Marathon No. 12: 27. Johannesthermen Marathon Bad Füssing 

„Das Wunder ist nicht, dass ich ins Ziel gekommen bin. Das Wunder ist, dass ich den Mut hatte, loszulaufen.“

John Bingham

Wellness am 02.02.2020

Leider hatte das Standesamt an diesem denkwürdigen Datum geschlossen. Deshalb musste eine Alternative her: Der Thermen Marathon in Bad Füssing. Die Idee kam mir noch im Hotel in Valencia, nachdem ich dort grippebedingt leider Absagen musste. Einen Marathon mitten im Winter laufen ist aber schon riskant. Ich wollte mir die Entscheidung so lange wie möglich offen halten, um das Wetter abzuwarten. Dummerweise hat mich Anfang Januar noch eine „Frozen Shoulder“ aus dem Training geworfen. So hab ich in der Vorbereitung keinen 30km-Lauf absolviert: „kann klappen, muss aber nicht“.

Anmeldung

Da der Winter 2020 bislang sehr mild war und der Wetterbericht für den 02.02.2020 auch keinen Schnee vorhersagte, meldete ich mich Ende Januar für den unschlagbaren Preis von 29 Euro an – inkl. Nudelparty und zwei Tage Thermeneintritt. Das Hotel habe ich schon vorher mit kostenfreier Stornierung reserviert. 

Trainingsplan

Einen Trainingsplan gab es nicht. Seit der krankheitsbedingten Laufpause von Valencia bin ich normale Laufgeschwindigkeiten und -umfänge „gegangen“ – keine Intervalltrainings oder LongRuns über 30km. Die Läufe im Januar hab ich im (Lauf)Tagebuch 2020 zusammengeschrieben.
Deshalb soll es nur ein Vorbereitungslauf in die Saison sein – gesund und munter ins Ziel kommen und das Dutzend voll machen. Die Zielzeit hab ich auf 3:57 Stunden gesetzt. Da ich ja immer weiter laufe als die 42,195 km sollte bei Einhaltung der Tempovorgaben die 4-Stunden-Grenze machbar sein. Da das Wetter für den Lauf mild, stark-windig und regnerisch werden sollte, stellte ich die Machbarkeit dieses Ziels am Vorabend in Frage: „Schau ma moi“. 

Anreise

Am Samstag früh bin ich nach einer guten Nachtruhe erst in die Metzgerei zum Helfen gefahren. Michaela musste heute auch arbeiten, doch sie wollte eh nicht mitkommen: „Einen Marathon im Winter – so ein Schwachsinn“. Um kurz vor 11 Uhr erstmal heim, um alles zu packen und das Köln-Finishershirt anzuziehen.
Den ersten Startversuch um Punkt 12 brach ich nach 2 km ab – „Haaaaaab ich mein Handy dabei?“. Wieder nachhause und das Handy holen, welches noch beim Aufladen war. Der nächste Versuch klappte dann und ich kam ganz gut bis Kirchheim: Stau! Bis zur Passauer Autobahn ging es wenigstens zäh fließend.
Dann lief es wieder, aber die Karte in meinem Navi ist mittlerweile 5 Jahre veraltet. So leitete es mich gleich wieder von der A94 auf die B12 und dann wieder auf die A94. Hätte ich da nicht gleich drauf bleiben können? Auf einmal wird die Autobahn einspurig und dann wieder zweispurig. Komische Streckenführung.
Endlich steht mal „Bad Füssing“ auf einem Wegweiser und da bin ich schon – vorbeigefahren. Diesmal aber absichtlich „verfahren“, denn ich hatte ja eine geheime Mission im Ausland zu erfüllen. Erst über den Inn nach Obernberg in Österreich und direkt in den Spar-Supermarkt. Da es „meine“ Napoli Keksi nur in Österreich gibt musste ich diese Gelegenheit nutzen und 7 Packungen (Sieben ist in Asien eine Glückszahl und bringt auch noch Kalorien) über die Grenze schmuggeln.

Schmuggelware aus Österreich

Nach einer kurzen, dringenden Toilettenpause fuhr ich zurück nach Deutschland und wurde nicht von den Grenzkontrollen erwischt. Jetzt auf zum Hotel. 

Hotel

Da ich ja alleine nach Bad Füssing fahren werde, brauchte ich mir um den Komfort des Hotels keine großen Gedanken machen. Mitte Januar hatte ich mir schon – stornierungsfrei – ein Einzelzimmer im Hotel Vogelsang in der Ludwig-Thoma-Straße (ca. 1 km vom Start entfernt) reserviert. Man hätte auch vergünstigt in den Zwick’schen Hotels übernachten können, aber der Preis von 47 Euro (inkl. Frühstück und Parkplatz) war unschlagbar.

Sehr schön – inkl. Tiefgaragenstellplatz

Als ich gegen 15 Uhr im Hotel ankam, fand ich draußen keinen Parkplatz und für die Tiefgarage braucht man einen Schlüssel. Erstmal das Auto abstellen und dann zum Hotelempfang: Klingeln – Tür war offen – Keiner da :-() Es stand ein Schild, dass ich mir den Schlüssel aus dem Fach nehmen konnte und so fuhr ich das Auto in die Tiefgarage, um dann das Gepäck ins Zimmer zu bringen. Es war ein komplettes Appartement mit Kochnische, Doppelbett (mit 2 Gummibärchenpackungen!!!), Sitzecke, rießigem Schrank, Flachbildfernseher (leider ohne ORF1) und geräumigem Bad.

Sightseeing / Marathon-Messe

Nachdem ich mich kurz frisch gemacht hatte bin ich direkt zur Johannesbad-Therme, um die Startunterlagen zu holen. Der Weg dorthin war sogar Teil der Strecke, die direkt am Hotel vorbeiführte. Es war ein sonniges, mildes Frühlingswetter mit einem leichten Wind.

