Marathon No. 11: 23. Köln Marathon 2019

Kölle Alaaf – Lauf durch Köln

Anmeldung

Direkt zu Beginn der Anmeldefrist Ende 2018 hab ich mir einen der ersten Startplätze für den 23. Köln Marathon am 13.10.2019 gesichert. Da ich unter den ersten 1000 Teilnehmern war, kostete die Teilnahme nur 72 Euro – Schwaben-Sonderpreis *grins*. Die Startnummer war auch schon klar: 732.

Do Simmer dabei, dat is Prima – Viva Colonia

Der Köln-Marathon wird wegen der Stimmung immer gelobt mit vielen verkleideten Läufern und ist von der Teilnehmerzahl der viertgrößte Marathon in Deutschland – nach Berlin, Hamburg und Frankfurt. Eigentlich wär es der Marathon Nummer 12 gewesen, aber da ich den Rennsteig-Lauf ausfallen lassen musste, ist die Nummer 11 geradezu Köln-typisch: Elferrat, 11.11., 11 Fründe.

Trainingsplan

Auch dieses Mal musste wieder der 12-wöchige Trainingsplan von Andreas Butz (einem Kölner) mit einer Zielzeit von 3:39 Stunden herhalten. Ich habe brav alle Trainingseinheiten absolviert, wie Ihr im Tagebuch nachlesen könnt: 710 km insgesamt in 47 Trainingseinheiten – glücklicherweise ohne Verletzungen oder Krankheitsausfälle. 

Ursprüngliches Ziel war es, die persönliche Bestleistung von Berlin 2018 mit 3:43:27 zu knacken, um endlich das Berlin-Armband loszuwerden (was Michaela schon lange nicht mehr gefällt).

Nach fast 13 Monaten: Werde ich es los?

Da ich in der Vorbereitung jedoch Probleme vor allem bei den langen Läufen hatte, glaubte ich nicht mehr daran. Hauptsache gesund Durchkommen und wenn möglich so um die 3:45 Stunden – darunter wär Spitze. 

Anreise

Am Samstag früh startete unsere „Road to Cologne“ – auf der Schiene. Erst mit der S-Bahn nach München-Pasing und weiter mit dem ICE im komfortablen Abteil nach Mannheim. Dort war die Umsteigezeit sehr kurz und wir stiegen natürlich in der Hektik in den falschen Zugteil ein und mussten die Koffer nach ganz vorne schleppen. Wir kamen richtig ins Schwitzen und mussten uns doch mit einem nicht reservierten Sitzplatz abfinden. Doch die Fahrt über die Flughäfen Frankfurt und Bonn war sehr kurzweilig. Pünktlich um 13 Uhr fuhr der ICE über die Hohenzollernbrücke nach Köln-Hauptbahnhof.

Über den Rhein nach Kölle rüber

Der Dom ist ja gewaltig. Da wir hungrig waren, gingen wir im Bahnhof zum Asiaten etwas essen und dann machten wir uns auf den Weg zum Hotel, welches nur ca. 5 min. zu Fuß entfernt war. 

Bahnhofspolizeikapelle an der Domplatte 🙂

Hotel

Das Hotel Boutique 009 lag direkt am Ursulaplatz bei der Ursulakirche an einer Kreuzung und am Ende der Gleise. Ein gerade einfahrender Zug verhieß sehr viel Lärm, wenn unser Zimmer zu dieser Seite liegten sollte (hab ich in den Bewertungen schon gelesen).

Ganz schöne Unterkunft – besser als unsere letzten Hotelaufenthalte

Da wir kurz vor 14:00 Uhr ankamen, mussten wir wie Einige vor uns, erstmal warten, da der Checkin pünktlich um 14 Uhr aufmachte. Wir bekamen glücklicherweise ein Zimmer im ersten Stock (wichtig für die Zeit nach dem Marathon) mit Blick zum Hinterhof. Das Zimmer war sehr geräumig mit viel Abstellfläche und großem Fernseher.

Ordnung ist der erste Schritt in ein neuerliches Chaos (Albert Einstein)

Das Bad war zwar sehr klein, doch ganz in Ordnung. Nachdem wir uns kurz frisch gemacht hatten, sind wir dann los zur Marathon-Messe an der Messe (aber welche?). 

