mosquitos eingesprüht hatte. In einer Apotheke konnte man uns weiterhelfen. Mich haben die Viecher gestern ziemlich erwischt.

Am Anfang war es am Market noch sehr überschaulich, da sie auch erst noch die Stände aufbauten. Doch es kamen immer mehr Leute und die Strassen wurden immer voller. Ich wollte mal an einem Stand eine Wurst auf einem Stäbchen probieren und Michaela nahm eine Frühlingsrolle. Weiter geht’s und Michaela shoppte fleißig Klamotten, obwohl sie “eigentlich” keine mehr kaufen wollte. An einem Gewürzstand kaufte ich ein Päckchen Kurkuma für 80 Bhat (statt 120). Die packen alles in Plastikbeutel und wir sagen immer “no plastic”.

Um kurz vor 18 Uhr kamen Lautsprecherdurchsagen und es wurde- wie gestern Abend – die Hymne gespielt. Alle Leute verharren mit gesenktem Kopf und danach geht’s einfach so weiter. Wär doch mal was für Deutschland. Je später es wurde, umso mehr Gedränge würde es. Es war fast kein Durchkommen mehr und wir hatten Probleme, uns nicht zu verlieren. Wenn da eine Panik ausbrechen würde, man mag es sich gar nicht auszumalen.

In einer Seitengasse kauften wir uns was zum Essen und danach gingen wir noch bis zum Beginn der Einkaufsmeile. Heftig, wie viele Leute. Langsam wollten wir wieder zurück und kämpften uns durch die Menschenmenge. Auf dem Heimweg hab ich mir dann nochmal eine Wurst gekauft und Michaela im 7Eleven ein Magnum.

Nach 24.661 Schritten am heutigen Tag lieg ich nun auf dem Bett und im Hintergrund kommt live auf Fox Sport das Bundesligaspiel “Nürnberg vs. Berlin”. Bis Morgen.