Marathon No. 5: 35. Frankfurt Marathon 30.10.2016

Anmeldung

Nach der tollen Leistung beim Münchner Sportschecklauf meldete ich mich Ende Juni mit Frühbucherrabatt beim Frankfurt Marathon an. Ich war bislang erst einmal kurz in Frankfurt – auf dem Flughafen. Die Wolkenkratzer wollte ich endlich mal sehen und ich hatte letztes Jahr den Marathon schon im TV angeschaut. Der Marathon sollte am letzten Oktober-Sonntag stattfinden und einen Monat nach dem Ulm Marathon schien mir ausreichend Zeit zur Regeneration.

Trainingsplan

Nach dem Ulm-Wochenende hab ich es etwas lockerer angehen lassen. Anfang Oktober waren wir beim München Marathon, um Michaelas‘ Papa anzufeuern. Mein erster Marathon als Zuschauer – Laufen ist schöner.

Anreise

Aufgrund der hohen Parkgebühren (18€/Tag) entschieden wir, nicht mit dem Auto zu fahren. Stattdessen hab ich die Postkutsche gebucht. Also mussten wir erst mit der S-Bahn zum ZOB an der Hackerbrücke. Da gab es jedoch ein Chaos, da die Beschilderung der Busse nicht passte. Fahrer fragen ist schwierig wenn man kein russisch oder tschechisch spricht. Aber mit etwas Verspätung hat es dann doch geklappt.
Der Postbus fuhr über Nürnberg-Flughafen nach Würzburg. Dann ging es weiter nach Frankfurt. Nach 5 Stunden Dauerbeschallung durch permanent telefonierende Busfahrer waren wir um ca. 14 Uhr in Frankfurt angekommen. Im Bahnhof dann kurz McDo. Diesmal nur Pommes gegessen, ohne mir auf die Zunge zu beißen. Danach sind wir mit der Ubahn zum Hotel gefahren.

Hotel

Die Lobby im NH Collection-Hotel war total modern eingerichtet. Als die Dame an der Rezeption fragte, ob wir Frühstück wollten meinte ich, dass ich inklusive gebucht habe. Nein. Aber 26,90 Euro PRO Person PRO Frühstück – wer kann so viel Essen. Wir sind dann immer zum Bäcker bzw. Aldi zum Frühstück. Das Zimmer war ordentlich, aber alles war irgendwie schief. Da spart man einmal nicht und dann sollte es besser sein.
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Wenn man auf dem Riesen-TV auf das erste Programm kam, konnte man nicht mehr weiterschalten. Also erst neustarten und Programm 1 meiden.
Von der Lage her war das Hotel sehr zentral. Ca. 500m zur Zeil und U-Bahn.
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Aber essenstechnisch nicht so viel Auswahl – deshalb immer nur Italiener. Auch ist die Erfindung des Thermomix noch nicht in Frankfurt angekommen. Es ist schwer, einen Platz in Restaurants zu bekommen.

Sightseeing

Am Samstag sind wir nach dem Frühstück über den Römer (Nationalmannschaft war nicht mehr auf dem Balkon) zum Main gegangen.

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Dort haben wir dann eine Schifffahrt gemacht bei schönem Wetter.

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Nach dem Mittag sind wir dann zur Marathonmesse gefahren, um dort die Startunterlagen abzuholen. Wir sind zuerst noch zum Interview von Ironman Jan Frodeno. Sehr sympathischer Typ.
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Anschließend gingen wir noch zur Pasta-Party, auf der es ganz leckere Chillinudeln gab. Freibier gab es in der Festhalle. Da konnte ich mir den imposanten Zielbereich schon mal anschauen.  SUPER – ich freu mich schon auf Morgen.
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Mittlerweile ist auch Michaelas Papa mit der Bahn angekommen und nachdem auch er seine Unterlagen hatte, shoppten wir noch auf der Marathonmesse.
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Nach einer Ewigkeit haben wir dann ein passendes & freies Restaurant gefunden (Italiener natürlich) und es gab die obligatorischen Spaghetti Bolognese. Nach dem Lauf wollte ich ja eine hessische Spezialität essen. Zurück im Hotel musste ich noch alles für den Marathon zusammenpacken. Die Nacht war länger, da Zeitumstellung war.

Startnummer

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Kurz vor dem Lauf

Trotz längerer Nacht konnte ich nicht so gut schlafen. Die Achillessehne schmerzte jetzt schon – wie die letzten Wochen. Die befürchtete Erkältung konnte ich aber verhindern (kam dann später). Nach dem Duschen dann anziehen.  Es soll traumhaftes Läuferwetter werden, deshalb reicht kurze Kleidung. Zur Entlastung der Achillessehne hab ich diese getapt. Dann bin ich aufgebrochen zur Messe. Bei McDo noch einen Kaffee und auf die Toilette.
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In der Bahn wurden es mit jeder Station mehr Mitläufer. Glücklicherweise  sind die Umkleiden und Gepäckabgabe in der Messe und man kann drinnen bleiben, wo es schön warm ist. Da mich der Zeitmesschip genervt hat hab ich mir noch für 3.50 Euro ein Chiphalterband gekauft. Eine gute Investition. Nach der Startbeutelabgabe bin ich dann schon wieder auf die Toilette – Riesenschlange, aber es ging überraschend schnell. Noch etwas Essen und aufgeregt warten.
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Kurz vor dem Startschuss suchte ich dann meinen Startblock. Um 10 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und Windstille ging es dann los. Ich war in der zweiten Startgruppe im selben Block wie Wilfried, hab ihn aber nicht gesehen. Rechts neben uns war eines der Wahrzeichen von Frankfurt: Der Mann mit dem Hammer.
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Der steht da schon am Start. Das sind ja tolle Aussichten. Langsam bewegten wir uns zur Startlinie und dann ging es …