Im Startbereich wurde fleißig aufgebaut und auch das Zelt für die Finisher wurde gerade eingerichtet. Die Startunterlagen erhielt ich sehr schnell, da ein Großteil der Läufer zu dem Zeitpunkt in einem Vortrag von Jan Fitschen über die Wunderläufer aus Kenia war. Da war ich leider zu spät.


Kurz zuhause anrufen, dass ich gut angekommen bin und ab zur Nudelparty. Nach Abgabe des Gutscheins erhielt ich einen Stempel, damit ich so oft Nudeln holen konnte, wie ich wollte. Die Nudeln mit Bolognese-Sauce waren sehr lecker, aber nach einer Portion war ich auch satt. Dazu das beste alkoholfreie (Weiss)bier. Noch kurz den Fussball-Ticker checken, da war gerade Halbzeit und die Augsburger lagen wieder mal gegen einen Abstiegskandidaten hinten – ab jetzt Fussballnachrichtensperre bis zur Sportschau.
Die Einkaufsmöglichkeiten auf der Messe waren „überschaubar“. Es gab jedoch Finisher-Shirts und die musste ich gleich shoppen. Das Komplettset aus Laufshirt, -mütze und Buff für 37 Euro – auch wenn Michaela gleich ein „schrecklich“ zurückmailte.

Johannesthermen-Kollektion 2020


Später bin ich wieder zurück zum Hotel, um „grob“ die Laufsachen für den Marathon herzurichten. Das Wetter am Sonntag sollte von 8 Uhr bis zum Start um 10 Uhr trocken sein und ab ca. 12 Uhr sollte der Regen kommen. Wenigstens mit trockenen Schuhen starten, das klingt ja schon mal gut. Den Wind kann ich ja mit der GoreTex-Jacke etwas zurückhalten.

Das kann ja heiter werden

Zum Abendessen gab es während der Sportschau die mitgebrachten Nudeln – langsam kann ich keine Nudeln mehr sehen. Egal, der FC Augsburg hat währenddessen doch noch gewonnen.

Schon wieder Nudeln


Um 22:30 Uhr bin ich ins Bett gegangen und hatte den Wecker erst auf 7 Uhr gestellt, da es Frühstück meines Wissens nach erst um 8 Uhr gibt. In der Nacht gab es ein heftiges Gewitter mit Sturm und brutal-lauten Donnerschlägen, dass ich mehrmals aufwachte. Kurz vor dem Wecker bin ich aufgestanden – so viel Schlaf hab ich selten.
Da ich auf dem Weg zum Frühstück einen Teil des Gepäcks gleich zum Auto bringen wollte, musste ich die Sachen schon endgültig herrichten. Die Schuhe noch auf dem Balkon etwas gegen die erwartete Nässe imprägniert (was aber dann doch nix brachte). Leider hatte ich fünf Laufhosen unterschiedlichster Länge mitgenommen, aber keine Laufhandschuhe. Und es war trotz Sonne sehr kalt.


Vor dem Frühstück war die Rezeption besetzt und ich konnte gleich mein Zimmer bezahlen – es kostete sogar nur 44 Euro. Die Besitzerin bot mir an, dass ich auch nach dem Auschecken am Nachmittag die Dusche in meinem Zimmer noch benutzen könnte und selbstverständlich das Auto erst am Abend abholen kann. Super Service. Bei den großen Hotel(ketten) würde so etwas NIE gehen. Das Frühstücksbuffet (2 Tassen Kaffee und 1 Schinkensemmel) war sehr gut und es waren auch schon ein paar Läufer da. Sie hatten – wegen dem Marathon – sogar schon um 7:30 Uhr aufgemacht.

Letztes Selfie vor dem Start
Arbeitswerkzeug für Heute: Asics DynaFlyte 3


Danach ins Zimmer und fertig anziehen. Auf dem Weg zum Auto hab ich noch den Schlüssel abgegeben und auf geht’s zum Start.

Vor dem Lauf

Auf dem schönen Radweg zum Start begegneten mir schon zahlreiche Läufer, die sich aufwärmten. Brauch ich nicht – ich lauf ja heute noch genug 😉 Es lagen noch einige in der Nacht heruntergebrochene Astteile überall herum. War ein ziemlich heftiges Unwetter, doch jetzt schien die Sonne. Es war jedoch sehr windig.

Angekommen erstmal auf die Toilette und danach kaufte ich mir auf der Messe ein paar Laufhandschuhe. Sicher ist sicher – auch wenn sie mir zu groß waren (aber es gab nur eine Größe). Noch kurz den Kleiderbeutel abgeben. Ich hab die Actioncam doch nicht mitgenommen, um mich nicht abzulenken.

Zuerst sah ich mir den Start der 10km Läufer an. Mit dabei waren Jan Fitschen und einer der besten deutschen Marathonläufer, Phillipp Pflieger. Der Bruder von meinem Chef, der wieder die Moderation machte, interviewte sie noch und dann schossen die Böllerschützen den Startschuss.
Als die Läufer gestartet waren konnten sich die ca. 1200 (Halb-)Marathonläufer in die Startaufstellung einreihen. Um Punkt 10 Uhr gab es den nächsten Auftritt der Böllerschützen, die uns auf die Reise schickten.

Der Lauf

Ich wollte nicht zu schnell loslaufen, wie im Oktober in Köln. Durch das große Teilnehmerfeld lief ich auch relativ relaxed los, war aber wieder zu schnell angegangen. Statt der geplanten 5:41 min/km lief ich die ersten km wieder so ca. 5:15 min/km. Da der Himmel zugezogen hatte und wir außerhalb vom Ortsteil Würding um Bad Füssing gelaufen sind, traf uns der Wind schon sehr heftig von vorn. Wir liefen auf einem breiten Radweg von einem Kreisverkehr zum Nächsten bei ekelhaftem Gegenwind.
Dann ging es Richtung Safferstetten weiter zum Inn nach Egglfing und dort zurück nach Bad Füssing, wo wir nach 11 km zum ersten Mal den Start-/Zielbereich erreichten. Da ich mich mit einem Läufer unterhielt, hab ich hier die Verpflegungsstation verpasst.

