26.06.2018: Road to Berlin

Kurz nach dem erlebnisreichen Rennsteiglauf und dem schönen Ägypten-Urlaub ging es am Sonntag, 24. Juni los mit der Vorbereitung für den Berlin-Marathon am 16.09.2018. Ich möchte wieder den Laufcampus-Trainingsplan für eine Zielzeit von 3:39 Stunden verwenden. Der Plan für 3:29 Stunden ist wegen 5 statt 4 Trainings/Woche für mich nicht möglich – man will ja auch noch etwas leben 🙂

Mittlerweile steht es bei meinen neun absolvierten Marathons 7:2 – also 7 Marathons in unter 4 Stunden und zwei langsamer. Nun geht es daran, erstmal auch diese beiden Strecken in unter 4 Stunden zu laufen. Wenn alles gut klappt, könnte beim Berlin-Marathon sogar die 3:45 Stunden unterboten werden. Für den Rennsteiglauf 2019 hab ich mich auch schon wieder angemeldet.

Ich werde diesmal nicht jede Woche einen Wochenbeitrag schreiben, sondern in diesem Beitrag die einzelnen Trainingseinheiten zusammenschreiben.

Woche 1

24.06.2018 – KW01_D: Sportscheck-Lauf München

Auf geht’s mit dem Halbmarathon als erstem langen Lauf.

26.06.2018: KW01_C: 60 min. SSL

Da Michaela nächste Woche ihren ersten Wettkampf beim Firmenlauf in Dachau hat, wollten wir die Strecke mal „erkunden“. Naja, wir haben uns erstmal sauber im Wald verlaufen. Bei uns beiden hat sich leider die Achillessehne gemeldet und so ganz regeneriert war ich nach dem Halbmarathon noch nicht.

27.06.2018 – KW01_A: 15 min. EL + 6x800m in 4:42 + 15 min. AL

Direkt nach dem erstmaligen Vorrunden-Aus der Deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Russland ging es raus, um den Frust wegzulaufen. Bis Maisach war es noch ein lockeres Einlaufen und dann begannen die sechs 800 Meter-Intervalle, die ich auch gut unter der geforderten 4:42 min./km schaffte. Auch wenn der Kopf nicht frei war, fühlten sich die Füsse in den Mizuno Wave Rider 20 gut an.

28.06.2018 – KW01_B: 60 min. MDL in 5:45 – 6:15 min./km

Den ganzen Tag schon regnete es. So entschied ich mich, nach langer Zeit mal wieder eine Trainingseinheit auf dem Laufband durchzuführen und nebenbei Fussball zu schauen. So verging die Zeit ganz gut. Draußen macht schon mehr Spass.


Woche 2

01.07.2018 – KW02_C: 60 min. MDL

An einem herrlichen Sonntagmorgen bin ich erstmal mit Michaela zum Emmeringer See gelaufen. Da es ihr nicht so gut ging, sind wir dann wieder zurück und in Gernlinden bin ich dann nochmal ein paar Kilometer recht zügig gelaufen.

02.07.2018 – KW02_A: 15 min EL + 6 x 1 km in 4:42 + 15 min AL

Am Montag nach der Arbeit stand das gefürchtete Intervalltraining an. Einlaufen bis Maisach und dann ging es los mit den 1 km – Intervallen. Von Überacker dann zur Fußmoosalm und wieder über den Sportplatz am Waldsee entlang nach Gernlinden. Die Intervalle konnte ich immer in der geforderten Zeit absolvieren, aber die Gehpausen musste ich immer in Anspruch nehmen.