Der Lauf

… Los. Walkman einschalten und Laufuhr starten- als Zielzeit hatte ich 3:52 eingestellt und auch dass Pacemaker-Armband hab ich mir für diese Zeit drucken lassen. Das wäre Persönliche Bestzeit.
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Die Menge bewegt sich und man geht dadurch automatisch nicht zu schnell an. Die ersten Kilometer ging es Kreuz und quer durch die Innenstadt am Fuße der Wolkenkratzer vorbei.
Wir wurden von vielen Fans angefeuert. Man begegnet auch den früher gestarteten Läufern häufiger. Plötzlich sah ich Michaela. Ihr Papa war schon ca. 10 Minuten früher als ich an der Stelle Nahe dem Eschenheimer Tor.
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Anschließend ging es dann am Hotel vorbei Richtung der alten Brücke, wo wir den Main überquerten.
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Sachsenhausen hat mir von den Gebäuden sehr gut gefallen. Meine Zeiten waren auch vollkommen im Plan. Zahlreiche Bands spielten entlang der Strecke.
Durch Niederrad und an der Galopprennbahn entlang ging es dann am Main entlang nach Griesheim zur Halbmarathon-Zeitmessung. Mit 1:55 war ich genau im Plan. Bei km 24 überquerten wir wieder den Main über die Schwanheimer Brücke. Weiter ging es zum westlichsten Punkt in Höchst. Nun geht es wieder zurück.
Dabei überholte ich, mit meinem Landmetzgerei Glas-Trikot zuerst eine Läuferin vom Deutschen Fleischerverband mit dem Trikot „Meat for speed“ und kurze Zeit später noch den „Vegan-Active“-Läufer. Mittlerweile war der Druck auf der Blase so groß, dass ich dringend ein Dixie aufsuchen musste. Vor dem Dixie-Klo waren ein paar Wildpinkler, aber das Dixie war frei.
Mittlerweile sieht man auf der unendlich langen Mainzer Landstraße die Skyline wieder am strahlend blauen Horizont. Endlich wieder in der Stadt, aber dann mussten wir große Teile der Strecke vom Anfang nochmal durchlaufen.
Es ging kreuz und quer und man wünscht sich nur noch eines: das Ziel. Aber die Kilometerschilder scheinen immer weiter auseinander zu liegen.
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An der Börse vorbei (km 40) ging es endlich zurück zur Messe. Dabei hab ich Wilfried dann doch noch eingeholt. Er meinte, ich soll weiterlaufen. Die Zielzeit könnte ich noch erreichen, es wird aber hart – sehr hart. Ich versprach mir selber nochmal, dass ich als Belohnung den ganzen November nicht laufen „muss“.
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Endlich auf der Strasse vor der Messe angekommen rief mir Micha von einer Tribüne zu. Alles schmerzte und ich lief wie in Trance am Hammermann vorbei und dann ging es rein in die Frankfurter Festhalle.
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Auf rotem Teppich laufend hatte ich das Ziel endlich vor Augen und die Musik war angenehm laut. Unter tossendem Applaus erreichte ich das Ziel – in neuer Persönlicher Bestzeit von 3:52:35 – 53 Sekunden schneller als in München.
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Nach dem Lauf

Leider wird man nach dem Überqueren die Ziellinie relativ schnell aus der Halle geleitet. Bei über 20.000 Teilnehmern verständlich. Der Augenblick war aber unvergesslich. Draußen gab es dann die Finisher-Medaillen und in den ersten Abfallcontainer steckte ein Teilnehmer seinen Kopf rein. Die Gemüsebrühe war so lecker, dass ich mir gleich noch einen Becher holte. Das alkoholfreie Krombacher schmeckt in allen Varianten (Radler, Weissbier, Bier) nicht so gut wie das Erdinger. Auch in Frankfurt gab es Hefezopf. Auf dem Weg zur Abholung des Startbeutels traf ich den ältesten Teilnehmer, der alle 35 Marathons in Frankfurt gelaufen ist. Wahrscheinlich wurde er wie im Jahr zuvor vom Besenwagen eingeholt, war aber trotzdem sehr glücklich – mit 80 Jahren.
Wie durch einen Zufall hab ich mich an der selben Biertischgarnitur umgezogen wie Michaelas‘ Papa. Danach trafen wir uns alle wieder auf der Marathonmesse.
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Danach begleiteten wir Wilfried noch zum Hauptbahnhof, wo wir einen kleinen Snack zu uns nahmen. So richtig gut ging es mir da nicht mehr. Nach der Verabschiedung sind wir wieder zurück ins Hotel und endlich unter die Dusche. Am Abend wollten wir dann direkt am Hotel in das Gasthaus „12 Apostel“, was für seine hessische Küche berühmt ist. Leider wieder kein Platz für uns, also sind wir wieder zum Italiener.
Am Montag sind wir dann nach dem Bäcker-Frühstück zum Bahnhof und dann wieder mit der Postkutsche – diesmal über Stuttgart und Augsburg – nach München. Kurz nach der Abfahrt hörten wir in den Nachrichten, dass ein Teilnehmer kurz vor dem Ziel tödlich verunglückt ist. Glücklicherweise haben wir am Abend eine S-Bahn zwischen zwei Notarzteinsätzen erreicht. Sonst wären wir sehr spät heimgekommen.