Sightseeing

Wieder zum Hauptbahnhof und dort mit der S-Bahn rüber zur Messe Deutz. Ich witzelte noch, dass ich wohl der einzige Läufer bin, da auf dem Bahnsteig und auch in Deutz keine Läufer zu sehen waren. Vor der Messe war eine Baustelle und wir sahen Niemanden. Plötzlich kam ein Wohnmobil und erkannte uns als hilflos suchende Marathonis: Ich hab ja immer bei der Hinreise das Finisher-Shirt vom letzten Marathon an. Sie waren auch auf der Suche nach der Startnummern-Ausgabe.

Wir checken per Handy die Veranstalterseite und ich fand eine Adresse, die Thomas dann in sein Navi eingab: ca. 45 Minuten Fahrtzeit und quer durch die Stadt. Langsam fing es an zu regnen und wir durften bei Kerstin und Thomas mitfahren – der Himmel schickt auch mal Engel *freu*. Wir unterhielten uns ganz gut mit den Beiden, die erst eine Woche vorher einen Traillauf in Heidelberg absolvierten. Sie kamen aus Krefeld und Thomas wollte den Halbmarathon laufen. Sie haben am Vormittag noch den tollen 2-Stunden-Weltrekord von meinem Erzfeind Eliud Kipchoge (der mich schon zweimal in Berlin besiegt hat) in Wien im Live-Stream verfolgt.

Doch noch angekommen

Die Startnummern-Ausgabe war tatsächlich mit der Motor-Welt-Ausstellung kombiniert (passt ja auch: Luxuskarossen und Laufschuhe). Die Messe war überschaubar und wir trennten uns von den beiden Engeln und wünschten uns gegenseitig viel Glück für Sonntag. 

Schnell hatte ich die Startunterlagen und probierte das nicht dazu gebuchte Finisher-Shirt aus – laut Michaela der Kragen zu weit und in Größe L sehr „unvorteilhaft“ für meinen Luxusbody. Aber XL ist unter meiner Würde. Also, dann gibt es halt kein Shirt – zum ersten Mal *heul*. Ein kühles alkoholfreies Kölsch tröstete mich und wir flanierten noch etwas über die Messe. 

Sehr praktisch: Der Starterrucksack (mit integriertem Kölsch-Glas)

Wir machten dann noch ein kleines Fotoshooting vor den Hashtag-Plakaten am Eingang.

Fake-News: Ich bin der lebende Beweis, dass das nicht stimmt
Isch möcht so jern durch Kölle jon

Als wir zur Bahnhaltestelle, die übervoll war, kamen mussten wir uns in die nächste Straßenbahn quetschen. Sehr kuschelig – nix von „einer Armlänge Abstand halten“. Die Fahrt zurück erwies sich als Torture: permanente Türstörungen und dann stiegen wir noch zu früh aus. Schrill auch die Störungssignale der Türen – Tinnitus inklusive. 

Die nächste Bahn zum Heumarkt (nicht zu verwechseln mit dem Neumarkt) war jedoch nicht so voll. Zunächst sind wir zur Deutzer-Brücke und später in das Restaurant „La Tagliatelle“ am Heumarkt. Die Getränke kamen schnell, aber erst nach knapp einer Stunde bekamen wir unsere Nudeln. Die sind wahrscheinlich im Schonverfahren gekocht worden, weil bei mir würden die nach dieser Dauer eher nicht mehr Al-dente sein sondern Al-Brei. Michaela war schon sehr sauer und uns Beide fror es ziemlich.

Nach der Flucht aus dem Restaurant sind wir über den Dom zurück zum Zimmer, denn es war kurz vor 20 Uhr und ich musste die Laufsachen noch herrichten. Ich entschied mich gegen die Saucony Kinvara 10 und für die stärker gedämpften Mizuno Wave Rider 21, da mein Kampfgewicht etwas erhöht war. Noch kurz unter die Dusche und dann hundemüde ins Bett. Ich konnte jedoch gut schlafen, obwohl ich in der Nacht zweimal aufwachte. 