Noch läufts gut

Die 2. Runde verlief am Hotel vorbei durch den Ortskern, wo eine Percussiongruppe spielte und uns wieder aus dem Ort führte. Hier waren mal mehr Zuschauer. An einem kontinuierlichen Anstieg hatten wir wieder voll Gegenwind. Die ersten 15 km waren mit durchschnittlich 5:15 min/km zirka 25 Sekunden pro km zu schnell.
Dann durch einen Wald zur Verpflegung, wo ich mir einen Tee gönnte. Langsam fing es an zu tröpfeln. Kurz vor dem Inn führte die Strecke zurück nach Füssing. Durch das schnelle Tempo am Anfang und die Regentropfen war die Lust schon stark gesunken.

Allein auf weiter Flur

Doch ich wollte unbedingt am 02.02.2020 einen Marathon laufen und die schöne Medaille haben. Kurz vor Ende der 2. Runde gaben die Halbmarathonis nochmal Gas und überholten mich reihenweise. Schon unfair, die haben gleich Feierabend und ich muss noch weiterlaufen.
Ab der 3. Runde (identisch zur ersten Runde) nahm die Anzahl der Läufer massiv ab. Ich ging ein paar Meter und tankte an der Verpflegungsstation nochmal auf. Nun regnete es mehr und als wir wieder in Würding waren, war es schon ekelhaft, da wir wieder voll gegen den Wind und Regen liefen.
Ich wurde überholt, versuchte etwas mitzuhalten, musste dann abreißen lassen, wurde wieder überholt, und so weiter. Endlich km 25 erreicht und den zweiten Teil statt 5:32 min/km mit durchschnittlich 5:26 gelaufen. Noch 17 km in 5:38 – sehr lange 17 km. Auf dem Rückweg nach Bad Füssing sank die Motivation schon sehr stark. Beim Durchlaufen wurde ich dann namentlich erwähnt und hielt sofort an der Verpflegungsstelle an, um nochmal Tee und Wasser zu trinken.

Endlich in die letzte Runde (gleiche Strecke wie Runde 2) und ich kam nur sehr schwer wieder in den Tritt. Ich versuchte, mich an eine junge Läuferin zu halten, aber sie war mir einfach zu schnell. Vorbei am Hotel und in den Ortskern, wo die Percussion-Spieler noch fleißig Stimmung machten. Dann wieder bei vollem Gegenwind weiter.
Ich ging zum ersten Mal ein paar Schritte bis ein Läufer kam, an den ich mich heftete. Ich bot ihm an, dass ich mal die Führungsarbeit übernehme, damit er im Windschatten laufen konnte.
Mit gutem Tempo wollte ich bis zur Verpflegungsstelle kommen, was ich auch schaffte. Doch danach ging leider nicht mehr viel. Da nahm ich mir die Zeit und ging etwas weiter, um mich kurz an eine größere Gruppe anzuheften. Doch ich musste schnell wieder abreißen lassen. Nun musste ich – wie in Köln – dem schnellen Anfangstempo Tribut zollen.
Die Gehpausen waren jedoch nur kurz und vom Inn-Ufer weg ging es endlich ein letztes Mal nach Bad Füssing. Ich hatte den Läufer von vorhin wieder im Blick, wollte ihn aber nicht mehr auf der Zielgerade überholen. Dabei wurden wir noch von einem anderen Läufer überholt, aber das war auch schon egal. Glücklich und fertig überschritt ich bei handgestoppten 3:54:10 die Ziellinie.

Mein Zieleinlauf

Marathon No. 12 an dem tollen Datum geschafft – und das noch gut unter 4-Stunden bei keiner reibungslosen Marathonvorbereitung.
Im Zelt bekam ich dann die tolle Medaille überreicht und ging sofort zum Bierausschank, um mir ein alkoholfreies zu gönnen. Lauter fertige, glückliche Gesichter. Hunger hatte ich überhaupt nicht und so nahm ich nur ein paar Apfelstücke. Lieber noch ein Bierchen. Da ich komplett nass war und mir kalt wurde, holte ich meinen Kleidersack ab und ging in die Therme.

Stolz wie Bolle

Nach dem Rennen

Erstmal den Thermen-Gutschein rauskramen und dann in die Umkleide – „Pack die Badehose ein“. Die Klamotten und die Schuhe waren platschnass und ich ging nach dem Verstauen in den Spind erstmal unter die Dusche.
Dies war mein erster Aufenthalt in der Therme Bad Füssing und so musste ich mir zunächst einen Überblick verschaffen. Da das erste Becken sehr voll war, ging ich gleich in den Außenbereich. Da das ChillSan anscheinend nicht komplett beim Duschen abgegangen war, war der Einstieg in das 35 Grad warme Wasser ein Hochgenuss – ich dachte, meine Kniescheiben brennen lichterloh. Schön, wenn der Schmerz nachlässt.
Leider gingen die Sprudeldüsen immer dann aus, wenn ich angekommen bin. Ich schwamm dann wieder rein und testete die Bäder im Innenbereich. Eine Dampfsauna tut auch immer ganz gut und so musste ich da auch rein. Doch nach 2 Minuten auf dem heißen Sitz brach ich wieder ab: Die anderen Gäste hatten schlauerweise draußen eine Sitzunterlage mitgenommen.
Da ich ja noch zu meiner Tante Maria nach Landshut wollte, verließ ich das Bad nach einer Stunde wieder.

Aufräumarbeiten im Zielbereich

Die Schuhe sind immer noch platschnass, so dass ich am Auto nochmal einen „Reifenwechsel“ machen musste. Kompressionssocken im Stehen mit feuchten Füssen anziehen ist eine Akrobatikleistung. Jetzt kam die schwierigste Übung: Aus der engen Tiefgarage rausfahren und sofort bekam ich einen Krampf im linken Bein.