Medaille

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Strecke

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Urkunde

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Finishershirt

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Marathon No. 4: 12. Einsteinmarathon Ulm 25.09.2016

Anmeldung

Nach der doch irgendwie enttäuschend gelaufenen Wingsforlife-Teilnahme am 7. Mai 2016 hatte ich entschlossen, mich doch wieder mehr auf Marathon zu fokussieren. Diese Art von Lauf ist interessant, aber von Anfang an schnell zu laufen war nicht so mein Ding. Dabei so knapp vor der Halbmarathonmarke vom Catcher Car eingeholt zu werden, hat mich schon frustriert. Deshalb meldete ich mich noch am selben Abend für den Einstein-Marathon an. Thorsten hat immer davon geschwärmt.

Trainingsplan

Somit war der erste Herbstmarathon gebucht und ich wollte mal nach einem anderen Trainingsplan (Andreas Butz < 3:50 in 12 Wochen) trainieren. Der Münchner Sportschecklauf war kurz vor Trainingsbeginn und ich konnte dort – trotz 2 Wochen Ägypten-Urlaub – meine Halbmarathon-Bestzeit bei bestem Läuferwetter auf 1:43 steigern. Der B2Run Mitte Juli fiel in die Vorbereitungszeit und ich konnte erstmals alle drei Chefs übertrumpfen. Der Friedberger Halbmarathon fand nur 2 Wochen vor dem Marathon statt.
Der Sommer war sehr schön zum Laufen. Leider hatte ich große Probleme mit den langen Läufen. Über 30km kam ich in der Vorbereitung kein einziges Mal und musste auch des öfteren walken.
Außerdem hat die Achillessehne wieder zu schmerzen begonnen und somit musste ich 2 Wochen Zwangspause einlegen.

Anreise

Eigentlich wollte ich am Marathontag in der früh zur Laufmesse fahren, die Startunterlagen holen, laufen und danach wieder zurückfahren. Auf Groupon hatte ich dann doch einen Hotelgutschein für 2 zu einem angemessenen Preis gefunden – ohne vorher den Hotelstandort zu prüfen. Am Samstag Vormittag arbeitete ich noch bei meinem Sponsor in der Metzgerei und versuchte, so wenig wie möglich Schritte zu machen. Ich hab dort erst eine Woche vorher gesagt, dass ich wieder einen Marathon laufe – eigentlich ja zwei, aber die Wahrheit muss man manchmal scheibchenweise präsentieren.
Nach der Arbeit gings heim und wir fuhren dann auf der A8 nach Ulm. Dort sind wir dann zuerst zur Marathonmesse an der Donauhalle, um die Startunterlagen abzuholen.

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Beim Shopping hörte ich dann „Der Herr Glas ist auch da“. Es waren Thorsten mit Familie. Er nahm dieses Jahr nicht in Ulm teil, weil sie beim Tough Mudder in Wassertrüdingen starteten. Vor lauter Quatschen hab ich mir nur ein T-Shirt gekauft.
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Dann sind wir noch in die Stadt und zum Ulmer Münster gefahren und haben beim Italiener eine riesige Portion Spaghetti Bolognese gegessen.

Hotel

Am Abend ging es zum Hotel, welches umgeben war von Bordellen und Laufhäusern (nicht zum Trainieren).

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Hab ich mal wieder einen Volltreffer bei der Hotelauswahl getroffen. Aber das Zimmer an sich war toll und total modern eingerichtet. Das Frühstück muss auch gut gewesen sein, sagte Micha.

Startnummer

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Kurz vor dem Lauf

Relativ früh musste ich schon los zum Start. Erst mit dem Bus und dann in die völlig überfüllte Straßenbahn. Dann Umziehen und noch etwas Essen & Trinken. In der Eingangshalle war es wenigstens warm. Kurz vor dem Start hab ich noch den Starterbeutel am LKW abgegeben und bin dann in den Startblock. Die Sonne schien, aber es war doch ziemlich frisch. Dann ging es auch schon los mit der ersten Startgruppe. Das Feld setzt sich in Bewegung und dann waren wir am Ziel – dem Start.

Der Lauf

Die ersten Kilometer bin ich vom Tempo her gut angegangen. Durch die zu enge Strasse war es ein echtes Gedränge und man musste richtig aufpassen, nicht zu stolpern. An der Donau wurde es ziemlich neblig und die Sonne kam noch nicht durch. Als wir die Donau überquerten schrie einer „Heimat“ und es gab lautes Gelächter.

emu16mm037600_0924 Nach ca. 10km in Richtung Neu-Ulm traf ich Micha sowie die Friedberger, die extra angereist waren. Kristy bot mir einen Schluck Augustiner an (mehr war auch nicht mehr drin), was zu neidischen Rufen der Mitläufer führte. Dann wieder über die Donau in Richtung Ulm und da sah man schon den Münster. Und wieder raus zur Donau und dann trennten sich die Halbmarathonis von uns. Die HM-Zeit war genial und die Uhr sagte voraus, dass ich nur 3:49 brauchen werde – wenn alles gut „läuft“. Es waren nur noch vereinzelt Läufer zu sehen. Nun liefen wir an der Donau entlang, aber es gab keine Möglichkeit mal eben in die Büsche zu gehen. Weiter liefen wir zum Wieblinger Kloster, was eine sehr schöne Anlage ist und dort mussten wir noch ein paar Schlangenlinien absolvieren. An der Iller ging es dann zurück.
Auch bei km 30 war die Zeit und Stimmung noch super. Nun über kleinere Wege zurück Richtung Ulm und auch wieder in die Innenstadt. Man denkt, man ist am Ziel und dann geht es wieder raus an die Donau. Auf einem durch Hütchen abgesperrten Radweg kamen uns Läufer entgegen.
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Nach jeder kleineren Kurve glaubt man an der Wendestelle anzukommen und doch geht es nur geradeaus. Die Oberschenkel machen auch schon zu und ich hatte Angst vor Krämpfen. Endlich am Wendehammer angekommen war die Lust am Laufen weg. Jetzt die gleiche Strecke zurück zu müssen ist sch… Aus Sorge um meine Oberschenkel bin ich zunächst kleinere, dann größere Abschnitte gegangen. Die München-Zeit hab ich abgeschrieben. Wenn möglich sollte ich unter der Wien-Zeit ankommen.