03.07.2018 – KW02_D: 150 min LDL

Da die Wettervorhersage für Donnerstag Gewitter mit Starkregen vorhersagte, entschied ich mich spontan um, und machte am Dienstag den wöchentlichen LongRun. Nach der Arbeit zurück und dann ging es bei optimalem Wetter raus auf die Strecke. Diese führte mich über den Fliegerhorst zum Pucher Meer, wo ich kurz den Zwischenstand zwischen Schweden – Schweiz auf der PublicViewing-Leinwand erspähen konnte. Dann über den Pucher Berg nach Mammendorf. Der rechte Fuss fühlte sich nicht sehr gut an und so zog ich mir die Schuhe aus und versuchte, die Socke glatt zu streichen. Am Schluss hatte ich eine kleine Blase, obwohl die Mizuno Wave Rider 20 schon über 200km draufhaben. Von Mammendorf ging es am Wasserwerk hoch nach Rammertshofen und dann über Germerswang nach Maisach. Dort dann über den Feldweg zurück nach Gernlinden. Leider bin ich am Anfang zu schnell angegangen und hatte auch Schmerzen im Fuss, so daß ich am Ende immer wieder längere Gehpausen einlegen musste.

05.07.2018: KW02_C: 60 min SSL (dann doch eher MDL)

Da ich gestern nur Fotograf beim Firmenlauf in Dachau war und zahlreiche Stichwunden kassierte, wollte ich am Donnerstag wieder selber die Laufschuhe schnürren. Michaela wurde bei ihrem ersten Wettkampf gleich Beste in ihrer Praxis. Nach der Arbeit hatte es sehr stark nach Regen ausgesehen, so dass ich mir dann die Regenklamotten anzog. Es war auch ziemlich windig, aber bis auf ein paar Tropfen hielt das Wetter. So ging es dann um den Fliegerhorst über FFB nach Maisach.

 

Woche 3

07.07.2018: KW03_B: 60min MDL

Die Trainingswoche 3 beginnt gleich schon am Samstag mit einer „umgedrehten Hausrunde“ – nach Maisach und dann am Fliegerhorst entlang zur Hasenheide und wieder am Fliegerhorst entlang zurück nach Gernlinden. Da es so gut lief, bin ich sogar im Marathon-Renntempo gelaufen.

08.07.2018: KW03_C: 45min SSL

Am Sonntag ging es dann zusammen mit Michaela eine kleine Runde bis zum Gernlindner Waldsee und dann zum Gestüt nach Hause

10.07.2018: KW03_A: Intervallrennen 1-2-1-2-1

Am Dienstag gab es dann ein Intervalltraining mit zuerst 3 mal 1 km und dann 2 mal 2 km und dann nochmal 1 mal 1 km.

12.07.2018: KW03_D: LongRun 180min LDL

Donnerstag ist LongRun-Day und so ging es nach der Arbeit von München-Sendling bis nach Hause. Diesmal mit Zählen von verwahrlosten oBike-Leihrädern, die momentan in München und Umgebung einfach irgendwie herumstehen. Es waren auf der Laufstrecke ganze 11 Stück, die mehr oder weniger beschädigt waren. Bis Lochhausen ging es ganz gut und dann in Gröbenzell am Bahnhof bis zum Olchinger See. Dort eine kleine Pause und danach ging es dann „über“ den Olchinger Golfplatz an der Amper entlang nach Esting und Gernlinden. Ich war so fertig, dass ich quer über den Golfplatz ging (musste ja aufpassen, dass ich nicht abgeschossen werde). Nach 30 km war ich am Ende – im wahrsten Sinne des Wortes

 

Woche 4

15.07.2018: KW04_A:

16.07.2018: KW04_C: Cross-Halbmarathon

17.07.2018: B2Run – Firmenlauf München

18.07.2018: KW04_D: 180 min LDL

20.07.2018: KW04_B: 10min LDL – 50min ZDL – 10min LDL

24.06.2018: Von München nach Berlin

Fast genau einen Monat nach dem Rennsteiglauf und nach zwei Wochen AllInclusive-Urlaub in Ägypten bei herrlichstem Essen (naja, a bisserl wenig Schweinefleisch) stand wieder der Münchner SportScheck-Halbmarathon an. Wir sind ja erst letzte Woche aus dem heißen Ägypten zurückgekommen. Die Wetterumstellung hat mich schon etwas mitgenommen und ich fühlte mich die ganze Woche nicht ganz topfit. Auch die drei Laufeinheiten diese Woche waren sehr ernüchternd, teilweise mit langen Gehpausen.