Alles schön hergerichtet

Vor dem Lauf

Um kurz vor 6 Uhr bin ich dann aufgestanden, Wetter gecheckt (nun soll es anfangs regnen) und im Blindflug ins Bad. Dann im Blind Room anziehen – Hose erst verkehrtherum. Um halb Sieben wollte ich zum Frühstück. Es waren einige Läufer da. Dank des Kaffees war das Kopfweh schnell weg. Als ich zurückkam, schlief Michaela noch. Also im Dunklen die Laufklamotten mitnehmen und im Bad die Beine erst mit Chillsan einschmieren und dann die erste Schicht anziehen. Im Hintergrund per Live-Ticker den Start vom Formel 1-Rennen in Japan verfolgen. Plötzlich kam eine Whatsapp von Michaela mit einem Video, das ihr mein Bruder gesendet hat und sie mir vor dem Rennen weiterleiten sollte. Hab mich riesig gefreut, dass die Mitarbeiter in der Metzgerei am Samstag das Video aufgenommen haben. 

La Ola 🙂

Michaela war also auch wach und so ging ich rüber und konnte noch den Rest zusammenpacken – bei Licht. Zum Abschied noch ein kurzes Fotoshooting im Zimmer.

Danach machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Ich telefonierte noch mit meiner Mutter und bedankte mich für das schöne Video. Selfie am Dom und rein in die Bahn, die um 8:28 Uhr in Deutz ankam.

Das Ziel vor/hinter mir: De Spitze vum Dom

Es waren sogar noch Halbmarathonis (Start: 8:30 Uhr) im Zug. Ich hatte keinen Stress und konnte die einzelnen Startblöcke noch verfolgen. Beim Halbmarathon waren über 16000 Teilnehmer angemeldet. 

Start-Bogen: Hier geht’s los

Erstmal die Abgabe der Eigenverpflegung gesucht und dort meine Flasche mit zwei Gels) für KM25 abgegeben.

Not-Ration für die zweite Hälfte

Ab zur Pippibox und den Kleiderrucksack abgeben. Da es noch fast eine Stunde zum Start war, sass ich mich auf die Treppe vor der Messe und wartete. Eine dunkle Wolke drohte bedenklich am Himmel und der Wetterbericht hatte am Morgen noch Regen von 9-11 Uhr vorhergesagt. Das wäre der schlechteste Zeitpunkt, lieber zum Ende hin als die ganze Zeit mit nassen Schuhen.

Partystimmung am Start

Um halb 10 ein letztes Mal zur Pippibox und in die blaue Startaufstellung der zweiten Startwelle. Dank Berlin bin ich ja jetzt Sub 3:45. Ein paar Dehnungsübungen noch, um die Waden warm zu machen und es fielen ein paar Tropfen vom Himmel. Aber nur kurz. Aus den Lautsprechern schallte der Kölner Marathon-Song „Spitze vum Dom“ und der Sprecher überbrückte gut die Wartezeit – v.a. seine Frage, ob Teilnehmer aus Düsseldorf dabei sind brachte uns zum Lachen. Es waren über 6.400 Marathonläufer plus die parallel laufende Marathonstaffel (4 Läufer je Team) am Start. Den Walkman hatte ich dabei, aber (noch) nicht im Einsatz. 

Der Lauf

Punkt 10 Uhr starteten die Elite-Läufer und der rote Block. Mein blauer Block konnte zur Startlinie vorrücken. Dann der Countdown „10, 9, 8,… 3, 2, 1 – meins, äh los“: „Kölle a laaf“ – Die Karawane zieht weiter. Los geht die Rallye durch Köln von der Messe Köln/Deutz. Erstmal durch relativ enge Zuschauermassen zur Deutzer Brücke. Geplant war, dass Michaela da stehen wollte, doch ich konnte sie nicht ausfindig machen. Hab erst noch überlegt, welche Jacke sie anhatte. Nach einem guten Anfangskilometer mit 5:20 ging es über die Deutzer Brücke, leicht hoch und dann wieder runter zum Heumarkt. Plötzlich erkannte ich Michaela und sie konnte noch ein paar Fotos von hinten machen – so schnell war ich.