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Endlich in der Stadt angekommen und die letzten Meter zum Ziel am Ulmer Münster – leicht bergauf auf Kopfsteinpflaster. Fix und fertig – und alles tut weh.

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Nach dem Lauf

Danach gab es das ersehnte Bier. So eine Brühe und ich hab es dann weggeschüttet. Aber der Hefezopf war lecker. Nun erst noch zum LKW mit den Klamotten und dann wieder zu den Duschen.
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Hab mich ganz gut mit dem 4-Std-Pacemaker unterhalten. Er meinte auch, dass es aufgrund der Temperaturen ganz schön heftig war. Nachdem ich wieder frisch war, traf ich die Anderen beim Chinesen am Münstervorplatz. Nach einer Cola für den Kreislauf lies ich die Medaille gravieren und holte die Urkunde ab.

Sightseeing

Da fast Alle (ausser mir) am nächsten Tag wieder in die Arbeit mussten, gingen wir erst zu Steffis‘ Auto und fuhren dann – auf Umwegen – zu meinem Auto. Danach sind wir weiter mit zwei Autos nach Blaubeuren zum Blautopf.

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Die Anderen kannten den noch nicht. An diesem herrlichen sonnigen Herbsttag war es nicht einfach, einen Parkplatz zu finden. Wir hatten den bestmöglichen Tag für den Blautopf gefunden. Tolles blaugrünes Wasser und die goldgefärbten Blätter an den Bäumen.

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Zum Abschluss hab ich Micha, Kristy, Steffi und ihre Mama noch zum Essen eingeladen. Schweinebraten mit Spätzle und bayerisches Bier.

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Am Abend sind wir dann wieder in die Heimat gefahren. Danke nochmal, dass Ihr mich angefeuert (und mit Bier versorgt) habt.

Medaille

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Strecke

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Urkunde

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Finishershirt

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Marathon No. 2: 30. München Marathon 11.10.2015

Anmeldung

Aufgrund des schönen Wetters bin ich schon kurz nach der Rückkehr aus Berlin wieder in die Laufschuhe geschlüpft und hab ein paar lockere Einheiten absolviert. Es lief ganz gut.
Da mich die Zeit von Berlin sehr genervt hat (die 49 Sekunden) dachte ich, da geht noch was, und ich konnte es mir mittlerweile vorstellen evtl. gleich noch in München teilzunehmen. Der Trainingsaufwand in diesem extrem heißen Sommer musste sich ja gelohnt haben.
Am Freitag sollte ich ja Michaelas‘ Papa auf der Marathonmesse abholen und bin ja dann eh schon in der Olympiahalle. Deshalb beschloss ich am Freitag Mittag nach der Arbeit, dass ich mich nachmelde – für 99 Euro. Als ich mich ins erholsame Wochenende verabschiedete, sagte ich zu meinem Chef, dass ich mich gleich noch anmelde und erntete erstaunte Blicke. Angekommen in der Olympiahalle ging alles ganz schnell. Ganz anders als zwei Wochen vorher in Berlin. Viel weniger Betrieb.
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Das Wetter war auch total regnerisch – doch wahrscheinlich kein Regen am Sonntag prophezeite die Vorhersage. Bei meiner Familie erntete ich totales Unverständnis. Einzig meine Cousine Gitti fands eine gute Idee. Gut, meinem Vater hab ich es gar nicht erzählt – sonst hätte er mich gleich einweisen lassen. Am Samstag ein ganz normaler Arbeitstag in der Metzgerei und dann lecker Spaghettiessen bei Micha am Abend.

Trainingsplan

Kein besonderes Ziel – Hauptsache gesund durchkommen und „etwas“ (mind. 50 Sekunden) schneller als in Berlin.

Anreise

Am Sonntag früh sind wir dann zu Michas Wohnung gefahren, in der ihr Papa übernachtet hatte. Mittlerweile hat es auch zu regnen aufgehört. Nach dem Frühstück hat sie uns zum Olympiapark gebracht und wir sind dann zum Olympiastadion gegangen.

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Hotel

Kam mir bekannt vor, da Heimschläfer. Keine kurzfristigen Umzüge oder Lärmbelästigungen.

Sightseeing

brauchts in Minga ned

Startnummer

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Kurz vor dem Lauf

Nach dem endgültigen Umziehen ging es dann in die Halle, da es doch sehr kalt war. Auf dem Weg dahin hab ich noch meinen Studienkollegen Thorsten getroffen, der in einer Staffel mitlief. Drinnen war es angenehmer und kurz vor dem Start sind wir erst in unsere Startblöcke. Als Nachmelder musste ich im letzten Block bleiben. Es war aber kein Gedränge wie in Berlin. Alles übersichtlicher.