Für Sonntag hatte der Wetterbericht kühles aber trockenes Wetter vorhergesagt. Am Donnerstag nach der Arbeit noch den Starterbeutel abgeholt. Das diesjährige Laufshirt ist sehr schwarz – mit dem Aufdruck „RUN MUC“. Wenn Deutschland gestern bei der WM ausgeschieden wäre, hätte die Bildzeitung sicherlich einen passenden Titel gehabt: „Trauerzug durch München“. Glücklicherweise hatte ich die Grösse M angegeben, was bei dem diesjährigen Ausstatter Under Armour selbst für mich sehr groß ausfiel.

Da ich am Dienstag und Mittwoch mit den Kinvara 9 einige Probleme in der Achillessehne hatte, bin ich am Freitag nochmal kurz mit den Asics DynaFlyte gelaufen. Aber richtig sicher über die Laufschuhauswahl war ich mir am Samstag Abend noch nicht, zumal auch die Mizuno ganz gut wären. Blöd, wenn man keine Auswahl hat.

Asics DynaFlyte

Am Samstag noch mitfiebern beim WM-Spiel Deutschland gegen Schweden – der Puls ging in der Nachspielzeit sogar auf 89 bps hoch – fast wie beim Laufen.

Da der Start in München um 8:00 Uhr ist und ich mit Stefan und einem Bekannten von ihm für 7:30 Uhr verabredet hatte, musste ich früh raus. Von Gernlinden fährt keine S-Bahn zu den Zeiten, deshalb alternativ mit der S4 von Eichenau.

Letztes Jahr bin ich ja zum Marienplatz gefahren und musste dort ewig auf die U-Bahn warten. Deshalb diesmal schon im Stachus raus, 1 Euro bei Mister Clean investiert und mit der U4 zum Odeonsplatz. War aber auch nicht optimal, weil ich dort ziemlich weit laufen musste.

Da rauchts

Auf der Straße noch kurz umziehen und dann sah ich Stefan und Markus schon – musste aber erst noch den Starterbeutel los werden an der langen Schlange.

Vor dem Start am Siegestor

Wir trafen uns am Riesen-Erdinger-Glas und gingen dann gemütlich zu unserem Startblock. Wir reihten uns bei ziemlich am Anfang von Block B ein. Kurz noch die Schuhe schnüren und den Zeitmesschip anbringen. Über die Lautsprecher hört man Anna oder Lisa Hahner – die deutschen Top-Laufzwillinge. Ich kann die beiden weder vom Aussehen noch von der Stimme her unterscheiden. Vor lauter Quaseln hab ich den Startschuss gar nicht mitbekommen. An uns schlichen sich immer mehr Läufer vorbei und schmuggelten sich in Startblock A ein. Stefan und ich machten es genauso, Markus blieb in Startblock B.

Seit letztem Jahr ist der Start für den Sportscheck-Halbmarathon ja nicht mehr am Marienplatz sondern auf der Ludwigstraße. Das ist viel angenehmer und es gibt am Start kein Gedränge mehr. Es lief ganz gut bis zum Odeonsplatz und dann ging es durch den Tunnel in den Englischen Garten. Es war kühl und ein leichtes Windchen wehte. Wir waren die ersten Kilometer konstant leicht unter 5 Minuten pro Kilometer, was ja unser Ziel war. Knapp unter 1:45 Stunden hatten wir uns vorgenommen.