Viel zu schnell am Anfang: Die Strategie war doch, es langsam anzugehen. Am Heumarkt ging es am Rheinhafen mit den futuristischen drei Häusern entlang nach Rodenkirchen. Uns kamen auch bald die Führenden entgegen, aber ich hatte vergessen, wie lang es noch bis zur Wende sein wird. Es war schon noch ein Stück und ich war immer noch viel zu schnell unterwegs. Ich änderte die Strategie und wollte die ersten 15 km schnell laufen (eigentlich 16 – 25) und dann etwas langsamer.

Als wir von Rodenkirchen über das Severinsviertel wieder zurück in der Altstadt waren, sah ich plötzlich wieder Michaela und danach bogen wir zum Barbarossa-Platz ab, am Neumarkt vorbei. Dort sahen wir auch die Halbmarathonis, die kurz vor dem Ziel durch einen Haibogen (Kölner Haie) liefen. Der erste Abschnitt war mit ca. 5:06er-Schnitt 12 Sekunden/km zu schnell, was sich rächen könnte.

Vom Hahnentor dann südlich entlang des Hohenstaufenrings und auf der Kyffhäuserstrasse zum Hiroshima-Nagasaki-Park. Dann kam die Unterführung zur Universität wo uns bis zur Kehre in Sülz die schnelleren Läufer entgegen kamen. Ein Sprecher sagte meinen Namen „Martin Glas aus Gernlinden“ *freu*. Wieder durch die Unterführung und an der schönen Seeanlage am Park war schon die Halbmarathon Markierung. 1:47:53 ist für mich einfach viel zu schnell. Das wird sich rächen – die Frage ist nur: Wann und Wie?

Jedoch war die Stimmung an der Strecke meist so toll, dass Einen die Leute durch rufen des eigenen Namen richtig gepusht haben und auch zahlreiche Kinderhände abgeklatscht wurden (ähnlich wie in Hamburg). Überall auch Trommler, Bands, DJs und Lautsprecher. Weiter ging es zum Melaten-Friedhof und wieder zurück in die Stadt. Michaela stand auf einem Opel aus Stein und schoss Fotos. 

Bei Kilometer 25 holte ich meine Trinkflasche ab und musste deshalb nicht anhalten. Nach dem Wegstecken der Gels holte ich einen Schluck aus der Flasche. Weiter ging es nach Ehrenfeld (wo kein Jan Böhmermann stand) und wieder zurück. Auch den zweiten Abschnitt lief ich mit ca. 5:10 zu schnell. Zurück aus Ehrenfeld sah ich von weitem schon Michaela, trank die Flasche leer und gab sie ihr (inkl. Bützchen, wie das bayerische Busserl hier heißt).

Nun ging es zum Kölner Zoo. Langsam spürte ich ein zunehmendes Seitenstechen und ein Völlegefühl. Uns kamen auch wieder die schnellen Läufer entgegen und ich hatte keinen Plan, wie weit es noch bis zur Wende war.

Nach dem Zoo in Nippes musste ich bei km 32 zum ersten Mal eine Gehpause einlegen , wurde jedoch von den Zuschauern super angefeuert. Nach einem Schluck Kölsch ging es weiter – immer wieder mit Gehpausen. Der Puls war nicht allzu hoch aber das Stechen tat bei jedem Schritt weh. Ein paar Schritte gehen und wieder loslaufen. Den dritten Abschnitt von km 26 – 35 hab ich überlebt, die (Best)Zeit war futsch. Ich dachte zwar nicht ans aufgeben, aber schon ein Karriereende – nochmal so eine Tortour in Valencia steh ich nicht mehr durch. Aber 710 km Training für einen abgebrochenen Marathon wär schon der Hammer.

Noch 7,2 km überleben mit immer wieder Gehen-Laufen-Gehen. Wieder am Zoo entlang in die Stadt. Es lagen erschöpfte Teilnehmer an der Seite und die Sanitäter deckten sie mit Rettungsdecken zu. Da kein Wind ging und es mittags über 22 Grad warm war bei strahlendem Sonnenschein, war es schon sehr grenzwertig. Doch die Zuschauer waren genial – so eine ausgelassene Stimmung. Ich glaub, die Kölner sehen das Ganze eher als Vorbereitung zum Karnevalsbeginn am 11.11. 