Der Lauf

Kurz nachdem die ersten Starter los gelaufen waren, kammen wir auch in Bewegung. So konnte ich noch mit Thorsten quatschen. Und dann ging es los – diesmal mit Walkman. Der erste km am Olympiapark war etwas langsam, da es an einigen Stellen doch ziemlich eng wurde.

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Dann auf dem Weg zum Englischen Garten hab ich ein – viel zu hohes – Tempo gefunden. Durch den Englischen Garten an diesem feuchten Herbstmorgen zu laufen war sehr idyllisch. Es war auch viel entspannter als beim Sportscheck Lauf. Nach ca 15km war der Englische Garten hinter uns.
Beim Halbmarathon in der Richard-Strauß-Str. hab ich gesehen, dass ich mit unter 1:55 viel zu schnell angelaufen war. So suchte ich noch kurz ein Dixie auf. Anschließend ging es wieder Richtung Innenstadt – vorbei u.a. an der Schrannenhalle zum Sendlinger Tor. Ab da feuerten uns dann mal wesentlich mehr Zuschauer an. Frenetischer Jubel am Marienplatz und dann vorbei am historischen Stadtkern in die Maxvorstadt mit seinen alten Prachtbauten.
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Die 3. Staffelwechselzone war diesmal separat und nicht wie am Anfang an der engsten Stelle. Ganz toll, weil mit Gegenverkehr, war der Abschnitt zum Karlsplatz. Auf diesem war eine Bühne aufgebaut, da am Abend ein Konzert für die Flüchtlingshelfer war.  Gerade hatte eine Band ihren Soundcheck – leider nicht Grönemeyer.

Langsam merkte ich Achillessehne und Oberschenkel immer mehr und hatte Angst einen Krampf zu bekommen. Hab deshalb noch ein Gel genommen und einen Gang herausgenommen. Nach der Innenstadt ging es über Leopoldstraße und Franz-Joseph-Straße zum Olympiapark. Die Zeit könnte traumhaft werden. Am Eingang zum Gelände hab ich zwei Bloggerinnen getroffen, die schon auf dem Heimweg von der Staffel waren. Leicht ging es noch die Parkharfe hoch (man merkt nun jeden Höhenzentimeter) und dann leicht abschüssig zum Marathontor. Kurz davor sah ich Micha und hab kurz angehalten, um ihr ein Bussi zu geben. Die Frau neben ihr meinte, „der muss ja Zeit haben“.

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Durch das Marathontor am Olympiastadion war ein Erlebnis – Discobeleuchtung und dann noch 300m auf der Laufbahn.

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Ich gab alles und erreichte völlig erschöpft das Ziel in 3:53:28 – mehr als 8 Minuten schneller als 2 Wochen vorher in Berlin.
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Nach dem Lauf

Als wir die Medaillen umgehängt bekammen wollte ich lieber die mit dem orangen statt pinken Bändchen. Die Frau sagte: „Wenn Ihnen die Halbmarathon-Medaille reicht?“. Nee, dann doch lieber pink. Nach 1-2 Bier (Schneider Weisse – ganz Ok) und Brezen musste ich wieder zur Umkleide. Die Stufen im Olympiastadion sind der Horror. Gottseidank kann man sich am Geländer festhalten. Dann den Kleidersack holen und umziehen.

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Das Wetter war auch wirklich schön geworden und ich hatte sogar einen leichten Sonnenbrand. Zuhause angekommen gab es dann das wohlverdiente Muskel-Aktiv Bad. Am Abend dann noch leckere Weisswürst von meinem Sponsor und alkoholhaltiges Bier.

Medaille

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Strecke

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Urkunde

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Finishershirt

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Marathon No. 3: 33. Wien Marathon 10.04.2016

Anmeldung

Nach den beiden Herbstmarathons 2015 war ich infiziert von dem Virus und so war die Anmeldung gleich im November für den Wien Marathon nur die logische Folge. Ich war noch nie in Wien (außer am Flughafen). Rom wäre auch eine Alternative gewesen, aber mit dem italienisch klappts halt doch nicht so gut. Österreichisch geht schon eher. Da war das Ziel-Essen auch schon vorprogrammiert: Backhendl mit Vogerlsalat.

Trainingsplan

Da der Winter 2015/2016 sehr mild war und immer freitags zum langen Lauf tolles Wetter war, konnte ich den 10-Wochen-Trainingsplan (Steffny, Zielzeit: 3:59) weitestgehend einhalten. Ich musste auch draußen trainieren, da ich an Weihnachten mein Laufband geschrottet hatte – Rahmenbruch. Hab doch zu viel gegessen an den Feiertagen. Leider hat mich Mitte der Vorbereitung eine Grippe erwischt und ich musste 2 Wochen pausieren.

Anreise

Wir sind mit dem Auto gefahren, da ich ja wieder Schuhe/Klamotten für alle Wetter-Eventualitäten dabei hatte.

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Bei Krems hatten wir Mittag im McDo gemacht und ich habe extra auf die Pommes verzichtet und einen Salat gegessen. Dabei hab ich mir auf die Zunge gebissen und sie hat ewig geblutet. Wien am frühen Freitagnachmittag zu durchfahren ist echt kein Spaß. Sehr viel Verkehr und komische Ampel(schaltungen). Endlich an der Marathonmesse angekommen – es war sehr knapp (mit der Toilette).