„Durch diese hohle Gasse muss ich – kratzerfrei – kommen“

Ich fuhr durch den mittlerweile wieder für den Verkehr freigegebenen Ortskern raus aus Bad Füssing und – diesmal unter Anleitung des Google-Navi – über Orte, die wahrscheinlich noch nie ein Mensch gesehen hat, über Vilshofen und Dingolfing nach Landshut. Jeder zweite Ort heißt „…öd“ und es gibt tolle Ortsnamen wie „Zwilling“ oder „Schlafen“.
Um kurz vor 18 Uhr kam ich bei Tante Maria an und konnte leider nur kurz bleiben, da ich ja noch eine Stunde nach Hause fahren musste. Auf der Autobahn gab es einige heftige Regenfälle und fast im Blindflug ging es heim. Um halb Acht war ich zuhause und musste noch das Auto ausräumen, denn ich wollte die Laufklamotten gleich noch in die Waschmaschine geben. Kurz noch etwas essen und dann gemütlich auf die Couch zum wohlverdienten Dortmund-Tatort.

Der Tag danach

Ausnahmsweise stellte ich den Wecker erst auf kurz vor 6 Uhr und wachte nach einer viel zu kurzen Nacht auf. Katze füttern und Frühstück-to-go herrichten und ab geht’s nach München. Da merkt man wenigstens, wie viel entspannter es sich fährt, wenn man immer eine Stunde früher losfährt. Den Arbeitstag hab ich dann – trotz Müdigkeit – ganz gut überlebt.
Am Abend hab ich meine Kollegen mitgenommen, denn wir sind noch in Bergkirchen im Kartpalast Go-Kart gefahren. Diesen Tipp hab ich noch nirgends als optimales Regenerationsprogramm gelesen – und kann es auch nicht empfehlen. Beim Qualifying bekam ich Krämpfe zwischen den Zehen, aber ich wurde 9. (von 13). Beim ersten Rennen konnte ich sogar einen Platz gewinnen, im Zweiten hingegen verlor ich wieder zwei Plätze. Aber Hauptsache nicht Letzter. Danach war mir sowas von übel, dass ich erstmal Frischluft schnappen musste. Die leckere Pizza war jedoch die beste Medizin. Den Muskelkater hatte ich noch ein paar Tage. Irgendetwas hab ich bei dem Wellness-Wochenende in Bad Füssing wohl falsch gemacht.

Medaille

Sehr schöne Medaille (vorne)
Rückseite muss ich noch gravieren lassen

Strecke

Streckenvideo

Die Strecke zum Nachlaufen.

Urkunde

Finisher-Shirt

Finisher-Shirt, -Buff und -Mütze

Ergebnis

02.06.2019: Running in AUX

Sehr spontan entschied ich mich letzte Woche, in meiner Geburtsstadt Augsburg als frischer Neuling in der Altersklasse 45 beim Halbmarathon teilzunehmen. Vielleicht komm ich ja in der höheren AK noch etwas weiter vor, da ich da ja einer der Jüngsten bin.

2015 bin ich den Sportscheck Stadtlauf hier schon gelaufen und es war damals mein erster Halbmarathon unter 1:45 Stunden. Genauso wie damals sagte der Wetterbericht sehr warmes Wetter vorher.

Leider kam ich am Freitag und Samstag nicht dazu, vorab meine Start Unterlagen zu holen. Deshalb musste ich schon sehr früh in Augsburg sein – also auch am Sonntag um kurz vor 6 Uhr aufstehen, um dann um 7 Uhr hinzufahren. Leider konnte ich in der Nacht auch noch schlecht schlafen und somit standen die Vorzeichen nicht so gut. Beim Aufstehen knallte die Sonne schon vom wolkenlosen Himmel. Das wird ja super.

Doping für den Magen

Nach dem Frühstücksporrige (langsam werde ich ein Fan davon) und einem Läuferkaffee packte ich meine sieben (wahrscheinlich waren es viel mehr) Sachen und fuhr mit dem Auto nach Augsburg. Ich war schon länger nicht mehr dort und so wusste ich nix von den Baustellen. Glücklicherweise war ich um kurz nach halb 8 Uhr schon bei der Startnummern-Ausgabe und konnte noch in der City-Galerie shoppen: Die Bäckerei war der einzige offene Laden und so konnte ich mir noch etwas für danach kaufen.

Zurück ins dunkle Parkhaus zum Auto und gemütlich (ich hatte ja 1,5 Stunden Zeit) die Laufsachen herrichten und die Klamotten anziehen. Das Eventshirt ist dieses Jahr in dunkelblau und sieht atmungsaktiver aus als letztes Jahr. Hellere Kleidung wär bei der Hitze sicher vorteilhafter gewesen. Als „Reifen“ entschied ich mich wieder für die Saucony Kinvara 9, da sie so wunderbar leicht sind – aber leider auch magisch Splitsteine aufsammeln.

Blau sieht aus wie schwarz

Um kurz vor 9 Uhr ging ich nochmal auf die Toilette und dann nach draußen vor die City-Galerie zum Startbereich. Es war ganz schön was los und die Sonne knallte runter. Kurz den Kleiderbeutel abgeben und gleich in den Schatten stellen.

Letztes Vorher-Foto

Dann begann das gemeinschaftliche Warmup. Ich brauch das Heute nicht – gemeinsam in der Sonne herumzuhampeln. Spätestens nach 1 km werde ich schwitzen und nach 5 km kochen. Um 9:20 ging ich in die Startaufstellung. Erstmal an den Pacemaker für 2:15 Stunden (ein No-go), 2:00 Stunden (dafür bin ich doch nicht hergefahren) und 1:45 Stunden (wär heute wegen den Temperaturen akzeptabel) vorbeischmuggeln zu den schnellen Jungs und Mädels.