Beim Belgischen Viertel war der 40. Kilometer und dann ging es auch für uns durch den Haifischmaulbogen am Neumarkt und dann durch die Fussgängerpassage. Ich gab nochmal Gas und wollte wenigstens unter 3:50 bleiben. Am Straßenrand sah ich nochmal Michaela und dann kurz vor dem Dom ging es auf die Zielgerade.

Ich war fix und fertig, konnte aber den Sprecher Tom Bartels (er moderierte u.a. das Finale 2014 Deutschland – Argentinien) noch wahrnehmen und die Zuschauer, die lautstark meinen Namen brüllten und gegen die Werbebanner klatschten. Auf dem roten Teppich durchquerte ich nach 3:50:33 die Ziellinie.

Leider wieder ganz knapp an der 3:50 gescheitert wie 2017 in München, aber egal. Damals war ich sauer – Heute bin ich heilfroh. Hauptsache Marathon Nummer 11 ist erfolgreich geschafft. Im wahrsten Sinne: „Dumm gelaufen“. Laufen ist halt 90 % Kopfsache – der Rest ist mental. Es war viel härter als gedacht, aber wie wir Bayern sagen: „Basst scho!!!“ 

Nach dem Rennen

Nach Überreichung der Medaille, die erstmals ganz nachhaltig aus Holz bestand, ging es nun durch die „Tankanlage“ : Wasser, Laugenbrötchen, Gemüsesuppe, Bier – die Hotdogs hab ich ausgelassen. Da ich meinen Geldbeutel im Hotel vergessen habe und die Kleiderbeutel-Rückgabe eh in Richtung Hotel war, holte ich diesen ab und ging dann ins Hotel. Entwarnung bei Michaela und meiner Mama gegeben, dass es mir gut geht.

Erstes Nachher-Selfie: 11-facher Marathoni

Im Hotel dann per Lift in den 1. Stock und laaaangsam die durchnässten Klamotten ausziehen: „Schweiß ist, wenn Muskeln weinen“. Die Füsse sahen erstaunlich gut aus – ohne blaue Zehen oder Blasen.

Ab unter die Dusche mit Kalt/Warm-Wechsel. Dann gemütlich anziehen und die Sachen (diesmal inkl. Geld) einpacken, um zur After-Run-Party zu gehen. Dort wollte ich meine Medaille gravieren lassen und mich danach am Dom mit Michaela treffen. Ich brauchte ca. 30 Minuten bis zum Neumarkt – nicht weil ich so langsam ging, sondern weil es so weit war. Ich wollte sogar schon einen eScooter ausleihen, hatte aber die App nicht installiert. Und wahrscheinlich hätte ich mir da die Rippen gebrochen. Mir kamen viele erschöpfte, glückliche Gesichter entgegen.

Endlich angekommen bezahlte ich meine Gravur (12 Euro ist schon etwas teuer) und musste dann 20 Minuten darauf warten. Erst mal ein Kölsch – naja gleich 2 gekauft, weil die Gläser ja soooo Mini sind und es ewig gedauert hat. Da wurden viele Leute Lack, statt dem Bier. Die Gläser hab ich dann mitgenommen. Geht viel einfacher als Maßkrüge klauen.

Eignen sich nicht nur zum Laufen – sondern auch zum Schmuggeln von Kölsch-Gläsern

Anschließend überwand ich mich dann doch, ein Finisher-Shirt zu kaufen. Ich griff die Größe L und die Frau an der Kasse fragte mich, ob ich wirklich ein Damenshirt wolle. Nee, sie brachte mir ein Männershirt und es passte besser (engerer Kragen und nicht so figurbetont). Danach hab ich meine Medaille abgeholt und mit Michaela telefoniert. Sie war auf der Hohenzollernbrücke beim Schlösser Fotografieren.