 

Die Startunterlagen hab ich gleich bekommen. Sehr übersichtlich. Da ich bei der Anmeldung kein Finishershirt bestellt hatte, mussten wir noch etwas shoppen. Toll war das Bild vor der Leinwand mit der Reichsbrücke. Ich lies mich mit meiner Startnummer fotografieren. 20160408_162614Nun wollten wir endlich ins Hotel, mussten dazu aber wieder quer durch die Stadt.

Hotel

Am Hotel angekommen und kurz davor einen kostenlosen Parkplatz bekommen. Dann schon mal die erste Gepäckladung nehmen und ab zur Rezeption. Da war schon ein Pärchen und hat uns vorgewarnt, ob wir über HRS gebucht haben. Die Frau an der Rezeption – eine Asiatin mit kaum Deutschkenntnissen – hat gesagt, dass das Hotel überbucht sei, aber ihr Chef mich gleich anruft. Der sagte, dass er für uns und das andere Paar Zimmer im Hotel Hadrigan gebucht hat. Ich bot den anderen an, dass wir sie mitnehmen.
Wieder quer durch die Stadt. Im Hotel wussten sie von unserer Buchung natürlich nichts. Dann HRS-Hotline angerufen. Statt dem schönen Zimmer mit Badewanne (wichtig nach Marathon) bekamen wir ein steriles Businesszimmet der Plaste-Elaste-Klasse. Die Duschkabine war echt der Hammer.
Dann gab es noch Probleme mit dem Frühstück,  welches wir mitgebucht haben aber in diesem Hotel wiederum nicht dabei war. Am Samstag sind wir dann wieder umgezogen in ein größeres Zimmer. Das Bett war so hart und durchgelegen. Als ich die Matratze hochgehoben hab, hab ich eine Wolldecke drunter gelegt, um nicht mit dem Hintern am Boden schlafen zu müssen. Lattenrost heißt auf österreichisch wohl Lattenpressspanplatte. Der Parkettboden knarzte auch bedrohlich.

Startnummer

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Kurz vor dem Lauf

Da es sehr regnerisch und windig (vorhergesagt waren 40 – 60km/h) war, hab ich mich eher auf unangenehmes Wetter eingestellt – mit Mütze und Handschuh. Da es aber trocken bleiben sollte, hab ich meine Asics MetaRun angezogen. Nach dem Frühstück bin ich dann mit der U-Bahn zur UN-City gefahren. Es wurden von Station zu Station mehr Läufer.
Dann noch fertig angezogen, Verpflegung eingepackt und auch das laminierte Sterbebild von meiner Cousine Gitti in die Rückentasche eingesteckt. Sie ist leider im Dezember 2015 ganz plötzlich an einem Aneurisma verstorben.
Als ich fertig war musste ich mich noch Anstehen am Dixi. Nach gefühlt einer Ewigkeit musste ich das Warten aufgeben, da eine Durchsage kam, dass man nur noch 5 Minuten seinen Kleiderbeutel abgeben kann. Doch wo? Der Menge nach und mein LKW war gaaanz hinten. Danach kurz wildpinkeln und auf in den Startblock. Richtig stressig war das. Dann ging es gleich los und langsam rückte unser Block näher zur Startlinie. Da die Dixies nun frei waren nochmal kurz abgebogen (nervöse Blase). Jetzt gehts gleich mit meinem Block los.

Der Lauf

Zum Start ertönt wieder der Donauwalzer. Einfach nur gigantisch. Von der UN-City gehts los über die fast 1km lange Reichsbrücke zum Prater-Kreisel.

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Vorbei am Prater-Riesenrad durch den Prater und dann ging es erstmal Richtung Innenstadt. Von der Architektur her der bislang schönste Marathon. Dann wieder am Naschmarkt vorbei liefen wir zum Schloss Schönbrunn und dann wieder zurück ins Zentrum. Am Rathaus verließen uns dann die Halbmarathonis und ich sah Micha.

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Nach HM-Distanz in guten knapp 2 Stunden liefen wir zur Friedensbrücke und dann ging es wieder Richtung Prater. Bis dahin war meine Motivation noch ganz OK. Anschließend wieder am Prater entlang und dann zum Ernst-Happel-Stadion. Danach gab es wieder Gegenverkehr und es ging noch 3km schnurrstracksgerade zum Wiener Lusthaus und dann wieder zurück. Da sank die Motivation rapide. Endlich wieder in der Innenstadt angekommen liefen wir am Stephansdom vorbei wieder durch ein Spalier an Zuschauern dem Ziel entgegen.

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Ich gab nochmal Gas, obwohl die Zeit mir mittlerweile egal war – Hauptsache unter 4 Stunden bleiben.

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Dann Endspurt hin zum Burgtheater und auf dem roten Teppich war das „Theater der Emotionen“ geschafft. Danach gab es dann die Finisher Medaille und der Tross bewegte sich Richtung Rathaus, wo auch die LKWs mit den Kleidersäcken waren.

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Nach dem Lauf

Endlich konnte ich die durchgeschwitzten Klamotten wechseln und die schöne, warme Berlin-Jacke anziehen. Danach ging es direkt noch zur Medaillengravur. Kurz bei meinen Eltern angerufen und Michaela hab ich auch relativ schnell gefunden.

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Danach sind wir dann zur U-Bahn am Stephansdom gegangen und ins Hotel gefahren. Nach der Dusche sind wir dann erschöpft eingeschlafen. Am Abend sollte es dann das wohlverdiente Backhendl geben. Leider gab es nur einen Steirischen Backhendlsalat – aber richtiges Bier

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Sightseeing

Am Montag früh sind wir dann zuerst zum Schloss Schönbrunn gefahren und sogar die Gloriette hochgelaufen.