Auf der Garmin hab ich als Zielzeit 1:42 Stunden eingegeben, was Heute wohl das Optimum wäre. Den Walkman noch startklar machen und dann ging es auch schon los. Ich wollte nicht zu schnell angehen, was aber nicht so geklappt hat – mit 4:31 statt geplant 4:50. Das könnte sich schnell ändern.

Langsam pendelt sich die Zeit um die 4:50 min/km ein. Die Strecke führte über das Jakobertor am Stadtgraben bis fast zum Roten Tor an der FH vorbei in den Siebentischwald. Glücklicherweise ging noch ein leichter, kühlende Gegenwind und ich versuchte so viel wie möglich im Schatten der Bäume zu laufen.

Am Lech ging es an der Kanustrecke hoch bis zum Hochablass. Dann hoch um den Kuhsee, wo dann die Halb-Halbmarathon-Marke erreicht war. Ich war noch relativ gut unterwegs und immer in kleinen Gruppen mit Blickkontakt zur Vordergruppe.

Wieder am Hochablass ging es dann auf der Hochzoller Seite am Lech entlang. Mein Arbeitskollege Thomas S. (Name hier anonymisiert), der direkt am Lech wohnt, feuerte mich leider nicht an. Mittlerweile hatte sich auch die Gruppe aufgelöst und so lief ich weitgehend allein bis zur nördlichen Wende. Wenigstens war es relativ schattig, aber der kühlende Wind blieb leider aus.

Danach ging es über die Lechbrücke bei Lechhausen wieder über den Lech und von dort nach Süden in Richtung Friedberger Straße. Dabei unterhielt ich mich mit einem netten Sanitäter auf dem Rad, der mich nach meinem Wohlbefinden fragte. Ich war schon ziemlich fertig.

Endlich wieder an der Hochzoller Lechbrücke angekommen ging es beim Schwabencenter unter die Friedberger Straße durch, wo uns am anderen Ende die Treppen empfingen. Ich nahm je 2 Stufen und danach führte der Weg entlang des Kanals in der prallen Sonne Richtung Textilmuseum. Mein Puls ging auf über 190 und ich bremste mich ein.

Endlich auf der Amagasaki-Allee angekommen kam mir der Weg bis ins Ziel endlos vor. Hier musste ich einige Läufer vorbeiziehen lassen, obwohl sicher noch einige 10,5 km Läufer darunter waren: so fit ist Keiner, der schon 20km in den Beinen hat. Bei dem Wetter.

Aber eine Läuferin, die auch den Halbmarathon lief und die ich am Start überholt habe, holte mich noch ein. Ich wollte mich noch zurückkämpfen, aber da ich die 1:40 eh nicht schaffen würde und der Puls bei 193 ankam, lief ich nicht mehr mit voller Kraft über die Ziellinie in doch sehr guten 1:40:44.

Die genaue Strecke könnt Ihr hier nachlaufen.

Endlich im Ziel angekommen

Ich nahm die Finishermedaille an und schnappte mir gleich eine Wasserflasche. Im Schatten hockte ich mich auf einen Stein und war fix und fertig. Als ich mich einigermaßen erholt hatte, gönnte ich mir ein Erdinger und ging dann zum Zielbereich. Vielleicht sehe ich noch meinen Studienkollegen Markus beim Zieleinlauf. Er kam auch schon bald und wir unterhielten uns noch sehr gut bei Bier und Brezeln.

Das war also mein erster Lauf in der Altersklasse 45 und ich bin dort 13. geworden – in der Altersklasse 40 wär ich mit dieser Zeit auch auf den 13. Platz gekommen. Es wird also keine leichte Altersklasse werden. Insgesamt würde ich 113. von knapp 900 Läufern und mit der Platzierung und auch der Zeit bin ich total zufrieden. Auch wenn jetzt die Knochen noch weh tun, soll das Balsam für die in letzter Zeit arg gescholtene Seele sein. Und dass noch diesem Wetter.

Der Friedberger Halbmarathon am 8.9.2019 ist jetzt auch schon gebucht und soll mein nächster Wettkampf werden – wenn in diesem Jahr hoffentlich mal was nach Plan läuft.

06.03.2019: Dave Matthews Band

Am Aschermittwoch war lauffrei und nach der Arbeit ging es indirekt zur Zenith-Halle – nach einem kurzen Shopping-Abstecher beim Schustermann. Um kurz nach 18 Uhr bin ich angekommen und entschied mich dann doch für den bezahlten Parkplatz. Vor der Halle war schon eine kleine Schlange. Aber der Einlass war noch nicht offen.

Hunger

Kurz auf die Toilette und dann wieder in die Schlange, die dann doch ziemlich anwuchs. Kurz nach 19 Uhr wurden dann die Tore geöffnet. Drinnen dann kurz beim Merchandising-Stand vorbeigeschaut. Eventuell nach dem Konzert noch was kaufen, ich wollte ja nicht das Zeug mitschleppen.

Dann einen Platz direkt an der Bühne sichern und bis zum Konzertbeginn verteidigen. Das wird mein drittes Dave Matthews Band-Konzert in München sein. Die Band, die in den USA total begehrt ist, ist hier nahezu unbekannt. Ich höre die Band seit Mitte der 90er Jahre und finde sie die beste Live-Band. Und da sie nach 2010 und 2015 nun „schon wieder“ nach München kamen, kaufte ich mir gleich im November eine Karte. Da das nicht Michaelas‘ Musik ist, ging ich alleine hin.

Gefühlt war die Halle kleiner als die letzten Male. Traurig, aber dann ist das Gedränge wenigstens nicht zu groß. Man hört immer wieder amerikanisches Englisch unter den Zuhörern. Die Zeit bis zum Beginn um kurz nach 20 Uhr ging schnell vorbei, auch wenn es keine Vorband gab. Ein bißchen die Bühnenarbeiter beim Soundcheck beobachten. Die Bühne war nicht so pompös wie bei Helene Fischer oder ähnlichen, dafür ist die Musik viel besser. Jam-Rock vom Feinsten.