Ich ging dann durch die Fußgängerzone und es waren noch ein paar Läufer unterwegs. In einer Bäckerei dann eine Laugenbreze geschnappt, weil langsam der Hunger kam. Am Dom und rüber über die Hohenzollernbrücke, aber Michaela war auf der anderen Seite. Also Retoure und endlich haben wir uns wieder getroffen.

Auf dem Rückweg zum Dom trafen wir noch eine junge Familie aus Münster, die im selben Hotel übernachteten und quatschten etwas. Er war den Halbmarathon gelaufen. Da wir Hunger hatten und nicht mehr so weit laufen wollten, entschieden wir uns gegen die Kölner Küche (mein kulinarisches Ziel war ein Rheinischer Sauerbraten) sondern gingen ins Maredo am Hbf (Brücke zum nächsten Marathon in Valencia *zwinker*). Die Burger mit Pommes waren sehr lecker. Zurück im Hotel dann ab ins Bett und TV an. Nebenzu noch Gummibärchen in allen Aggregatszuständen genascht. Um kurz vor 23 Uhr dann schlafen – leider nicht so gut: Alles tut Weh! 

Flüssige und feste Gummibären

Der Tag danach

Um 7 Uhr wachten wir auf und machten uns dann zum Frühstück fertig. Es war sehr lecker mit Rührei und Speck. Danach wieder ins Zimmer und den Rest zusammenpacken. Wir checkten aus und ließen unsere Koffer im Hotel. Erst gingen wir zum Dom, der gewaltig ist.

Anschließend besuchten wir das Galeria Kaufhaus, um dort vom Parkdeck einen tollen Überblick über die Stadt zu gewinnen.

Nach dem Souvenirshopping im Haus „4711 – Eau de Cologne“ überquerten wir nochmal die Hohenzollernbrücke.

Dann mussten wir zurück zum Hotel, unsere Koffer abholen. Im Bahnhof speisten wir noch im Schweinske.

Ich hatte eine Spinatlasagne – Voll der Veggie

Tschö mit ö Kölle – schee wars‘. Da der Koffer schon voll ist, losse ma den Dom in Kölle.

Der ICE nach Mannheim fuhr pünktlich um 12:55 Uhr ab, musste kurz danach noch eine Pause einlegen wegen einer Türstörung. Aber der Anschlusszug, den wir dadurch verpasst hätten, hatte auch eine Triebfahrzeugstörung und über 40 Minuten Verspätung. So kamen wir in Mannheim an und mussten noch ca. 30 Minuten auf den Zug nach München warten.

Um 18:04 kamen wir dann in München an und sprinteten zur S-Bahn S3, die um 18:09 am anderen Ende des Bahnhofs Pasing abfahren sollte. Da ich keine so großen Schmerzen vom Marathon hatte, konnte ich fast mit Michaela mithalten und wir erreichten unsere S-Bahn noch. Wieder mal übervoll und die ganze Stecke stehen. Endlich – mit 1 Stunde Verspätung – zuhause. „Thank you for travelling with the Deutsche Bahn.“

Rennvideo

Medaille

Holz statt Metall – nachhaltig innovativ

Strecke

Streckenvideo

Hier könnt Ihr die Strecke „nachfliegen“.

Urkunde

Finisher-Shirt

Langärmliges Shirt aus Holzfaser

Finisher-Plakat

Zeit zum selber einkleben

Ergebnis

Als „Social Native“ kann ich nix mehr teilen.
Positiver Split (negativ): 1:47:53 vs. 2:02:40

08.09.2019: 17. Friedberger Halbmarathon

Pünktlich zum Ferienende steht wieder der Halbmarathon in Friedberg/Bayern an. Nachdem ich letztes Jahr nicht teilnehmen konnte war das Heute meine 8. Teilnahme (2011 beim ersten Mal schaffte ich nur 3 Runden).

Startnummer bei der 8. Teilnahme

Da ich ja jetzt offiziell nebenberuflich in der Metzgerei aushelfe, fragte ich meinen Bruder, ob das nun als Arbeitszeit zählt – inklusive Sonntagszuschlag. So könnte ich mir länger Zeit lassen und visierte 1:42 Stunden an.