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Zurück in der Stadt machten wir noch eine Stadtrundfahrt. Am Prater dann ein kleiner Snack (mit Knoblauch satt) und dann haben wir eine Fahrt mit dem Riesenrad gemacht. 20160411_155418Ich wäre gern noch mit dem Gokart gefahren, aber ich glaub da wär ich nie mehr hochgekommen genau 250 Jahre nach Eröffnung des Praters. 20160411_173051

Zum Abendessen sollte es dann doch noch mit dem Backhendl klappen. Wir gingen zum Gasthaus „Gmoakeller“, wo es angeblich das beste Backhendl gibt. Als ich es nicht auf der Karte fand fragte ich den Kellner, der mir sagte, dass es das nur am Mittag gibt. In meiner Enttäuschung bestellte ich einen Tafelspitz. Genial lecker. Beide total überfressen konnten wir die halbe Nacht nicht einschlafen. Total übermüdet ging es dann zurück nach Bayern. In Salzburg noch etwas Shopping (Laufkleidung im Asics Store natürlich) und am späten Nachmittag waren wir dann wieder zuhause.

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Österreichische Spezialitäten

Medaille

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Strecke

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Urkunde

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Marathon No. 1: 42. Berlin Marathon 27.09.2015

Anmeldung

Nachdem ich die Anmeldung für 2014 leider verpennt hatte war ich im November 2014 einer der Ersten, die sich für den 42. Berlin Marathon registriert haben. Anfang Dezember kam dann die Bestätigung, dass ich ausgelost wurde für einen der über 40000 Startplätze. Es wurde also Ernst: Aus dem Traum wird Wirklichkeit:

Berlin

Ich wollte einmal einen Marathon laufen und das sollte in meiner Lieblingsstadt sein. Ein langes Jahr mit vielen Entbehrungen und hartem Training lag vor mir, was mir zu diesem Zeitpunkt sicher noch nicht in vollem Umfang bewusst war.

Trainingsplan

Als Trainingsplan suchte ich mir das 10-Wochen-Programm von Herbert Steffny mit einer Zielzeit unter 3:45 aus. Wichtiger als die Zeit war jedoch, überhaupt gesund anzukommen. Die Zeit hielt ich aufgrund der tollen Halbmarathonzeiten im Frühsommer realistisch. Auch der Friedberger Halbmarathon lief genial, obwohl nur zwei Wochen vor Berlin.

Anreise

Am Donnerstag sind wir mit dem Auto nach Berlin gefahren, da Martin ja für alle (Wetter)Eventualitäten gewappnet sein wollte. Am Hotel Bärlin angekommen war dieses gar nicht da. Es gibt in Berlin mehrere Stadtteile, in denen es die gleiche Adresse gibt. Also Navi neu  programmieren und quer durch die Stadt zur Rush Hour.

Hotel

Das Hotel sah von Außen OK aus, lag aber an einer riesigen Kreuzung. Selbst vor dem Marathon war es nicht möglich innerhalb einer Ampelschaltung bei grün die Straßenseite zu wechseln. Und alle paar Sekunden flog ein Flugzeug über uns – wir waren direkt in der Einflugschneise nur 2km von Tegel entfernt und der Flughafen BER wurde nicht rechtzeitig fertig. Von Innen war es dann sehr alt, kein Aufzug und uraltes Treppenhaus mit einem Bild von Kennedy als er vor dem Hotel vorbeifuhr. Der Fernseher war ein klitze-kleiner Röhren-TV.

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Nach der ersten Nacht fragten wir am Morgen, ob wir wegen dem Straßenlärm umziehen können. Sie boten uns dann am Abend den Umzug in ein anderes Zimmer an. Dort funktionierte jedoch die Klospühlung nicht und das Wasser kam aus Bidet, Dusche und sogar Wasserbecken hoch. Lecker. So zogen wir am Vorabend des Marathon nochmal komplett um. Am Abreiseabend hatten wir wieder das gleiche Problem und ich habe die Mauer wieder errichtet – aus Handtüchern, um das Wasser zurückzuhalten.

Sightseeing

Am Freitag holten wir die Startunterlagen bei der Marathonmesse am ehemaligen Flughafen Tempelhof ab. Tolle Messe und super organisiert.

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Da jeder Läufer ein Armband bekommt, erkennt man sie immer wieder in der Stadt. Danach etwas Shopping und wir haben uns noch mit Michaelas Familie am Alex getroffen und waren lecker italienisch Essen. Am Samstag stand eine Spreefahrt und etwas bummeln auf dem Plan. Die Aufregung war schon spürbar. In der Stadt drehte sich alles um den Marathon. Scheinbar haben Alle so ein Bändchen.

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Am Samstag Abend sind wir – nach dem Umzug – dann noch beim Argentinier (der von Türken betrieben wurde) zum Essen gegangen: Nudeln.

Startnummer

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Kurz vor dem Lauf

Nach einer kurzen Nacht (Nachtflugverbot ab 23 Uhr wird streng ausgereizt) ging um 6 Uhr in Tegel der Flugbetrieb wieder los. Dann Duschen und die Renn-Klamotten anziehen. Packen und auf geht’s zum Reichstag.

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In Berlin ist für Läufer keine freie Fahrt mit dem ÖPNV. Karte gekauft – auf der Rückfahrt wurde kontrolliert. Am Bahnhof Friedrichstrasse sind dann Alle ausgestiegen und wie Lemminge zum Startbereich gegangen. Noch startfertig machen, Fotos schießen (lassen) und ab zur Kleiderabgabe.