Los ging es gleich mit einem Kracher: Don’t Drink the Water – wir sind ja hier in München, der Welthauptstadt des Bieres. Ich war in der Mitte in der sechsten Reihe. Es war extrem laut und irgendwie mussten sie die Soundeinstellungen nochmal feinjustieren.

Setlist

Weiter ging es mit Songs von älteren und dem aktuellen Album „Come Tomorrow“. Ich kenne fast alle Live-Alben und jedes Lied wird immer wieder anders interpretiert. Einfach genial.

Dann kam Sledgehammer von Peter Gabriel und fast Alle konnten mitsingen. Wahnsinn. Vor allem das neue Band-Mitglied an der Hammond-Orgel war spitze und ersetzte den entlassenen Violinisten Boyd Tisley sehr gut, auch wenn dessen Solos schon abgingen. Und die bekannten Bandmitglieder waren wie immer perfekt.

Charter Beauford ist meiner Meinung nach einer der besten Schlagzeuger und Tim Reynolds (mit Deutschland-Mütze) an der Gitarre unschlagbar. Dazu der Trompeter, der auch die Background-Vocals übernahm und Jeff Corbin am Saxofon und Stefan Lassard am Bass rockten richtig.

Und dazu die einmalige Performance von Dave Matthews. Er machte zwischen den Songs auch kleinere Witze und ein paar Deutschversuche in Müüüüüünchen.

Einziger Wermutstropfen war, dass sie einige meiner Lieblingssongs (Where are you ging, Come Tomorrow, Steady as we go) nicht spielten. Das wurde aber ersetzt durch viele andere Songs in einmaligen Variationen.

Ohne Pause spielten sie durch und am Schluss gab es um kurz vor 23 Uhr noch Ants Marching als Zugabe. Genial. Schade, dass es schon vorbei ist.

Um halb Zwölf war ich dann daheim und um kurz nach 5 Uhr war die Nacht leider schon wieder rum.

Hoffentlich kommt die Band bald wieder nach Deutschland. I’ll be there.

29.08.2018: Longest Run for Berlin

Bevor es nun in die angenehme Phase der Vorbereitung zum 45. Berlin Marathon geht, stand Heute nochmal der längste und härteste LongRun an – 200 min in MDL (5:45 – 6:15 min/km). Da ich ja diese Woche Urlaub habe und es am Mittwoch sehr heiß und schwül werden sollte, wollte ich gleich am Morgen starten. 

Gestern kam auch per Email der Startpass für den Berlin-Marathon und langsam wird es ernst. Nur noch 17 Tage sind es jetzt.

Startnummer 19323

Um kurz nach 7 Uhr morgens noch kurz von Michaela verabschiedet und erstmal gemütlich zum Start am TZ-Kasten gegangen – noch ein paar Schlagzeilen aufschnappen. Ich hatte mich für die Saucony Ride 9 entschieden, da diese auf längere Distanzen sehr angenehm sind. Danach werden sie in den wohlverdienten Vorruhestand kommen – nur noch für kleinere Läufe werde ich sie verwenden.

Bei aufgehendem Sonnenschein startete ich über die Fußgängerbrücke in Richtung Fursty. Langsames Einrollen bis zum Flughafen-Eingangstor.

Morning glory

Es war zwar schon noch etwas frisch, aber mir war klar, dass ich am Ende schwer zum Schwitzen kommen werde. Weiter ging es entlang des Sperrzauns nach Fürstenfeldbruck und dort dann durch das Industriegebiet Hasenheide in Richtung Pucher Meer. Irgendwann werfe ich die ganzen McDonalds-, CoffeeToGo- & Zigarettenschachteln, die auf/neben dem Radweg liegen wieder zurück auf die Straße – da wo sie herkamen. Haben die Leute keine Mülltonne oder sind sie einfach nur zu faul?

Am Pucher Meer waren dann genau 6 km hinter mir und ich nutzte dies für einen kleinen Photostop. Es war sogar ein Schwimmer im Wasser – brrrrrrr.

Am Pucher Meer

Weiter ging es nach Puch zum Denkmal und dann auf der Straße Richtung Buchenau. An der Moschee und dem Neubau der Stadtwerke vorbei führte der Weg dann zum Sportplatz am Gymnasium. Die ersten 10 Kilometer hatte ich geschafft mit 57 Minuten.

Nun begab ich mich wieder auf der Strecke des Fürstenfeldbrucker Halbmarathon und wollte eine Runde in der Rothschwaige laufen. Die Bäume beginnen mittlerweile schon, sich in herbstliche Farben einzufärben. An der ehemaligen Mülldeponie einen kurzen Fotostopp.

Betreten verboten

Und weiter ging es zum Schöngeisinger S-Bahnhof. Dort dann parallel zur Bahnlinie wieder in Richtung Buchenau.

Blick zurück
Blick nach vorn
Selbst-Blick (grimmig)

Dann wieder in den Rothschwaig-Wald eintauchen und zurück zu der großen Waldlichtung. Dort angekommen bin ich dann nicht wieder zurück sondern Richtung Puch gelaufen. Vorbei an den beiden riesigen Kiesgruben ging dann über die Staatsstraße nach Puch. Die zweiten 10 Kilometer konnte ich sogar mit einem 54er-Schnitt laufen. Etwas Speed herausnehmen, was in Puch aber sehr leicht fällt. Dort geht es bergauf und bergab. Stellenweise bin ich sogar gegangen. Den Halbmarathon schaffte ich auch wieder in unter 2 Stunden. 