Finishershirt 2019

Die ganze Woche sagte der Wetterbericht sehr schlechtes Wetter vorher. Nachdem ich gestern plötzlich in der linken Achillessehne Schmerzen bekam, brachte ich die Mizuno Wave Rider 21 zusätzlich „ins Spiel“. Die sind dichter als die Saucony Kinvara 9. Nach einer guten Nacht schaute ich am Sonntagfrüh aus dem Fenster – alles grau mit Nebel. Die Wetterberichte unterschieden sich gewaltig. Erstmal die Katze rufen und die Kinvara-Schuhe imprägnieren, so dass sie wenigstens etwas Nässe abhalten. Lucky war noch nicht wach – Katze müsst man sein.

Zum Frühstück gab es Porridge mit Granatapfelkernen (lecker) und ein Haferl Kaffee. Dann Umziehen und einen Großteil der Laufsachen anziehen. Da es sehr kalt war suchte ich die Handschuhe und stiess dabei auf die Armlinge. Kann man ja zusätzlich mitnehmen – mitten im September.

Um kurz nach 8:15 Uhr starteten wir dann. Es war sehr neblig und auf der Autobahn war bis Friedberg dichter Nebel. Bähwetter bei 9 Grad Celsius. Ich brachte Michaela in die Strasse zu unseren Freunden. Danach fuhr ich durch das abgeriegelte Friedberg zum dortigen Volksfestplatz.

Überall Streckensperrungen – wegen 1200 Verrückten

Dort dann noch fertig anziehen (inkl. Armlinge), einpacken und los zum Start. Auf dem Weg dahin noch einen kurzen Pippistopp im WC bei der Tiefgarage. Dann ging ich zum Marienplatz, wo die Blase nach kurzer Zeit schon wieder „Voll“ meldete. Aber jetzt wird der nervösen Blase standgehalten. Vielleicht find ich ja mal auf der Strecke eine schöne Hecke.

Start am Friedberger Marienplatz

Die Zeit verging wie im Fluge und da war er schon der finale Countdown: 10, 9, 8,… 3, 2, 1: Los, auf geht’s. Trotz Reissverschlussverfahren war ich gleich über der Startlinie und kam ganz gut durch das Anfangsgedränge in der Ludwigsstrasse. Dann ging es am Krankenhaus vorbei zur Wallfahrtskirche Herrgottsruh. Mittlerweile konnte ich auch aus dem Repeat-Modus am Walkman ausbrechen: sonst hätte ich knapp 2 Stunden „If I rise“ von Dido hören müssen.

Noch läuft’s gut

In der Wiffertshauser Strasse standen dann unsere Freunde und Michaela fotografierte mich. Nun ging es leicht bergauf durch das Wohngebiet, wo uns schon die Blaskapelle empfing. Dann leicht bergab bis zur Sparkasse und runter zum Friedberger Bahnhof, wo sehr viele Zuschauer uns anfeuerten. Runter ging es dann Richtung Segmüller und rüber zur Mühle. Da war es wieder – mein Lieblingsschild: 13 Prozent Steigung. Beim ersten Mal ging es noch ganz gut, aber am Ende zog es sich schon gewaltig. Die Zuschauer peitschten uns hoch. Nach 24:xx Minuten hatte ich die erste 5,3 km-Runde geschafft.

Too fast and too furious

In Runde 2 konnte ich mich an einen Läufer in Trachtenoptik halten und bis zum Fusse des Berges dranbleiben. Dann musste ich ihn ziehen lassen. Die Trommler schlugen uns auf den Berg hinauf und auch im zweiten Umlauf bin ich durchgelaufen. Nach knapp 49 Minuten lief ich in die dritte Runde.

Synchronlaufen sollte olympisch werden

Auf der dritten Runde heftete ich mich an einen Läufer mit Shirt von „Allgäu Outlet“. Wir liefen ungefähr gleich schnell, er war aber immer vor mir. Sonst hätte ich auch etwas Führungsarbeit übernehmen können. Michaela traf mich auf dem Weg zur Wallfahrtskirche.