An der ersten Verpflegungsstation einen Becher Wasser und weiter geht die gute Fahrt. Entlang der Isar dann hoch zum östlichsten Punkt der Strecke und dann ging es im Zickzack durch den Englischen Garten bis hoch zum Aumeister. Bei der zweiten Verpflegungsstation dann auch eine halbe Banane und Stefan bog in die Büsche ab. Erst wartete ich, lief aber dann langsam wieder weiter, um nicht zu stark abzukühlen. Stefan holte mich wieder ein und dann kamen wir schnell wieder in unser 5er-Schnitt-Tempo.

Es ging nun wieder zurück zum Kleinhesseloher See. Schön war, dass sich dort Heute ganz viele Schwäne und Gänse tummelten. Teilweise gab es sogar Streckenquerungen von Gänsen. Bei der letzten größeren Verpflegungsstation nahmen wir noch etwas zu trinken und essen mit und weiter gehts dem Ziel entgegen. Da dieses Jahr für die letzten 1,6 Kilometer eine eigene Wertung – die Strava-Meile – eingeführt wurde, wollten wir bis dahin gemeinsam laufen und dann im Schlussspurt nochmal Alles geben.

Als wir den Punkt erreichten (dachte ich zumindest) verabschiedete ich mich von Stefan und legte nochmal richtig los. Dann nach etwa 400 – 500 Metern kam ein Schild, dass auf den Start der „Strava-Meile“ hindeutete. Super, zu früh losgelaufen. Das halt ich nicht durch, einen Endspurt über 2 Kilometer. Mal schauen und Zähne zusammenbeißen.

Den ersten Kilometer dann mit einem Schnitt von 4:12 min/km geschafft und dann ging es wieder durch den Tunnel auf den Odeonsplatz. Ich konnte viele Läufer überholen und bin glaub ich, nicht großartig überholt worden. Am Hofgarten dann auf die Ludwigsstraße und dann hatte ich das Ziel endlich vor Augen. Hier waren auch links und rechts der Strecke viele Zuschauer, aber Stimmung kommt halt in München nie auf.

Die letzten Meter dann durch die Menschenmenge und schauen, dass ich ein schönes Zielfoto bekomme. Letztes Jahr gab es ja leider keines, da es beim Zieleinlauf geregnet hatte. Dieses Jahr kam sogar die Sonne immer wieder heraus. Und dann nach 1:42:11 die Stoppuhr gedrückt.

Das war etwas schneller als letztes Jahr und ich war total zufrieden, da ich nicht mit so einer tollen Zeit gerechnet hatte.

Kurze Zeit später kam dann Stefan ins Ziel und wir gingen erstmal gemütlich zu den Verpflegungsständen. Die Laugenstangen sind sehr gut und dann sah Stefan auch Markus wieder. Er war auch 1:42 Stunden gelaufen und wir hätten so auch gut zu Dritt laufen können. Naja, vielleicht nächstes Jahr.

Stay hungry (doofes Motto)
Run 4 Meat (mein Motto)

Nach der Finisher-Medaille ging es dann zum Erdinger-Stand, um dort gleich zwei Becher Alkoholfreies trinken zu können.

Feierabend

Richtiges Bier kommt dann am Abend. Da es mir doch etwas kühl wurde, verabschiedete ich mich von meinen Lauf-Buddies und holte meinen Kleiderbeutel ab. In der Umkleide dann die trockenen, warmen Sachen angezogen, noch kurz aufs Dixie und dann noch für die Wegzehrung ein Alkoholfreies mitnehmen. Nachdem die U-Bahn gleich kam schaute ich auf der App nach, welche S-Bahn-Linie nach Eichenau fährt. Am Marienplatz sah ich dann unten an der Treppe, dass meine S4 in 1 Minute kommt. Statt die Rolltreppe zu nehmen sprintete ich die normale Treppe hoch und dann fuhr auch gleich die S4 ein. Sonst hätte ich 20 Minuten warten müssen.

Alles in allem hat Heute alles super geklappt und der Start in die Vorbereitung zum Berlin-Marathon hat erfolgreich begonnen. In zwölf Wochen ist es so weit und Stefan und ich können hoffentlich diesen Erfolg wiederholen.