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Auf dem Weg zum letzten Startblock für die Newbies noch im Garten des Reichstages einen Busch gegossen. Dann ging es in den Startblock H?. Bei strahlendem Sonnenschein warteten wir dann bis zum Start der Elite. Die Stimmung war toll und alle wollten einfach nur loslaufen. Hab mich mit einem Marathoni (57 Teilnahmen) unterhalten, der mir von Rom vorschwärmte. Zum Hauptstart wurden tausende gelbe Luftballons losgelassen. Langsam setzte sich der Tross in Bewegung.

Der Lauf

Kurz vor dem Start flogen die Klamotten und Abfalltüten (als Kälteschutz) zur Seite. Dann der Start direkt auf die Friedenssäule mit ihrem goldenen Engel zu, der in der Sonne noch mehr glänzte. Danach war das Feld vereint – es ist wie stockender Verkehr auf der A8. Man ist immer eingehüllt in eine Menschentraube.

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Für Raser wird es da schwierig, zu schnell anzugehen. Dann liefen wir über Moabit zur Friedrichstrasse und über den Alex.

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Weiter über Neukölln und Kreuzberg. Vom Feeling her hatte ich ein gutes Gefühl. Bin auch nicht zu schnell angegangen. Bei HM-Distanz am Schöneberger Rathaus war ich mir sicher, dass ich die Distanz durchhalten kann.

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Aber das zweite Ziel war, unter 4 Stunden zu bleiben. So beschloss ich, bis Kilometer 30 das Tempo zu halten. Dann – wenn der Mann mit dem Hammer üblicherweise kommt – wird entweder er mich erschlagen oder ich vor ihm davonlaufen. So gab ich Gas und wollte Zeit aufholen. So viel Kopfrechnen hab ich schon lang nicht mehr gemacht. Es war wie ein Slalomlauf auf dem Kurfürstendamm und langsam wurden die Beine doch schwer. Ab dem Potsdamer Platz hieß es dann, Zähne zusammenbeißen.

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Dann nach zahlreichen Winkeln bogen wir auf die Straße Unter den Linden und hatten das Ziel vor Augen – das Brandenburger Tor. Jetzt nochmal Vollgas an Adlon und Französischer Botschaft vorbei. Vielleicht klappts noch mit U4. Durch das Tor lief es mir eiskalt den Rücken runter. Jetzt noch ein paar Meter – gefühlt eine Ewigkeit und dann … Einlauf ins Ziel.  Geschafft – Fick und Fertig.

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Dann wurde die Medaille umgehängt und eine gelbe Mülltüte von Adidas gab uns Wärme – bei strahlendem Sonnenschein.

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Aber der Körper ist dermaßen ausgepowert. Wir wurden dann auf die Wiese vor dem Reichstag geleitet (der zuvor wegen einer Bombendrohung evakuiert worden war) Was sollte man jetzt nicht machen: hinlegen (weil man muss ja wieder aufstehen). Lauter erschöpfte, ausgemergelte aber glückliche Menschen in gelben Umhängen. Wenn die Kanzlerin da aus dem Fenster des Kanzleramts rausgeschaut hat, hat sie bestimmt gedacht, dass die Invasion der Minions begonnen hat.

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Nach dem Rennen

Am Brandenburger Tor traf ich dann Michaela wieder und ich ließ mir noch meine Urkunde ausdrucken.
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Auf der Rückfahrt zum Hotel wurden sogar die Fahrkarten kontrolliert. Nur in Berlin müssen Marathonis am Tag ein Ticket kaufen. Nach der Dusche sind wir dann zum Argentinier zum Essen gegangen. Nach der Bestellung musste ich raus an die frische Luft. Der Kreislauf ging in den Keller und ich wurde blass und schwitze wie ein Schwein. Das  Essen tat aber gut und am nächsten Morgen ging es los zum wohlverdienten Shopping. Man erkannte die Marathonis an den Treppen. Beginnen oben rechts und kommen unten links an.
Meine „Behinderung“ erkannten am U-Bahnhof Friedrichsstrasse leider auch Taschendiebe. Ehe ich mich umsah, war der Geldbeutel aus der Hosentasche weg. Nach Durchsuchen der Mülltonnen (nicht nach Pfandflaschen) rief ich bei der Bank an, um die Karten zu sperren. Danach sind wir zur Bundespolizei (mit riesiger Stahltür) am Reichstag, um den Diebstahl zu melden. Mit Stinklaune sind wir dann zuerst an den Friedhof von Michaelas‘  Oma. Da rief mich dann ein Bahnvorsteher vom Alexanderplatz an, mein Geldbeutel sei leer gefunden worden. Aber Papiere sind noch da.
Der Appetit auf meinen Döner, den ich als Ziel während dem Lauf vor Augen hatte, war leider zwischenzeitlich vergangen. Wir gingen dann noch in der Mall of Berlin shoppen und ich habe keinen Cent ausgegeben. 180 Euro waren trotzdem weg.
Am Dienstag ging es dann mit dem Auto zurück nach Bayern.

Medaille

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Strecke

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Urkunde

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Finishershirt

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Willkommen bei bikerun-engerl.de – dem Marathon-Blog von Martin Glas

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Servus,

nachdem ich meinen fünften Marathon in Frankfurt erfolgreich absolviert hatte, hab ich auf der Rückfahrt angefangen, ein paar Geschichten zu den einzelnen Marathons zusammen zu schreiben. Ich wünsch Euch viel Spaß beim Lesen.

Euer Martin Glas