Martin Glas vor Glasfenster

Wir wurden auch von schnelleren Läufern überholt, konnten aber auch schon Läufer überrunden. Mittlerweile hab ich immer wieder Bananenstücke zu mir genommen und am Bahnhof liefen wir durch eine Traube an langsameren Läufern. Bis zum Berg ging es ganz gut, dann war er wieder da. Etwa auf Mitte des Berges ging ich ein Stück hoch. Als ich meine Fans sah, lief ich natürlich wieder los und sagte dann ganz ehrlich: „Ich bin komplett hochgelaufen“ (Zwinkerauge).

Läuft wieder
Voller Elan
Den Gipfel im Visier
Drei Runden hab ich schon

Nach ca. 1:15 ging es in die letzte Runde. Der Allgäuer war wieder vor mir, obwohl mich am Berg Einige überholt hatten. Ein letztes Mal auf der Ludwigsstraße nach Herrgottsruh. Dann Richtung Wiffertshausen und mittlerweile hatte ich Schmerzen im rechten Oberschenkel. Da ja einige Überrundete dabei waren, war es nicht so einsam. Ich verabschiedete mich von den unermüdlich klatschenden Zuschauern bis nächstes Jahr. Am Bahnhof entlang könnte ich mich etwas erholen auf der leicht abschüssigen Strecke.

Da die Schmerzen im Oberschenkel noch da waren, entschied ich mich, meinen Streckenrekord von 1:39:42 aufzugeben. Ich musste ja noch den Berg rauf und wollte nix riskieren. Nach Überqueren der Zeitmessmatte am Anfang des Berges bin ich sofort ins Gehen „übergegangen“. Erst als ich Michaela entdeckt habe, bin ich nochmal gelaufen.

Bis nächstes Jahr (Vorsicht: enthält Produktplatzierung)

Es war sehr hart und mit dem Schlusssprint war es heute nix. Nach 1:41:16 bin ich über die Ziellinie gelaufen. Waaaaaaasser.

Total zufrieden mit Zeit und Platzierung

Dann ging ich zu Michaela und unseren Freunden. Es hat mich sehr gefreut, dass sie sich die Zeit genommen hatten und mich anfeuerten.

Weg-Bier

Da ich bitter fror haben wir noch unsere Gutscheine eingelöst und wollten dann zum Volksfestplatz gehen. Dabei trafen wir noch meine Arbeitskollegin Sarah und ihren Freund Michael, die sich spontan angemeldet hatten. Gemeinsam zur Stadthalle und endlich auf die Toilette.

Das Umziehen auf dem Volksfestplatz war sehr beschwerlich und mittlerweile fing es an zu tröpfeln. Fertig, rein ins Auto und Mitten im September die Popoheizung einschalten. Wir fuhren dann nach Dasing in ein Burgerrestaurant, welches ganz im Stil der 60er Jahre gehalten war. Es war ganz lecker und wir konnten uns gut unterhalten. Danach mussten wir im strömenden Regen nach Hause fahren.

Und jetzt gehts: Ab-in-die-Wanne.

Was hat die Lucky den ganzen Tag gemacht?

Danke an Michaela (für die Fotos), unsere Freunde (fürs Anfeuern), die Mitläufer (für Eure Leistung), die Zuschauer (für die Unterstützung), die Helfer (für die Verpflegung) und die Organisatoren (für den schönsten Halbmarathon).

25.08.2019: Fototage FFB

Am Sonntag früh sind Michaela und ich wieder zu den Naturfototagen ins Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck. Erstmal hab ich meine EOS77D zum Reinigen gegeben. Michaela lieh sich für Makro fotos eine Olympus aus und ich nahm ihre Kamera. Nach einer Stunde bekam ich meine Kamera zurück und probierte die Sigma Teleobjektiv 150-600 und 60-600 aus. Tolle Objektive, aber ohne Stativ schon sehr schwer. Für die Vogelschau nahm ich aber mein eigenes 70-300mm Canon-Objektiv her.

Gehörten nicht zur Vogelschau, aber mit 600mm Freihand ganz gut erwischt.

Die beiden Weisskopfseeadler (amerikanisches Wappentier) starteten vom Kirchturm. Leider etwas zu schnell für die Kamera.