Nach Überquerung der Bundesstrasse B2 ging es auf dem Feldweg nach Malching. Nach einer kurzen Senke fällt der Weg glücklicherweise kontinuierlich ab. Da ich kein Wasser mitschleppen wollte, war ich ganz auf die Salztabletten und Gel-Chips angewiesen. Der Himmel hatte sich auch wieder etwas zugezogen, so dass es nicht zu heiß war. Durch Malching dann am Pferdehof vorbei und unter der S-Bahnlinie durch führte der Weg nach Germerswang. 

Bei Germerswang

Nach Germerswang geht es auf dem schönen Radlweg leider ständig bergauf, aber ich konnte Heute durchlaufen. Glücklicherweise ging es nach der Kreuzung hinunter nach Maisach. Ich lag noch gut im Plan, aber musste noch ein paar Kilometer herausschinden. So lief ich nach der Realschule durch den Ort und auf dem Feldweg zum Waldsee in Gernlinden. Auch hier war eine Frau im Wasser – brrrrrrr. Aber ansonsten waren noch keine Leute am Ufer.

Vorbei am Tennisplatz ging es Richtung Gernlinden-Ost und dann noch an der Pferdekoppel vorbei zurück nach Gernlinden. Auch ein paar Gehpausen musste ich mittlerweile einlegen, da es doch schon sehr warm geworden ist. Ich war platschnass von dem Schweiß aber freute mich schon auf das Erdinger, welches ich in der Küche platziert hatte. Damit ich ja nicht abnehmen muss, hatte ich mir während dem Lauf überlegt, endlich mal wieder „Arme Ritter“ (heute „Arme Läufer“) zu Mittag zu machen.

Arme Ritter für armen Läufer

Endlich 35 Kilometer erreicht und den Rest bin ich dann von der Feuerwehr nachhause gegangen. Ich hatte keine Lust mehr zu laufen. So kam ich wenigstens vom Puls wieder etwas runter. Zuhause dann das Erdinger geschnappt und genossen. Ab in die Wanne zum wohlverdienten Muskelaktiv-Bad.

Schöne Strecke

Am Freitag habe ich noch eine schnellere Einheit über 90 Minuten und dann gehts ins Tapering mit reduzierten Laufumfängen. Hoffentlich bleibe ich und meine Mitläufer alle gesund und können dann am 16.09. um 9:15 Uhr in Bestform den Berlin-Marathon rocken.

Die Strecke

26.06.2018: Road to Berlin

Kurz nach dem erlebnisreichen Rennsteiglauf und dem schönen Ägypten-Urlaub ging es am Sonntag, 24. Juni los mit der Vorbereitung für den Berlin-Marathon am 16.09.2018. Ich möchte wieder den Laufcampus-Trainingsplan für eine Zielzeit von 3:39 Stunden verwenden. Der Plan für 3:29 Stunden ist wegen 5 statt 4 Trainings/Woche für mich nicht möglich – man will ja auch noch etwas leben 🙂

Mittlerweile steht es bei meinen neun absolvierten Marathons 7:2 – also 7 Marathons in unter 4 Stunden und zwei langsamer. Nun geht es daran, erstmal auch diese beiden Strecken in unter 4 Stunden zu laufen. Wenn alles gut klappt, könnte beim Berlin-Marathon sogar die 3:45 Stunden unterboten werden. Für den Rennsteiglauf 2019 hab ich mich auch schon wieder angemeldet.

Ich werde diesmal nicht jede Woche einen Wochenbeitrag schreiben, sondern in diesem Beitrag die einzelnen Trainingseinheiten zusammenschreiben.

Woche 1

24.06.2018 – KW01_D: Sportscheck-Lauf München

Auf geht’s mit dem Halbmarathon als erstem langen Lauf.

26.06.2018: KW01_C: 60 min. SSL

Da Michaela nächste Woche ihren ersten Wettkampf beim Firmenlauf in Dachau hat, wollten wir die Strecke mal „erkunden“. Naja, wir haben uns erstmal sauber im Wald verlaufen. Bei uns beiden hat sich leider die Achillessehne gemeldet und so ganz regeneriert war ich nach dem Halbmarathon noch nicht.

27.06.2018 – KW01_A: 15 min. EL + 6x800m in 4:42 + 15 min. AL

Direkt nach dem erstmaligen Vorrunden-Aus der Deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Russland ging es raus, um den Frust wegzulaufen. Bis Maisach war es noch ein lockeres Einlaufen und dann begannen die sechs 800 Meter-Intervalle, die ich auch gut unter der geforderten 4:42 min./km schaffte. Auch wenn der Kopf nicht frei war, fühlten sich die Füsse in den Mizuno Wave Rider 20 gut an.

28.06.2018 – KW01_B: 60 min. MDL in 5:45 – 6:15 min./km

Den ganzen Tag schon regnete es. So entschied ich mich, nach langer Zeit mal wieder eine Trainingseinheit auf dem Laufband durchzuführen und nebenbei Fussball zu schauen. So verging die Zeit ganz gut. Draußen macht schon mehr Spass.


Woche 2

01.07.2018 – KW02_C: 60 min. MDL

An einem herrlichen Sonntagmorgen bin ich erstmal mit Michaela zum Emmeringer See gelaufen. Da es ihr nicht so gut ging, sind wir dann wieder zurück und in Gernlinden bin ich dann nochmal ein paar Kilometer recht zügig gelaufen.

02.07.2018 – KW02_A: 15 min EL + 6 x 1 km in 4:42 + 15 min AL

Am Montag nach der Arbeit stand das gefürchtete Intervalltraining an. Einlaufen bis Maisach und dann ging es los mit den 1 km – Intervallen. Von Überacker dann zur Fußmoosalm und wieder über den Sportplatz am Waldsee entlang nach Gernlinden. Die Intervalle konnte ich immer in der geforderten Zeit absolvieren, aber die Gehpausen musste ich immer in Anspruch nehmen.

03.07.2018 – KW02_D: 150 min LDL

Da die Wettervorhersage für Donnerstag Gewitter mit Starkregen vorhersagte, entschied ich mich spontan um, und machte am Dienstag den wöchentlichen LongRun. Nach der Arbeit zurück und dann ging es bei optimalem Wetter raus auf die Strecke. Diese führte mich über den Fliegerhorst zum Pucher Meer, wo ich kurz den Zwischenstand zwischen Schweden – Schweiz auf der PublicViewing-Leinwand erspähen konnte. Dann über den Pucher Berg nach Mammendorf. Der rechte Fuss fühlte sich nicht sehr gut an und so zog ich mir die Schuhe aus und versuchte, die Socke glatt zu streichen. Am Schluss hatte ich eine kleine Blase, obwohl die Mizuno Wave Rider 20 schon über 200km draufhaben. Von Mammendorf ging es am Wasserwerk hoch nach Rammertshofen und dann über Germerswang nach Maisach. Dort dann über den Feldweg zurück nach Gernlinden. Leider bin ich am Anfang zu schnell angegangen und hatte auch Schmerzen im Fuss, so daß ich am Ende immer wieder längere Gehpausen einlegen musste.

05.07.2018: KW02_C: 60 min SSL (dann doch eher MDL)

Da ich gestern nur Fotograf beim Firmenlauf in Dachau war und zahlreiche Stichwunden kassierte, wollte ich am Donnerstag wieder selber die Laufschuhe schnürren. Michaela wurde bei ihrem ersten Wettkampf gleich Beste in ihrer Praxis. Nach der Arbeit hatte es sehr stark nach Regen ausgesehen, so dass ich mir dann die Regenklamotten anzog. Es war auch ziemlich windig, aber bis auf ein paar Tropfen hielt das Wetter. So ging es dann um den Fliegerhorst über FFB nach Maisach.

 

Woche 3

07.07.2018: KW03_B: 60min MDL

Die Trainingswoche 3 beginnt gleich schon am Samstag mit einer „umgedrehten Hausrunde“ – nach Maisach und dann am Fliegerhorst entlang zur Hasenheide und wieder am Fliegerhorst entlang zurück nach Gernlinden. Da es so gut lief, bin ich sogar im Marathon-Renntempo gelaufen.

08.07.2018: KW03_C: 45min SSL

Am Sonntag ging es dann zusammen mit Michaela eine kleine Runde bis zum Gernlindner Waldsee und dann zum Gestüt nach Hause

10.07.2018: KW03_A: Intervallrennen 1-2-1-2-1

Am Dienstag gab es dann ein Intervalltraining mit zuerst 3 mal 1 km und dann 2 mal 2 km und dann nochmal 1 mal 1 km.

12.07.2018: KW03_D: LongRun 180min LDL

Donnerstag ist LongRun-Day und so ging es nach der Arbeit von München-Sendling bis nach Hause. Diesmal mit Zählen von verwahrlosten oBike-Leihrädern, die momentan in München und Umgebung einfach irgendwie herumstehen. Es waren auf der Laufstrecke ganze 11 Stück, die mehr oder weniger beschädigt waren. Bis Lochhausen ging es ganz gut und dann in Gröbenzell am Bahnhof bis zum Olchinger See. Dort eine kleine Pause und danach ging es dann „über“ den Olchinger Golfplatz an der Amper entlang nach Esting und Gernlinden. Ich war so fertig, dass ich quer über den Golfplatz ging (musste ja aufpassen, dass ich nicht abgeschossen werde). Nach 30 km war ich am Ende – im wahrsten Sinne des Wortes

 

Woche 4

15.07.2018: KW04_A:

16.07.2018: KW04_C: Cross-Halbmarathon

17.07.2018: B2Run – Firmenlauf München

18.07.2018: KW04_D: 180 min LDL

20.07.2018: KW04_B: 10min LDL – 50min ZDL – 10min LDL

30.03.2017: Last Long Run

Zum Abschluss von Woche 9 stand bei strahlendem Sonnenschein der letzte Long Run an. Die ersten 20km bei langsamem Tempo „einrollen“ und die letzten 15km dann im Marathontempo. Das war zumindest der Plan. Konnte früher aus der Arbeit raus und bin dann mit dem Auto heimgerast. Wollte ja noch im Hellen heimkommen und bei 35km ist man schon eine Weile unterwegs.

Die Strecke war ideal für einen Long Run. Anfangs spürte ich den Rückenwind und lief der Sonne entgegen Richtung FFB. Den Pucher Berg hoch gings dann nach Mammendorf.

Sonnen-Wind-Kraft

Die ersten 10km bin ich nur etwas zu schnell angegangen. Statt einer Pace von 6:39 war ich bei 6:00.

Traumhafter Platz zwischen Mammendorf und Gündlhofen

Sunnyboy 😂

Die zweiten 10km lief ich leider zu schnell. Am Anfang ging es noch unter Marathonrenntempo wieder durch Mammendorf. Aus der Ortschaft raus gab es dann starken Gegenwind. Die Unterschenkel wurden auch immer härter und die Füsse taten weh. Hab dann den Metarun leichter geschnürt und eine kurze Gehpause eingelegt. So ging es dann wieder über Lindach zurück: Laufen – Gehpause – Laufen. Sehr deprimierend.

Am Fliegerhorst entlang stotterde ich weiter Richtung Maisach.

Die 35km hätte ich schon irgendwie noch zusammen gebracht. Aber durch die vielen Gehpausen wollte ich auch nicht mehr. Vielleicht war es zum richtigen Zeitpunkt noch ein Zurückkommen auf den Boden der Tatsachen. Jeder Marathon geht mit dem ersten Schritt los und dauert 42,195 km. Momentan bin ich eher negativ eingestellt bezüglich dem Hamburg Marathon. Es wird ein harter Kampf werden. Aber „aufgehm werd am Schluss“.

Mit der Bilanz für den März bin ich aber schon wieder zufrieden 😀